Linus Torvalds "Wir haben uns Android zu Unrecht verweigert"

Der Linux-Vater Linus Torvalds hat den Streit zwischen den Kernel- und Android-Entwicklern für beendet erklärt. Die Kernel-Entwickler hätten sich teils zu Unrecht gegen den von Google angepassten Android-Code gewehrt.

Anzeige

Vielleicht lag es am Jetlag. Auf dem Gipfeltreffen der Kernel-Entwickler gab sich Linus Torvalds ungewohnt versöhnlich. Er erklärte den Streit mit den Android-Entwicklern für beendet. Torvalds stellte sich zusammen mit Dirk Hohndel von Intel auf der Linuxcon Europe 2012 in Barcelona den Fragen der Zuschauer und sprach auch im Allgemeinen über die Entwicklung des Linux-Kernels.

"Ihr hattet recht und wir nehmen unsere Kritik zurück," sagte Torvalds zu den Android-Entwicklern bei Google. "Wenn eure Kernel-Version auf Millionen von Geräten weltweit läuft, dann habt ihr ja was richtig gemacht."

Android-Streit nichts Neues

Der nun von ihm selbst beendete Streit habe ihn an den erinnert, der vor mehr als zehn Jahren zwischen den Linux-Entwicklern und Red Hat oder Suse stattfand, sagte Torvalds. Damals wie heute hätten sich einige Linux-Hacker gegen Vorschläge und Änderungen gewehrt, die von den externen Entwicklern eingereicht worden seien. Die Android-Anpassungen seien sinnvoll, sagte Torvalds, und sie würden auch in den Kernel übernommen. Denn Google habe ja pflichtgemäß den Code offengelegt. Die Integration des Codes könne aber noch etwas dauern.

Er sei generell mit der Entwicklung des Linux-Kernels für Embedded-Systeme sehr zufrieden. Vor allem die ARM-Entwickler hätten in den vergangenen zwei Jahren außergewöhnliche Leistungen erbracht.

Das Beste ist die Community

Die Entwicklung für Embedded-Geräte komme auch deshalb so gut voran, weil die Kernel-Entwickler sie leichter besorgen könnten. Außerdem sei er erstaunt, wie viele freiwillige Entwickler immer wieder selbst den Linux-Kernel auf irgendwelchen obskuren Geräten zum Laufen brächten und den Code dann an die Kernel-Entwickler weitergeben.

Dennoch fehle es den Kernel-Hackern oftmals an Hardware für Experimente. Sie seien deshalb auf die Hilfe derer angewiesen, die solche Geräte betrieben. Das gelte aber nicht nur für Embedded-Geräte, sondern auch für Supercomputer. Das lasse sich aber kaum ändern, sagte Torvalds auf eine Zuschauerfrage.

Es sei eine der großen Errungenschaften des Linux-Projekts, eine so aktive und produktive Community um sich zu scharen. Auch um die Zukunft des Linux-Kernels ohne ihn mache er sich keine Sorgen. Es gebe viele junge Entwickler, die nachrückten. Er bedauere, dass es nicht mehr Frauen gebe, die am Linux-Kernel mitarbeiten, sagte Torvalds. Das sei aber generell in der Computertechnik ein Problem.

Änderungen werden nur übernommen, wenn sie fertig sind

Die Entwicklung des Kernels ist darauf ausgerichtet, dass Neuigkeiten nur dann übernommen werden, wenn sie fertig sind. Das erleichtere nicht nur seine Arbeit, sondern auch die der Entwickler. Es gebe demnach auch keine langfristigen Pläne für den Linux-Kernel, antwortete Torvalds auf Hohndels Frage.

In den nächsten Monaten werde sich die Kernel-Entwicklung auf 64-Bit-ARM konzentrieren. Außerdem werden sich die Entwickler weiter um die Energieeffizienz von Linux kümmern. Inzwischen gebe es mehr Möglichkeiten, den Kernel in dieser Hinsicht zu debuggen.

