Linus Torvalds: Open Source ist was für Egoisten
Linus Torvalds spricht über Vertrauen und Eigennutz bei der Softwareentwicklung. (Bild: Technology Academy Finland)

Linus Torvalds Open Source ist was für Egoisten

Der Erfolg von Open-Source-Software, erklärt Linus Torvalds, entstehe durch Eigennutz und Vertrauen. Es gehe nicht darum, die Gesellschaft zu verbessern.

Anzeige

Das Konzept von Open-Source-Software erlaube Menschen, egoistisch zu handeln, sagt Linux-Erfinder und -Chefentwickler Linus Torvalds in einem Interview mit der BBC. Es gehe nicht darum, jeden dazu zu bewegen, zum gesellschaftlichen Gemeinwohl beizutragen. Damit distanziert sich Torvalds erneut von den Zielen der Free-Software-Bewegung.

Den egoistischen Nutzen beschreibt Torvalds in dem Interview allerdings nicht als "finanzielles Interesse". Der Egoismus bestehe vielmehr darin, mit einem System oder Hardware herumfrickeln zu können, etwa einfach neue Funktionen zu implementieren.

Firmen sollten beitragen

Torvalds sagt auch, dass Firmen ein großes Eigeninteresse haben sollten, Code beizutragen, etwa zu Linux. Denn Unternehmen könnten dadurch Projekte in eine Richtung bewegen. Zudem erlangten sie durch die Mitwirkung am Projekt Kenntnisse, die Wettbewerber nicht haben könnten. "Man kann sich nicht auf der Arbeit anderer ausruhen."

Diesen Punkt hätten Firmen begriffen, als der Begriff Open Source jene von freier Software ablöste. Dadurch sei klar geworden, dass es sich bei diesen Projekten nicht um "wirtschaftsfeindliche Bemühungen" handelte.

Vertrauen beruht auf Gegenseitigkeit

Mit mehreren tausend Programmierern sei die Entwicklung des Linux-Kernels selbst für ihn zu komplex, um sie zu überschauen, sagte Torvalds. Deshalb müsse er auch seinem Sub-Maintainer vertrauen können. Das heiße für ihn zu wissen, dass niemand versuche, ihn "komplett zu bescheißen", auch wenn die Diskussionen teils hitzig seien.

Andersherum müsse jeder Torvalds vertrauen können, um davon ausgehen zu können, dass er niemanden bevorzuge, insbesondere keine Firmen. Deshalb habe er auch erst mit seiner Anstellung bei der Linux Foundation angefangen, hauptberuflich an Linux zu arbeiten. Sein Vertrag sehe außerdem explizit vor, dass sein Arbeitgeber ihm keine Vorgaben bei der Entwicklung machen könne.

Raspberry Pi zum Basteln

Schließlich sagt Torvalds, dass zur weiten Verbreitung von Linux auf dem Desktop die Software vorinstalliert sein müsse. Mit Blick auf die Chromebox und Chromebooks von Google sei er auch hoffnungsvoll, dass der Marktanteil im Desktopbereich steigen werde.

Auch finde er Bemühungen wie das Raspberry Pi wichtig. Durch das Herumspielen mit den Geräten würden vielleicht Kinder erreicht, die ohne die "zum Wegwerfen billigen Geräte" nie mit Computern oder Programmierung in Berührung gekommen wären.


Ass Bestos 24. Aug 2012

genau, opa heinz würde davon gar nichts mitbekommen ob es über wine läuft oder nativ...

SSD 04. Jul 2012

1.) Im Video kommt aber nicht vor, dass dafür alle anderen Steuern gestrichen werden :O...

lottikarotti 18. Jun 2012

Und ich habe nicht behauptet, dass das jemand bestritten hat, sondern lediglich seine...

Ass Bestos 14. Jun 2012

was ja auch stimmt :-P ;-)

Kasoki 13. Jun 2012

Ist es denn so schwer die Definitionen richtig zu verwenden? Eine Firma ist kein...

Kommentieren



Anzeige

  1. Praxisorientierte Promotion
    Horváth & Partners Management Consultants, Bayreuth
  2. SAP ABAP Entwickler/in
    Manß & Partner GmbH, Wermelskirchen
  3. IT-Support-Mitarbeiter (m/w) Finanzen
    BRZ Deutschland GmbH, Nürnberg, Leipzig
  4. Entwicklungsingenieur (m/w)
    Imago Technologies GmbH, Friedberg bei Frankfurt am Main

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Viewsonic

    Gaming-Monitor mit 144 Hz Bildfrequenz

  2. Basis Peak

    Vier Tage schwitzen mit Intels Fitness-Smartwatch

  3. In eigener Sache

    Golem.de offline und unplugged

  4. Arduino

    Neue Details zum 3D-Drucker Materia 101

  5. Microsoft-Handy

    Nokia 130 mit langer Akkulaufzeit für 29 Euro

  6. Jolt

    Schnurloses Laden für die Gopro

  7. Smartwatch

    Pebble senkt die Preise

  8. Überhitzungsgefahr

    Rückruf für Amazon-Basics-Ladeteil

  9. Gapgate

    Spalt im Samsung Galaxy Note 4 ist gewollt

  10. 100-Millionen-Dollar-Datenklau

    Hacker wegen Software-Diebstahls angeklagt



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Deutsche Telekom: 300.000 von Umstellung auf VoIP oder Kündigung betroffen
Deutsche Telekom
300.000 von Umstellung auf VoIP oder Kündigung betroffen
  1. Deutsche Telekom Umstellung auf VoIP oder Kündigung
  2. Entlassungen Telekom verkleinert Online-Innovationsabteilung stark
  3. Mobile Encryption App angeschaut Telekom verschlüsselt Telefonie

Nicholas Carr: Automatisierung macht uns das Leben schwer
Nicholas Carr
Automatisierung macht uns das Leben schwer
  1. HP Proliant m400 Moonshot-Microserver mit 64-Bit-ARM-Prozessoren
  2. Entwicklung vorerst eingestellt Notebooks mit Touch-Displays sind nicht gefragt
  3. Computerchip IBM stellt künstliches Gehirn vor

Bash-Lücke: Die Hintergründe zu Shellshock
Bash-Lücke
Die Hintergründe zu Shellshock
  1. OS X Apple liefert Patch für Shellshock
  2. Shellshock Immer mehr Lücken in Bash
  3. Linux-Shell Bash-Sicherheitslücke ermöglicht Codeausführung auf Servern

    •  / 
    Zum Artikel