Der GVU-Trojaner
Der GVU-Trojaner (Bild: GVU)

Malware Die GVU erklärt den GVU-Trojaner

Er stammt nicht von der "Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen" (GVU), dennoch erklärt der Verein nun eine in seinem Namen verbreitete Malware. Damit, so die GVU, würden illegale Streaming-Portale wahrscheinlich ihr Geschäftsmodell verlagern.

Anzeige

Ob mit den Logos von BKA, Gema oder der GVU - die seit über einem Jahr verbreiteten Trojaner, welche den Zugang zum eigenen PC sperren, sind ein echtes Ärgernis. Sie fordern stets eine Lösegeldzahlung über das System Ukash, um den PC wieder freizugeben. Natürlich passiert auch nach einer solchen Zahlung nichts, den Trojaner wird man auch mit kostenlosen Programmen wie von Kaspersky oder Avira wieder los.

Die genannten Organisationen, deren Namen in Verbindung mit angeblichen Rechtsverstößen durch den Trojaner genannt werden, stecken nicht hinter der Malware. Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) hat sich dennoch einige Gedanken darüber gemacht, warum die Schadsoftware schon so lange und offenbar erfolgreich verbreitet wird.

Neues Geschäftsmodell für illegale Streams?

Der Verein, dessen Privatermittler unter anderem an der Schließung von Kino.to beteiligt waren, stellt in einem Blogbeitrag eine Verbindung zwischen illegalen Streaming-Portalen und den Trojanern her. Vor allem über die noch aktive Seite KinoX.to, die starke Ähnlichkeiten zur Kino.to aufweist, sollen immer neue Versionen insbesondere des GVU-Trojaners verteilt werden.

Daraus schließt die GVU, dass die Betreiber der Portale ihr Geschäftsmodell verlagern - das ist jedoch eine reine Mutmaßung, Belege liefern die Urheberrechtsverfolger dafür nicht. Sie halten es jedoch für wahrscheinlich, dass der Druck auf seriöse Werbesysteme dafür sorgt, dass sich die Streaming-Anbieter andere Einnahmequellen erschließen müssen.

Auch Lücken in den Werbesystemen hält die GVU für möglich. Der Verein beruft sich dazu mehrfach auf Berichte im Trojaner-Board. Dieses Malware-Forum wird auch für die Behauptung zitiert, dass der über Webseiten direkt verteilte GVU-Trojaner keine Verschlüsselung der Daten des Anwenders vornimmt. Das wegen solcher Einschüchterungsversuche auch als Scareware bezeichnete Programm behauptet das zwar, in Wirklichkeit wird aber nur der Zugang zum Windows-Desktop - auch nach einem Neustart - gesperrt.

Besonders aggressive Trojaner per E-Mail

Im Unterschied dazu steht eine andere Version der Schadprogramme, die derzeit per E-Mail verteilt wird. Das Programm, das der Anwender selbst ausführen muss, verschlüsselt tatsächlich Daten. Davor warnt unter anderem das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das auch berichtet, diese Version des Trojaners würde ebenfalls unter den Namen von BKA, Gema und GVU auftreten.

Eine von der GVU gemachte Beobachtung kann die Redaktion von Golem.de nach Anfragen von Lesern in den vergangenen Monaten bestätigen: Die durch den Besuch von Webseiten vertriebenen Trojaner nutzen häufig Lücken in Java aus. Wenn ein Virenscanner Alarm schlug, wie Leser berichteten, fand sich bei weiterer Untersuchung stets eine veraltete Version von Java. Das und die immer neuen Varianten der Ukash-Trojaner sprechen dafür, dass hinter der Schadsoftware ein sehr aktives Team von Entwicklern steckt, das ständig nach neuen Lücken sucht. Die können auch im Flash Player oder im Browser selbst stecken - beide Komponenten nennt die GVU als mögliche Angriffsflächen. Offenbar lohnt sich der hohe Aufwand für die Entwicklung der Trojaner schon seit über einem Jahr.


Atalanttore 15. Aug 2012

Der GEMA übrigens auch.

Tryce 15. Aug 2012

Hab ich meine Zweifel dran, wenn ich so sehe was so alles linux benutzt. Dann kommen so...

narf 15. Aug 2012

was machst du wenn der mit seinem PC DOOM27 spielen will? machst du das dann unter linux...

SkeeveDCD 15. Aug 2012

Firefox mit Adblock Plus (und evtl. NoScript wenn der User damit umgehen kann) oder...

Kommentieren



Anzeige

  1. Spezialist Testdaten-Management und Datenmigration (m/w)
    imbus AG, Hofheim (bei Frankfurt am Main), Köln und München
  2. Projektmanager (m/w)
    valuephone GmbH, Schöneck/Vogtland
  3. SAP Inhouse Berater (m/w) mit den Schwerpunkten MM und QM
    JOST-Werke GmbH, Neu-Isenburg
  4. Datenspezialist (m/w) Geoinformationssysteme (GIS)
    PTV Planung Transport Verkehr AG, Karlsruhe

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Sicherheitslücke

    Drupal-Team warnt erneut vor Folgen

  2. Spieldesign

    Kampf statt Chaos

  3. Techland

    Last-Gen-Konsolen zu schwach für Dying Light

  4. Passport im Test

    Blackberry beweist Format

  5. Streaming

    Sky als Online-Abo mit Live-TV und Einzelabruf

  6. Band

    Microsofts Wearable hört und fühlt

  7. Quartalszahlen

    Samsungs Gewinn bricht wegen Preiskampf bei Smartphones ein

  8. Greg Kroah-Hartman

    Kdbus wird zur Aufnahme in Linux vorgeschlagen

  9. Grafikkarte

    AMD kontert Nvidias Maxwell mit 8-GByte-Radeons

  10. Filmpiraterie

    US-Kinos und MPAA verbieten Google Glass



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



3D-Druck ausprobiert: Internetausdrucker 4.0
3D-Druck ausprobiert
Internetausdrucker 4.0
  1. Sicherheit Der Arduino-Safeknacker aus dem 3D-Drucker
  2. Arduino Neue Details zum 3D-Drucker Materia 101
  3. Niedriger Schmelzpunkt 3D-Drucken mit metallischer Tinte

Qubes OS angeschaut: Abschottung bringt mehr Sicherheit
Qubes OS angeschaut
Abschottung bringt mehr Sicherheit

Schenker XMG P505 im Test: Flaches Gaming-Notebook mit überraschender GTX 970M
Schenker XMG P505 im Test
Flaches Gaming-Notebook mit überraschender GTX 970M
  1. Getac S400-S3 Das Ruggedized-Notebook mit SSD-Heizung
  2. Geforce GTX 980M und 970M Maxwell verdoppelt Spielgeschwindigkeit von Notebooks
  3. Toughbook CF-LX3 Panasonics leichtes Notebook mit der Lizenz zum Runterfallen

    •  / 
    Zum Artikel