Malware: Der Rechner als Bitcoin-Generator
Unbedarfte Hacker versuchen, mit Bitcoins auf gekaperten Rechnern Geld zu verdienen. (Bild: Glen Cooper/CC BY 2.0)

Malware Der Rechner als Bitcoin-Generator

Hacker versuchen, mit Malware fremde Rechner zur Erzeugung von Bitcoins zu missbrauchen. Die Schadsoftware wird bislang über Skype verbreitet. Sehr subtil gehen die Hacker dabei aber nicht vor.

Anzeige

Dank des gegenwärtig hohen Wechselkurses für die virtuelle Währung Bitcoins haben Malware-Hersteller offensichtlich eine neue Einnahmequelle ausgemacht. Eine Schadsoftware erzeugt auf einem infizierten Rechner Bitcoins. Besonders subtil geht die Malware dabei aber nicht vor - und nicht nur weil sie eine hohe CPU-Last erzeugt. Kasperskys Dmitry Bestuzhev beschreibt die Funktionsweise der Malware in einem Blogeintrag.

Bei Kaspersky sei sie inzwischen unter dem Namen Trojan.Win32.Jorik.IRCbot.xkt bekannt, die Erkennungsrate bei Virustotal aber noch recht gering, schreibt Bestuzhev. Die Malware wird über Skype verbreitet, der Link zu ihr wird mit einem Hinweis auf ein Foto getarnt. In den 24 Stunden nach dem ersten Erscheinen stiegen die Downloads der Malware auf etwas mehr als 2.000 in der Stunde, ein durchschnittlicher Wert.

C&C-Server in Deutschland

Die Schadsoftware wird über einen Server in Indien ausgeliefert, die meisten infizierten Rechner befinden sich jedoch in Russland, Polen, Costa Rica, Spanien, Deutschland und der Ukraine. Italien führt die Liste der Infektionen an. Nach der ersten Infizierung holt sich die Schadsoftware weitere Komponenten über Hotfile.com. Befehle erhält die Malware von einem Command-and-Control-Server, der sich in Deutschland befinden soll.

Einmal aktiv, startet die Schadsoftware auf Windows-Rechnern einen Prozess, der dann Bitcoins generiert. Der Prozess wird Bitcoin-Mining genannt. Dabei werden die Bitcoins auf einem Server der Programmierer der Schadsoftware abgelegt. Die Adresse des Servers steht ebenso wie eine E-Mail-Adresse als Benutzername samt Passwort im Klartext der Befehlszeile, die die Malware aufruft.

Bitcoin-Transaktionen sind nicht anonym

Bei der Erstellung von Bitcoins wird derjenige belohnt, der seine Rechenleistung dafür zur Verfügung stellt. Prinzipiell können Bitcoins auch nicht völlig anonym erstellt werden. Auch bei späteren Transaktionen müssen Teilnehmer zumindest teilweise ihre Anonymität aufgeben. Sie werden auf öffentlichen Servern protokolliert. Behörden können so die gesamte Kette eines Bitcoins zurückverfolgen.

Die wohl eher unbedarften Hacker würden von ihrer Bitcoin-Produktion also wenig profitieren, und das, obwohl Bitcoins wegen der jüngsten Finanzkrise auf Zypern den bislang höchsten Wechselkurs zum US-Dollar erleben. Inzwischen ist ein Bitcoin weit über 100 US-Dollar wert, davor lag der durchschnittliche Wechselkurs bei 5 US-Dollar.

Wenn die CPU-Auslastung eines Rechners stets bei 99 Prozent liegt, ist das ebenfalls ein deutlicher Hinweis, dass ein Rechner von den geheimen Bitcoin-Schürfern gekapert wurde. Unauffällig ist das nicht.


Manekineko 11. Apr 2013

war ja so klar, daß keiner mehr hier noch liest :)

abrandtms 10. Apr 2013

Hast eine 0 zuviel. Ich hab das mal mit ner 5750 getestet und da kommt 0.0105 BTC bei...

abrandtms 10. Apr 2013

Es ist nicht der Bund sonder der B.U.N.D. Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland...

philipp.bremer 09. Apr 2013

Das ist ein alter Hut. Seit einiger Zeit gibt es den im Betreff genannten Trojaner. Der...

TeslaTraX 09. Apr 2013

Die Dummheit der Menschen ist grenzenlos ....

Kommentieren



Anzeige

  1. Datenbank-Administrator (m/w)
    AEB GmbH, Stuttgart
  2. Specialist Informationsschutz (m/w)
    BASF SE, Ludwigshafen
  3. Softwareentwickler C# / .NET (m/w)
    Thermo Fisher Scientific | Dionex Softron GmbH, Germering bei München
  4. Informatiker / Anwendungsentwickler (m/w)
    Siemens AG, Marburg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Spielebranche

    Crytek verkauft Homefront mitsamt Studio an Koch Media

  2. Anonymisierung

    Projekt bestätigt Angriff auf Tors Hidden Services

  3. Amazon

    Marketplace-Händler verliert Klage gegen schlechte Bewertung

  4. Groupon

    Gnome und die Tücken das Markenrechts

  5. Secusmart/Blackberry

    Krypto-Handys mit vielen Fragezeichen

  6. Selbsttötung

    Wieder ein toter Arbeiter bei Foxconn

  7. Linux

    Opensuse Factory wird Rolling-Release-Distribution

  8. Bau-Simulator 2015

    Schwere Maschinen am PC

  9. Gericht

    Kim Dotcom muss Filmindustrie sein Vermögen offenlegen

  10. Smartphone-Markt wächst

    Samsung verkauft weniger Smartphones



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Oneplus One im Test: Unerreichbar gut
Oneplus One im Test
Unerreichbar gut
  1. Oneplus One Eigenes ROM mit Stock Android 4.4.4 vorgestellt
  2. Oneplus One-Update macht verkürzte Akkulaufzeit rückgängig
  3. Oneplus One könnte ab dem dritten Quartal vorbestellbar sein

Überwachungssoftware: Ein warmes Mittagessen für den Staatstrojaner
Überwachungssoftware
Ein warmes Mittagessen für den Staatstrojaner
  1. Ex-CIA-Deutschlandchef Wir konnten Schröder leider nicht abhören
  2. Überwachung NSA-Ausschuss erwägt Einsatz mechanischer Schreibmaschinen
  3. Kontrollausschuss Die Angst der Abgeordneten, abgehört zu werden

Smartphone-Hersteller Xiaomi: Wie Apple, nur anders
Smartphone-Hersteller Xiaomi
Wie Apple, nur anders
  1. Flir One Wärmebildkamera fürs iPhone lieferbar
  2. Per Smartphone Paypal ermöglicht Bezahlen in Restaurants landesweit
  3. Datenübertragung Smartphone-Kompass spielt Musik durch Magnetkraft

    •  / 
    Zum Artikel