Abo
  • Services:
Anzeige
Johannes Loxen sieht in der Abkehr einzelner Behörden von OSS keinen Grund zur Panik.
Johannes Loxen sieht in der Abkehr einzelner Behörden von OSS keinen Grund zur Panik. (Bild: Christian Schmidt-David/Golem.de)

Linux in Unternehmen: "Die Zeit der Grabenkämpfe ist vorbei"

Johannes Loxen sieht in der Abkehr einzelner Behörden von OSS keinen Grund zur Panik.
Johannes Loxen sieht in der Abkehr einzelner Behörden von OSS keinen Grund zur Panik. (Bild: Christian Schmidt-David/Golem.de)

Open Source muss sich als Konzept nicht mehr behaupten, sagt Johannes Loxen auf dem Linuxtag 2012. Stattdessen müssen sich OSS-Projekte jetzt den üblichen Marktmechanismen stellen - und damit rechnen, dass proprietäre Software für Kunden manchmal die bessere Lösung ist.

Open Source hat sich längst etabliert. Es stellt sich nicht mehr die Frage, ob Open-Source-Software (OSS) aus rein ideologischen Gründen besser ist als proprietäre Software. Für Unternehmen spielen diese Argumente längst keine Rolle mehr. Sie interessiert lediglich eins: Funktioniert die Software und wie viel kostet sie? Das sagte Johannes Loxen von der Firma Sernet im Interview mit Golem.de. Sernet bietet seinen Kunden Dienstleitungen zu OSS, darunter auch für Samba. Loxen ist Vorsitzender des Arbeitskreises OSS beim Bitkom.

Anzeige

OSS-Projekte müssen sich den ganz normalen Marktmechanisem anpassen, sagte Loxen. Beispielsweise sei die Einstellung: "Wir veröffentlichen unsere Software, wenn sie fertig ist" für Unternehmen nicht tragbar. Das bestätigte auch Entwickler Klaas Freitag vom Owncloud-Projekt. Nur mit regelmäßigen Veröffentlichungen und der Implementierung von neuen Funktionen würde die Alternative zu Dropbox und Co. im Wettbewerb bestehen.

Kein Grund zur Panik

Für Loxen ist die Abkehr von Behörden von Open-Source-Lösungen nachvollziehbar, etwa die Entscheidung des Auswärtigen Amtes vor gut einem Jahr, wieder auf die Windows-Plattform zu setzen oder zuletzt die der Stadt Freiburg, statt Openoffice die Bürosoftware von Microsoft zu nutzen. Open Source müsse im freien Markt mit solchen Rückschlägen rechnen, sagte Loxen. Für die Open-Source-Welt "gibt es aber keinen Grund zur Panik." Und schon gar keinen Grund, die alten Grabenkämpfe wieder zu beginnen.

Markus Beckedahl von Netzpolitik.org beklagt jedoch, dass die Verbreitung von Linux in Behörden auf dem gleichen Stand sei wie vor fünf Jahren. Ein Grund dafür sei die mangelnde Unterstützung für offene Standards. Tatsächlich war das eines der Hauptargumente für das Auswärtige Amt, wieder zu Lösungen von Microsoft zu migrieren. Denn Mitarbeiter beklagten damals Schwierigkeiten beim Austausch von Dokumenten mit anderen Ministerien.

Wer nur aufs Geld sieht, scheitert

Der Projektleiter von Limux in München, Peter Hofmann, sagte auf dem Linuxtag, die reinen Migrationskosten lägen bei etwa 12 Millionen Euro, ohne die Entwicklungskosten für später benötigte Software. Bislang setzten vor allem kleinere Verwaltungseinheiten auf die Migration zu OSS. Projekte, die nur aus Kostengründen migrierten, scheiterten eher. Aber auch die Stadtverwaltung in München beklagt die mangelnde Unterstützung für freie Formate.

Freie Lizenzen spielten aber keine entscheidende Rolle, sagte Loxen, sie interessiere Kunden nur nebenbei. Viel wichtiger seien grundsätzliche Entscheidungen wie Kosten und Funktionalität. Das bestätigte auch Hofmann, der sagte, Linux sei nur ein Weg zum Ziel, etwa einer einfacheren Softwareverwaltung und Administration.

