Linux-Kernel 3.9 Viel Grafisches und mit Goldfischen

Der Linux-Kernel 3.9 ist erschienen. Viel Arbeit haben die Entwickler in den Grafikstack gesteckt. Außerdem wurde der Code des Android-Emulators Goldfisch in dem Hauptzweig des Kernels akzeptiert. Das Dateisystem Btrfs unterstützt Raid 5 und 6.

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Mit einwöchiger Verzögerung hat Linus Torvalds den Linux-Kernel 3.9 veröffentlicht. Die letzten Codeänderungen seien nicht aufregend gewesen, schreibt er, deshalb habe er den aktuellen Kernel freigegeben. Die Code-Einreichungen kurz vor der Veröffentlichung des vorletzten Release Candidate waren so umfangreich, dass Torvalds die endgültige Freigabe sicherheitshalber noch um eine Woche verschob.

Arbeiten am Grafikstack

Bei der Erkennung der angeschlossenen Bildschirme legen aktuelle Kernel-Versionen noch eine kleine Pause ein, die den Sperrfunktionen des Grafikstacks geschuldet ist. Mit dem aktuellen Kernel soll damit Schluss sein. Das soll auch die Zusammenarbeit mit dem Compositing Manager verbessern.

Von Aaron Plattner stammt weiterer Quellcode für die Hybrid-Grafik-Unterstützung durch den Linux-Kernel. Seine Patches sorgen für eine gemeinsame und deshalb effizientere Nutzung des Arbeitsspeichers durch mehrere Grafikkarten. Diese Prime/Buf-Helpers erlauben die Nutzung proprietären Codes, weshalb bereits die aktuelle Beta des Nvidia-Treibers diese Schnittstelle verwendet.

Der Nouveau-Treiber für Nvidia-Chipsätze und der Treiber für Grafikkarten von Intel können es schon lange, jetzt haben die Entwickler auch für den freien Radeon-Treiber für AMD-Chips von User-Space-Settings auf die Kernel-Mode-Settings (KMS) umgestellt. Aktuelle Oland- und die kommenden Richland-Chipsätze von AMD werden vom aktuellen Linux-Kernel 3.9 unterstützt.

Der Treiber für die Grafikchips in den OMAP-SoCs von Texas Instruments gilt nicht mehr als experimentell. Er wurde zudem um die Unterstützung für aktuelle OMAP-5-Chips erweitert. Außerdem wurde das Power Management für die SoCs verbessert.

Raid 5/6 für Btrfs

Das weiterhin als experimentell eingestufte Dateisystem Btrfs erhält die Unterstützung für Raid 5 und 6. Bisher konnte Btrfs mit Raid 0 und 1 umgehen, ohne auf die Dm-Raid angewiesen zu sein. Damit kann Btrfs Daten bei einem Datenträgerwechsel schneller wiederherstellen, da es direkt mit dem Datenträger kommunizieren kann. Die Änderungen ermöglichen beispielsweise das Restaurieren von Teilbereichen des Dateisystems, was mit Dm-Raid nicht möglich ist. Von mehreren Btrfs-Snapshots gemeinsam genutzte Daten werden bei der Defragmentierung nicht mehr aufgeteilt, was Speicherplatz spart. Zudem wurde Fsync im Dateisystem nochmals überarbeitet und verbessert.

Der Device Mapper des Linux-Kernels, mit dem virtuelle, blockorientierte Geräte erzeugt werden können, erhält mit Dm-Cache die Möglichkeit, den Datenpuffer auf einen schnelleren Datenträger auszulagern, etwa einer SSD.

Das bereits in Linux 3.8 eingeführte Flash-Friendly File-System (F2FS) von Samsung für Flash-Speicher erhielt eine Reihe von Korrekturen und Erweiterungen. F2FS basiert auf einem Log-Structured File System (LFS), soll aber die Nachteile eines solchen Ansatzes - Schneeballeffekte, Wandering-Trees und hohen Aufwand für Aufräumarbeiten - ausgleichen. Außerdem unterstützt F2FS Parameter zum Umgang mit den Eigenheiten von Flash-Speicher, beispielsweise zur Festlegung von On-Disk-Layouts und der Auswahl von Aufräumalgorithmen. F2FS gilt aber immer noch als experimentell.

Der Libata-Treiber des Linux-Kernels kommt jetzt mit Zero-Power Optical Device Drives (ZPODD) zurecht und kann damit diese optischen Laufwerke vollkommen ausschalten, wenn dort kein Medium eingelegt ist. Außerdem wurden die Latenzzeiten verringert, die durch die Stable Pages entstehen, jene Daten, die der Kernel zum Schreiben auf Datenträger zwischenspeichert.

Mehr Leistung 

teleborian 17. Mai 2013

Kann man den nicht die Unterschiede über ein extra Treibermodul anpassen? Dann müsste man...

zilti 29. Apr 2013

Scheinbar auch von Plasma Active/Mer.

robinx999 29. Apr 2013

Hi, mal eine Frage gibt es zum Thema DM-Cache eigentlich schon Wiki Einträge...

Slark 29. Apr 2013

Die Linux-Versionen haben wirklich Code-Namen im obersten Makefile. Du solltest Linus...

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