Spam - Direct Message vom Account des Bundesvorsitzenden der Piratenpartei Bernd Schlömer
Spam - Direct Message vom Account des Bundesvorsitzenden der Piratenpartei Bernd Schlömer (Bild: Robert Marquardt/CC-BY)

Malware Twitter-Spam kapert die Direct Messages

Ein Spamangriff bei Twitter schleicht sich in Direct Messages ein und erschreckt die Nutzer. Manche löschen aus Angst gar ihren Account, wie der Chef der Piratenpartei.

Anzeige

Twitter hat schon immer ein Problem mit Spam. Extra zu diesem Zweck angelegte Accounts versuchen, andere Twitterer auf Websites zu locken, damit sie dort Werbung anklicken, Pornos anschauen oder ihre Bankdaten und Passworte preisgeben. Normalerweise beschränken sich solche Angriffe auf Tweets, auf die öffentlich einsehbaren Nachrichten also. Doch inzwischen haben Kriminelle Wege gefunden, das vertraulichste System des Netzwerkes zu missbrauchen, die sogenannten Direct Messages.

Neben den öffentlichen Nachrichten gibt es in Twitter eine Art Mail-System, über das privatere Botschaften verschickt werden können, Direct Message genannt, gern abgekürzt als DM. Zwei Twitterer können sich eine solche DM senden, wenn sie sich gegenseitig folgen, also wenn jeder den Nachrichtenstrom des anderen abonniert hat. Außerdem kann man solche DMs an seine Follower schicken, auch wenn man diesen nicht folgt. Sie können zwar nicht auf dem gleichen Weg antworten, aber sie können die DM des Absenders immerhin lesen.

So geschieht es, dass man von Menschen, deren Accounts man kennt, Botschaften wie diese erhält: "Did you see this pic of you? lol..." (Hast du das Bild von dir gesehen? Lustig...) Wer sich die DM anschauen will und auf den darin enthaltenen Link klickt, infiziert sich und wird selbst zum Opfer und Spamversender. Denn anschließend verschickt der eigene Account genau diese Botschaft an die eigenen Follower.

Twitter schweigt

Wie genau es den Angreifern gelingt, in das System mit den Direct Messages einzudringen, ist nicht klar. Twitter hat entsprechende Fragen, egal ob sie via Tweet oder via E-Mail gestellt wurden, bislang nicht beantwortet. Auf den offiziellen Seiten des Unternehmens findet sich nur eine generelle Warnung vor dem Problem, deren Darstellung noch dazu falsch ist.

Dort steht: "If you enter your credentials on that fraudulent page, the phishers can sign in as you and trick more people." Wer also auf einer Phishing-Seite sein Passwort und seinen Login-Namen preisgebe, heißt das, dessen Account könne zum Verschicken genau solchen Spams missbraucht werden. Das ist erstens nicht verwunderlich und zweitens nicht korrekt.

Denn der eigene Account wird offensichtlich auch dann missbraucht, wenn der betroffene Nutzer seine Logindaten eben nicht preisgegeben hat, ja sogar dann, wenn er die entsprechende Phishing-Seite gar nicht gesehen hat. Mehrere Betroffene versichern glaubhaft, dass sie solche DMs bekamen, auf den Link in einer klickten, anschließend aber keine Phishing-Seite sahen und nirgends irgendwelche persönlichen Daten oder gar Passwörter eingaben. Trotzdem verschickten sie anschließend selbst solche DMs.

Immerhin wird die Phishing-Seite von Twitter erkannt und automatisch blockiert. Wer auf den Spamlink klickt, sieht eine Seite von Twitter, die um Entschuldigung dafür bittet, dass die verlinkte Seite nicht angezeigt werden könne. Das Problem ist eindeutig schon älter. Bereits im September 2012 beschreibt es die Seite Cnet. Andere Hinweise auf diesen Angriff sind sogar noch viel älter. Aber die Malware scheint noch immer unterwegs zu sein. Und sie scheint eine Lücke in Twitter-Apps zu nutzen, um sich neue Accounts auch ohne das Passwort zu Eigen zu machen.