Benutzer sind auch Kunden

OSS-Entwickler müssten sich bewusst werden, dass ihre Software ab einem gewissen Grad der Verbreitung auch von Kunden genutzt wird, die bestimmte Qualitätsanforderungen hätten. Dazu gehörten eben auch Dokumentation und Support, sagte Loxen.

Unternehmenskunden rechnen bei ihren Anschaffungen über einen größeren Zeitraum. In vielen Fällen sind dann Open-Source-Anwendungen, die mit einem Abo für Support vertrieben werden, nicht die kostengünstigere Lösung.


eye home zur Startseite
Seitan-Sushi-Fan 25. Mai 2012

Na und? Die ISO ist nicht das einzige Standardisierungsgremium der Welt. OASIS ist auch...

DY 25. Mai 2012

Klar, es geht darum die Verhandlungsposition zu stärken, um Geld zu sparen.

detructor15 24. Mai 2012

...wieso 'wieder zu beginnen'? Die haben nie aufgehört...

delaytime0 24. Mai 2012

Genau da liegt der Fehler in Ihren Ansichten. Es gibt eigens Unternehmen, die nichts...

delaytime0 24. Mai 2012

Ob die Distries hier als Dienstleister gelten sollten, möchte ich mal in Frage stellen...


Dirks Logbuch / 26. Mai 2012

Open Source in Unternehmen ...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Giesecke & Devrient 3S GmbH, München
  2. AWO München-Stadt, München-Haidhausen
  3. zooplus AG, München
  4. T-Systems International GmbH, Leinfelden-Echterdingen


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 149,99€
  2. 49,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  3. 134,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Keysniffer

    Millionen kabellose Tastaturen senden Daten im Klartext

  2. Here WeGo

    Here Maps kommt mit neuem Namen und neuen Funktionen

  3. Mesuit

    Chinesischer Hersteller bietet Android-Hülle für iPhones an

  4. Pokémon Go

    Pikachu versus Bundeswehr

  5. Smartphones

    Erste Chips mit 10-nm-Technik sind bei den Herstellern

  6. Nintendo

    Wii U findet kaum noch Käufer

  7. BKA-Statistik

    Darknet und Dunkelfelder helfen Cyberkriminellen

  8. Ticwatch 2

    Android-Wear-kompatible Smartwatch in 10 Minuten finanziert

  9. Hardware und Software

    Facebook legt 360-Grad-Kamera offen

  10. Licht

    Osram verkauft sein LED-Geschäft nach China



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Elementary OS Loki im Test: Hübsch und einfach kann auch kompliziert sein
Elementary OS Loki im Test
Hübsch und einfach kann auch kompliziert sein
  1. Linux-Distribution Ubuntu diskutiert Ende der 32-Bit-Unterstützung
  2. Dells XPS 13 mit Ubuntu im Test Endlich ein Top-Notebook mit Linux!
  3. Aquaris M10 Ubuntu Edition im Test Ubuntu versaut noch jedes Tablet

Wolkenkratzer: Wer will schon 2.900 Stufen steigen?
Wolkenkratzer
Wer will schon 2.900 Stufen steigen?
  1. Hafen Die Schauerleute von heute sind riesig und automatisch
  2. Bahn Siemens verbessert Internet im Zug mit Funklochfenstern
  3. Fraunhofer-Institut Rekord mit Multi-Gigabit-Funk über 37 Kilometer

Festplatten mit Flash-Cache: Das Konzept der SSHD ist gescheitert
Festplatten mit Flash-Cache
Das Konzept der SSHD ist gescheitert
  1. Ironwolf, Skyhawk und Barracuda Drei neue 10-TByte-Modelle von Seagate
  2. 3PAR-Systeme HPE kündigt 7,68- und 15,36-TByte-SSDs an
  3. NVM Express und U.2 Supermicro gibt SATA- und SAS-SSDs bald auf

  1. Re: 10nm was genau?

    Sarkastius | 02:55

  2. ENDLICH!!!

    Cyber | 02:54

  3. Datensparsamkeit ist für MS wohl ein Fremdwort

    Cyber | 02:51

  4. Re: Ich bete, dass das nicht stimmt ...

    Seitan-Sushi-Fan | 02:48

  5. Es wäre nur noch interessant zu wissen...

    bla | 02:07


  1. 19:16

  2. 17:37

  3. 16:32

  4. 16:13

  5. 15:54

  6. 15:31

  7. 15:14

  8. 14:56


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel