Lieferheld gegen Lieferando: DoS-Attacken im Konkurrenzkampf zwischen Pizzaplattformen
(Bild: Rodger Bosch/AFP/Getty Images)

Lieferheld gegen Lieferando DoS-Attacken im Konkurrenzkampf zwischen Pizzaplattformen

Das Landeskriminalamt hat die Büroräume von Lieferheld.de wegen einer Anzeige von Lieferando durchsuchen lassen. Lieferheld weist die Vorwürfe zurück. Zwischen den Metasuchmaschinen für Essenslieferungen läuft eine erbitterte Auseinandersetzung.

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Lieferheld.de soll seinen Konkurrenten Lieferando mit DoS-Attacken lahmgelegt haben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner Printausgabe. Danach sollen im vorigen Jahr wiederholt die Server von Lieferando stundenlang gezielt überlastet worden sein. Der Angreifer hätte sich zudem an einem Sonntag im Dezember 2011 in den Mitgliederbereich eingeloggt und dort rechenintensive Vorgänge ausgelöst. Die Server gingen offline.

Lieferandos IT-Experten wollten die Attacke bis auf einen von Lieferheld angemieteten Server zurückverfolgt haben, erklärte Firmenchef Christoph Gerber dem Spiegel. Gegen die vier Lieferheld-Geschäftsführer wird jetzt wegen Computersabotage ermittelt. Das Landeskriminalamt nahm Ermittlungen auf und durchsuchte in der vergangenen Woche die Büroräume von Lieferheld.

Lieferando-Mitbegründer und Geschäftsführer Jörg Gerbig sagte: "Uns ist mit diesen Attacken auf unsere Webseite erheblicher Schaden entstanden und wir mussten enorme Anstrengungen unternehmen, um diesen zu bereinigen. Es ist erschreckend, dass es von einem Mitbewerber anscheinend für nötig empfunden wird, zu solch unlauteren Mitteln zu greifen und somit zusätzlich auch dem Ruf der gesamten Branche zu schaden."

Lieferheld-Geschäftsführer Fabian Siegel hat die Vorwürfe im Spiegel als falsch zurückgewiesen. Die Plattform des Konkurrenten sei mit Crawlern durchsucht worden, die Postleitzahlen eingaben und die angezeigte Trefferliste aus Restaurants und Gerichten abzählten, um die Menge der Angebote des Konkurrenten zu prüfen.

Lieferheld gegen Lieferando: Millionen im Spiel

Zwischen Lieferheld, Lieferando und Pizza.de gibt es diverse juristische Auseinandersetzungen mit Abmahnungen und Klagen, meist um die Zahl der gelisteten Restaurants und Angebote der Lieferdienstvermittler.

Das Geschäftsmodell basiert auf Provisionszahlungen an den Essensbestellungen. Dabei ist viel Geld im Spiel: Die Lieferheld-Muttergesellschaft Delivery Hero hat erst kürzlich 25 Millionen Euro von Investoren erhalten und für Übernahmen im Ausland eingesetzt. Geldgeber sind Point Nine Capital, Tengelmann Beteiligungsgesellschaft, Holtzbrinck Ventures, Hasso Plattner Ventures, Ru-Net und Kite Ventures.

Lieferando hatte im Juli 2011 eine neue Finanzierungsrunde abgeschlossen und damit seit Firmengründung Kapital in Höhe von rund sechs Millionen Euro aufgenommen. Neben den früheren Gesellschaftern Dumont Venture, Moraún, Mountain Super Angel und Rheingau Ventures wurde der Kreis der Investoren um die KfW-Bankengruppe sowie zwei weitere Privatinvestoren aus dem Umfeld der Mountain-Partners Group erweitert.


peterweisswas 30. Apr 2012

Es sind echt krasse Dimensionen, die der Berliner Pizzakrieg angenommen hat. Vielleicht...

Hu5eL 25. Apr 2012

Warum nicht einfach anrufen - spart deinem Lieblingslieferservice sogar Geld für die...

Sharra 25. Apr 2012

9,5-12% Provision für das Auflisten auf einer Seite, und einer popeligen...

Sharra 25. Apr 2012

Ich wollts auch grade sagen. Wenn ich einen Server betreibe, der von tausenden von Usern...

atlasLRM 24. Apr 2012

oder PETA, weil auf manchen Pizzen Fleisch ist...

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