Das Passwort wird nicht gehackt 

highrider 24. Jan 2013

... weshalb ich seit ein paar Tagen immer wieder Nachrichten in mir unverständlichen...

EpicLPer 23. Jan 2013

Also brauchen es 99,9% der Facebook User ;)

Kommentieren



Anzeige

  1. Qualitätsingenieur/in für Software
    Robert Bosch Battery Systems GmbH, Stuttgart-Feuerbach
  2. Trainee IT (m/w) Schwerpunkt SAP-Applikation
    Müller Service GmbH, Aretsried, Freising, Leppersdorf, Dissen
  3. Senior Information Architect - Experte für Informationssicherheit (m/w)
    Enercon GmbH, Aurich
  4. IT-Desk Agents (m/w)
    Landeshauptstadt München, München

 

Detailsuche


Spiele-Angebote
  1. Homeworld Remastered Collection - [PC]
    29,99€ (Release 7.5.)
  2. Wolfenstein: The Old Blood
    19,99€ (Release 08.05.)
  3. Wolfenstein: The New Order kaufen und Gutschrift für Wolfenstein: The Old Blood sichern

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Android-Tablet

    Google nimmt Nexus 7 aus dem Onlinestore

  2. Aerofoils

    Formel-1-Technik macht Supermarkt-Kühlregale effizienter

  3. Force Touch

    Apples Trackpad könnte künftig verschiedene Oberflächen simulieren

  4. Bodyprint

    Yahoo-Software verwandelt Touchscreen in Ohr-Scanner

  5. BKA

    Ab Herbst 2015 soll der Bundestrojaner einsetzbar sein

  6. Die Woche im Video

    Computerspiele, Whatsapp und Fire TV Stick

  7. Amtsgericht Hamburg

    Online-Partnervermittlungen dürfen kein Geld nehmen

  8. Elite Dangerous

    Powerplay im All

  9. Martin Gräßlin

    KDE Plasma läuft erstmals unter Wayland

  10. Canonical

    Ubuntus Desktop-Next soll auf DEB-Pakete verzichten



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



The Ocean Cleanup: Ein Müllfänger für die Meere
The Ocean Cleanup
Ein Müllfänger für die Meere
  1. Vorbild Tintenfisch Tarnmaterial ändert seine Farbe
  2. Keine Science-Fiction Mit dem Laser gegen Weltraumschrott
  3. Maglev Magnetschwebebahn erreicht in Japan 590 km/h

GTA 5 im Technik-Test: So sieht eine famose PC-Umsetzung aus
GTA 5 im Technik-Test
So sieht eine famose PC-Umsetzung aus
  1. GTA 5 auf dem PC Erst beschränkter Zugriff, dann mehr Freiheit
  2. GTA 5 PC Rockstar Games gibt Systemanforderungen für Ultra-HD bekannt
  3. GTA 5 PC angespielt Los Santos ohne Staubschleier

Hello Firefox OS: Einfacher Einstieg in die App-Entwicklung mit Firefox OS
Hello Firefox OS
Einfacher Einstieg in die App-Entwicklung mit Firefox OS
  1. Biicode Abhängigkeitsverwaltung für C/C++ ist Open Source
  2. Freie Bürosoftware Libreoffice liegt im Rennen gegen Openoffice weit vorne
  3. ARM-SoC Allwinner verschleiert Lizenzverletzungen noch weiter

  1. Re: Plattformen

    zenker_bln | 10:10

  2. Re: Graphenoxid ist nicht Graphen

    Netzweltler | 10:01

  3. Re: Gibt es eigentlich in Elite

    OxKing | 09:50

  4. Re: ¤3,5/Kg?

    gs2 | 09:48

  5. @Mobile Seite: Kommt wohl auf den User-Agent an.

    Sybok | 09:45


  1. 09:56

  2. 15:17

  3. 10:05

  4. 09:50

  5. 09:34

  6. 09:01

  7. 18:41

  8. 16:27


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel