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Der nächste Linux-Kernel erhält die Versionsnummer 4.0.
Der nächste Linux-Kernel erhält die Versionsnummer 4.0. (Bild: Liam Quinn, CC BY-SA 2.0)

Linux-Kernel: Version 4.0 patcht sich selbst im laufenden Betrieb

Der nächste Linux-Kernel erhält die Versionsnummer 4.0.
Der nächste Linux-Kernel erhält die Versionsnummer 4.0. (Bild: Liam Quinn, CC BY-SA 2.0)

Statt 3.20 erhält der nächste Linux-Kernel die Versionsnummer 4.0. Die größte Änderung dürfte die Fähigkeit des Live-Patchings sein.

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Mit vergleichsweise bescheidenen Neuerungen beginnt die Testphase des nächsten Linux-Kernels. Der trägt die Versionsnummer 4.0. Linus Torvalds folgt damit seinem bereits 2011 formulierten Plan, die Nummerierung des Kernels künftig kürzer zu halten, trotz einiger Bedenken aus der Community. Die herausragende Änderung dürfte die Fähigkeit des Kernels, sich im laufenden Betrieb selbst zu patchen. Vollständig unterstützt wird die Funktion aber noch nicht.

Eine Umfrage bei Google+ habe nicht genügend stichhaltige Argumente gegen den Sprung bei der Nummerierung des Linux-Kernels ergeben, schreibt Torvalds in der E-Mail, in der die Testphase von Linux 4.0 eingeläutet wurde. Eine spektakuläre Funktion sei bisher niemals ein Grund für einen neuen Kernel und einen damit verbundenen Sprung in der Nummerierung gewesen. Auch eine grundlegende Änderung an der Kompatibilität oder sogar dessen Bruch habe es beim Kernel nie gegeben, und die werde es auch nie geben, schreibt Torvalds.

Linux 4.1.15 in Skynets Terminator

Damit entfalle ein wesentliches Argument der Gegner eines Nummerierungssprungs auf 4.0. Die meisten Unterstützer der Versionsnummer 4.0 freuten sich hingegen auf den dann möglicherweise folgenden Linux-Kernel 4.1.15. Denn diese Version kommt in Skynets Terminator T-800 in der gleichnamigen Spielfilmreihe zum Einsatz. Deshalb sollte nicht zu viel auf die Zahl 4.0 gegeben werden, schreibt Torvalds. Sie vereinfache lediglich die Zählweise künftiger Linux-Versionen.

Mit etwa 8.000 Änderungen sind die Neuerungen in Linux 4.0 vergleichsweise klein. Im letzten Kernel 3.19 waren es noch 11.000. Eine Erhebung der Linux Foundation belegt außerdem, dass die Einreichung von Code durch unabhängige Entwickler inzwischen rückläufig ist. Mit 12,4 Prozent im Zeitraum zwischen der Freigabe von Linux 3.11 und 3.18 liegen die freien Entwickler zwar weiterhin an erster Stelle, die addierten Änderungen der Kernel-Entwickler, die bei Unternehmen angestellt sind, machen jedoch den Großteil der Patches aus. 2012 reichten freie Entwickler noch 14,6 Prozent der Neuerungen ein, 2013 waren es 13,6 Prozent. Diese Zahlen spiegeln aber eher Änderungen im Arbeitsmarkt wider. Kernel-Entwickler werden öfter angestellt, da der Einsatz des Linux-Kernels vor allem in Unternehmen zunimmt.

Live-Patching im Kernel möglich

Die wesentliche Neuerung in Linux 4.0 dürfte die Fähigkeit sein, sich im laufenden Betrieb selbst zu reparieren. Diese als Live-Patching bezeichnete Funktion liefert die Rahmenbedingungen für Suses Kgraft und Redhats Kpatch, die beide bereits in den jeweiligen angepassten Linux-Kerneln zum Einsatz kommen. Jetzt gibt es ein einheitliches Framework dafür. Beide Linux-Distributionen müssen ihre Userspace-Werkzeuge noch für den Linux-Kernel anpassen. Einfache Sicherheitspatches ließen sich jedoch bereits anwenden, heißt es in dem Kommentar des Merge-Commits.

Das I2O-Subsystem (Intelligent Input/Output) wurde aus dem Hauptzweig in den Staging-Bereich verschoben. Dort soll es nur noch solange bleiben, bis sichergestellt ist, dass es nicht mehr benötigt wird. Soweit die Kernel-Entwickler beobachteten, kommt die Schnittstelle kaum noch zum Einsatz. Bereits im Oktober 2000 hatte sich die Special Interest Group (I20-SIG) aufgelöst.

Verbesserungen in Grafiktreibern

Der freie Radeon-Treiber für Grafikkarten von AMD erhält die Unterstützung für Audio über den Displayport. Ventilatoren solcher Grafikkarten sollen künftig leiser laufen beziehungsweise vom Treiber im laufenden Betrieb besser an die tatsächliche Hitzeentwicklung angepasst werden können. Der Carrizo genannte Nachfolger des Kaveri-Chips von AMD erhält eine erste Unterstützung im AMDKFD-HSA-Treiber. Für Intels Grafikkarten in der kommenden Skylake-Plattform gibt es ebenfalls erste Codeteile. Zudem erhält der Intel-Treiber Verbesserungen für aktuelle Grafikchips. Und der freie Nouveau-Treiber für Grafikkarten von Nvidia taktet die Kepler-basierten GK20A-Chips besser.

Über die Routing-Tabelle lassen sich für jeden Host künftig Algorithmen einsetzen, die eine Überlastungssteuerung zur Verfügung stellen. Dazu wurden neue IP-Route-Befehle eingeführt. Beispiele lassen sich der Dokumentation entnehmen, die dem Patch beigelegt wurde. Die für den Einsatz von Linux in Clustern verwendete Transparent Inter-Process Communication (TIPC) lässt sich jetzt mit Namensräumen nutzen. Außerdem unterstützt das Subsystem zur Steuerung des Netzwerkverkehrs den Einsatz von Filtern, die für den erweiterten Berkeley Packet Filter (eBPF) geschrieben wurden.

Mehr Einsatz für Security-Frameworks

Im Bereich Sicherheit wurde der Android-Binder-Code so angepasst, dass er mit den Richtlinien des SELinux- und anderen Frameworks genutzt werden können. Das gilt auch für das Unsorted Block Image File System (UBIFS), das auf Flashspeicher zum Einsatz kommt. Das Filtersystem für Netzwerke lässt sich künftig mit dem Sicherheitsframework Smack verwenden.

Der erste Release Candidate von Linux 4.0 lässt sich zum Testen bei kernel.org herunterladen. Die finale Version wird aller Voraussicht nach in etwa sechs Wochen erscheinen.


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Slartibartfast 25. Feb 2015

Nicht ganz... sie waren wenigstens aufsteigend. Random wäre sowas wie die SHA-1 in Git.



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