Einen kleinen Seitenhieb auf die Hardwarehersteller konnte sich Torvalds aber nicht verkneifen. Mit einigen sei die Zusammenarbeit einfach schwierig, sagte er grinsend.


zilti 08. Nov 2012

Laut meiner persönlichen Erfahrung funktioniert das auch mit Avast. IRQ_NO_LESS_OR_EQUAL...

Jolla 08. Nov 2012

Öh, ja wenn man das aus dem Zusammenhang reisst: "Würde Torvalds in gleicher Position...

meshuggah 08. Nov 2012

BULLSHIT-ALERT *** BULLSHIT-ALERT :D

S4bre 08. Nov 2012

Der Zugzwang funktionierende Produkte auf den Markt zu bringen und professionelle...

Thaodan 08. Nov 2012

Der AMD Treiber ist immer Jahre hinterher was die Xorg Version angeht (gibt mittlerweile...

Kommentieren




Anzeige
  1. Systemadministrator/in SharePoint
    Erzbistum Köln Generalvikariat, Köln
  2. Software-Entwickler (m/w) Windows embedded Systeme
    TRUMPF GmbH & Co. KG, Ditzingen bei Stuttgart
  3. Teamleiter User Experience & Analytics (m/w)
    PAYBACK GmbH, München
  4. Ingenieur/in für den Bereich Softwarelogistik Automotive
    ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. MQ-4C Triton

    Aufklärungsdrohne der US-Marine fliegt zum ersten Mal

  2. Temash, Kabini, Richland

    AMDs mobile APUs von 4 bis 35 Watt sind da

  3. Xbox One

    Hauseigene Halo-Konkurrenz und neues Altes von Rage

  4. Quantified Self

    Alkoholmessgerät für das Smartphone

  5. Kim Dotcom

    "Google, Facebook, Twitter verletzen mein Patent"

  6. Samsung

    10 Millionen Galaxy S4 in weniger als einem Monat verkauft

  7. Innodisk

    Winzige NanoSSD erreicht 480 MByte/s

  8. München

    Limux bleibt technisch anspruchsvoll

  9. Android

    Updates für Google Drive und Chrome

  10. KDE Plasma Workspaces

    4.11 wird letzte Version vor Qt5-Wechsel



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Google: Chrome 27 lädt Webseiten schneller
Google
Chrome 27 lädt Webseiten schneller

Googles Browser Chrome ist in der stabilen Version 27 erschienen. Diese soll Webseiten im Durchschnitt rund 5 Prozent schneller herunterladen. Möglich macht das ein neuer Scheduler.

  1. Browser Offline-Cache für Chrome
  2. Notizzetteldienst Inoffizielles Plugin macht Google Keep nützlicher
  3. Google Chrome bekommt Unterstützung für veraltete Browser

Google-Smartphone: Galaxy S4 mit purem Android wird nur in den USA verkauft
Google-Smartphone
Galaxy S4 mit purem Android wird nur in den USA verkauft

Das von Google angekündigte Galaxy S4 mit purem Android wird ausschließlich in den USA verkauft. Google hat derzeit keine Pläne, das Samsung-Smartphone in anderen Regionen anzubieten.

  1. Samsung Mehr als 10 Millionen Galaxy S4 in Rekordzeit verkauft
  2. Smartphone Google bringt Galaxy S4 mit purem Android
  3. iFixit Galaxy S4 bekommt gute Noten

Curvace: Künstliches Insektenauge mit 180-Grad-Sicht
Curvace
Künstliches Insektenauge mit 180-Grad-Sicht

Forscher haben ein künstliches Insektenauge entwickelt, das aus vielen kleinen Kameras besteht. Damit wird ein Sichtfeld von 180 Grad abgedeckt. Da es nur 1 mm dick ist, lässt es sich leicht biegen.

  1. Lumix LF1 Panasonic mit lichtstarker WLAN-Kamera für Enthusiasten
  2. Sony DSC-HX50 30fach-Zoomkamera mit 272 Gramm Gewicht
  3. Sony Hund als Action-Kameramann

Zum Artikel