Manwin Youporn-Chef gegen Kaution frei

Fabian T. darf gegen eine hohe Kaution aus dem Gefängnis. Seinen Pass musste der Manwin-Chef und Youporn-Betreiber abgeben. Laut Spiegel droht ihm eine hohe Haftstrafe.

Anzeige

Gegen eine Kaution in zweistelliger Millionenhöhe kommt Manwin-Chef Fabian T. frei. Das berichtet die Tageszeitung Die Welt unter Berufung auf den Sprecher der Staatsanwaltschaft Köln, Ulrich Bremer. Der Unternehmer, gegen den wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung ermittelt wird, bleibt damit vom weiteren Vollzug der Untersuchungshaft verschont.

"Herr T. hat eine Sicherheitsleistung im zweistelligen Millionenbereich hinterlegt und sich strikten Meldeauflagen verpflichtet", wird Bremer von der Zeitung zitiert. Auch sein fester Wohnsitz in Belgien und seine enge familiäre Einbindung hätten für die Freilassung gesprochen.

Bis zur Hauptverhandlung könne er nach Belgien zurückkehren, seinen Pass habe er aber abgeben müssen. "Staatsanwaltschaft und Gericht gehen davon aus, dass der ausschließliche Zweck der Untersuchungshaft, nämlich die Durchführung eines geordneten Strafverfahrens gegen den Beschuldigten, auch durch die beschlossenen Maßnahmen erreicht werden kann", sagte Bremer der Zeitung weiter. Die Entscheidung zur Freilassung sei am Donnerstagabend gefallen.

Laut Staatsanwaltschaft soll es Fragen dazu geben, wer MyDirtyHobby tatsächlich betreibt. Laut Website ist die Colbette Holdings in Nicosia auf der Mittelmeerinsel Zypern der Betreiber. Weitere Angaben wollte die Commerzbank wegen des Bankgeheimnisses nicht machen.

T. wurde Anfang Dezember 2012 im Brüsseler Vorort Kraainem auf Betreiben der deutschen Staatsanwaltschaft festgenommen. Gleichzeitig durchsuchten Steuerfahndung und Polizei den Wohnsitz von T. und das Hamburger Tochterunternehmen der Manwin-Firmengruppe. Die Steuerfahndung Koblenz ermittle bereits seit Ende 2010. Am 13. Dezember 2012 wurde er von Belgien nach Deutschland überstellt.

Manwin betreibt große Tube-Seiten und andere Pornoangebote wie Youporn, Pornhub, Reality Kings, Brazzers, XTube, Extremetube, MyDirtyHobby, das Pornostudio Digital Playground und das Livesexangebot Webcams.com. Die verschiedenen Manwin-Gesellschaften haben ihren Sitz in Luxemburg, Deutschland, Kanada, Zypern, USA und Irland.

Nachtrag vom 21. Dezember 2012, 15:15 Uhr

Laut Spiegel glauben die Ermittler, Hinweise auf hinterzogene Steuern in Höhe von weit mehr als zehn Millionen Euro gefunden zu haben. Nach Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs sollte schon bei einer Million Euro hinterzogener Steuern eine Haftstrafe ohne Bewährung verhängt werden, so das Nachrichtenmagazin. Damit drohe T. eine lange Freiheitsstrafe. Dabei geht es vor allem um nicht abgeführte Umsatzsteuer, da bei jedem Klick, mit dem ein deutscher Kunde Manwins kostenpflichtige Seiten nutzt, 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig würden.


morecomp 23. Dez 2012

Wenn du quasi im Staatsdienst bist, ist es eigentlich irrelevant, ob du Steuern...

OkayLetsTalk 22. Dez 2012

Unsere Cindy finden wir doch alle total super, oder nicht? ;) Ich sage nur, dass der...

MADhase 21. Dez 2012

Bin auch deiner Meinung.. die Höhe der Hinterziehung ist doch völlig irrelevant. Das sind...

asa (Golem.de) 21. Dez 2012

Stimmt! Ausdrucksfehler ist berichtigt.

s1ou 21. Dez 2012

Und den brauch er nur um sich abzusetzen. Darum wird der einkassiert, eigentlich nicht...

Kommentieren




Anzeige
  1. Softwareentwickler (m/w) Echtzeit-Betriebssystem für NC-Steuerungen
    DR. JOHANNES HEIDENHAIN GmbH, Traunreut
  2. Software Development Engineer (m/w)
    NMB -Minebea- GmbH, Langen bei Frankfurt/Main
  3. Referent SAP ERP HCM (m/w)
    Buchen IndustrieService GmbH, Köln
  4. Corporate Security Officer (m/w)
    Bremer Landesbank, Bremen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Streaming-Video

    Appwork wehrt sich gegen Verbot von JDownloader-Funktion

  2. Kim Dotcom

    Alle Megaupload-Daten beim Hoster Leaseweb gelöscht

  3. Prism-Skandal

    Edward Snowden will Asyl in Island

  4. ICS

    Kaspersky will sicheres eigenes OS für Industrieanlagen

  5. Neuland Internet

    Merkel macht sich zum Gespött der Netzgemeinde

  6. Satoru Iwata

    Nintendo schließt Preissenkung für Wii U aus

  7. Video

    John McAfee ruft zum Deinstallieren der McAfee-Software auf

  8. Merkel zu Prism

    "Das Internet ist für uns alle Neuland"

  9. Flutkatastrophe

    Ein Spendenkonzert, die Gema und das Prinzip

  10. Load Impact

    Lasttests ganz einfach



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
In eigener Sache: Was auf unseren Adblocker-Aufruf folgte
In eigener Sache
Was auf unseren Adblocker-Aufruf folgte

Zusammen mit einigen anderen Websites haben wir vor rund einem Monat unsere Leser gebeten, ihren Adblocker auf unseren Seiten abzuschalten. Ein Resümee.

  1. In eigener Sache Bitte schalte deinen Adblocker aus!

Xbox One: 340.000 Asteroiden aus der Cloud
Xbox One
340.000 Asteroiden aus der Cloud

E3 2013 Wie leistungsstark Xbox One und Playstation 4 im Vergleich sind, lässt sich noch nicht endgültig sagen. Mit einer Demonstration hat Microsoft versucht, die Bedeutung der zusätzlich möglichen Cloud-Berechnungen zu belegen. Außerdem konnte Golem.de die beiden neuen Konsolencontroller ausprobieren.

  1. Xbox One Ein Halo, ein Erscheinungstermin und ein Preis
  2. Xbox One Details zu Gebrauchtspielen, Onlinezwang und Datenschutz
  3. Xbox One Microsoft investiert eine Milliarde US-Dollar in Spiele

Watch Dogs: Der Sysadmin-Alptraum
Watch Dogs
Der Sysadmin-Alptraum

E3 2013 Er hackt Stadtnetze, kapert vom Smartphone bis zum Rechenzentrum jedes fremde System in Sekundenbruchteilen - aber der Held in Watch Dogs kann auch jederzeit zum Opfer anderer Spieler werden. Golem.de hat mit den Entwicklern über Hacker, die Technik und über das Überwachungsprogramm Prism gesprochen.

  1. Ubisoft Gitarrenriffs, Hacker und infiziertes Geld
  2. Playstation 4 400 Euro und keine Gebrauchtspielsperren
  3. Xbox One Hauseigene Halo-Konkurrenz und neues Altes von Rage

Zum Artikel