Abo
  • Services:
Anzeige
Amazon-Fresh-Lieferwagen in Los Angeles
Amazon-Fresh-Lieferwagen in Los Angeles (Bild: Jonathan Alcorn/Reuters)

Lieferdienste: "80 Prozent der Lebensmittel werden wir online bestellen"

Der IT-Forscher Antonio Krüger rechnet fest damit: Nur für frische Waren gehen wir künftig in den Supermarkt. Bis zur autonomen Einkaufsliste sei es nicht mehr weit.

Antonio Krüger ist Professor für Informatik an der Universität des Saarlandes. Sein Team entwickelt Computersysteme, die in Zukunft Kunden und Verkäufer im Ladengeschäft unterstützen könnten.

Zeit Online: Herr Krüger, Sie sind Leiter im Innovative Retail Laboratory des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, einem Testgelände für Innovationen im Supermarkt. Wo kaufen Sie Ihre Lebensmittel ein?

Anzeige

Antonio Krüger: Eigentlich ganz normal in einem Geschäft.

Zeit Online: Und wie lange noch?

Krüger: Ich habe längere Zeit in der Woche eine Kiste Gemüse vom Bauernhof bekommen, darauf konnte ich mich gut einstellen. Im Moment ist mir das Lieferangebot des Onlinehandels aber einfach zu unflexibel. Aber das kann sich ändern.

Zeit Online: Amazon zeigt mit dem Dash-Button im kleinen Rahmen, wie unser Einkauf bald funktionieren könnte. Der Konzern setzt auf die Bequemlichkeit seiner Kunden. Hat er damit Erfolg?

Krüger: Die Bequemlichkeit des Menschen ist nicht zu unterschätzen. Im Fall des Dash-Buttons muss der Benutzer das Waschmittel aber selbst nachbestellen. Noch praktischer wäre es, wenn der Dash-Button von selbst merkt, dass das Waschmittel leer ist. Wenn das funktioniert, wird das sicher ein Erfolg.

Zeit Online: Wagen wir einen Blick in die Zukunft. Wie sieht mein Einkauf in 30 Jahren aus?

Krüger: Wir werden Abodienste haben, von denen wir 80 Prozent unserer Lebensmittel geliefert bekommen. Der Rest wird Qualitätseinkauf sein, zum Beispiel auf dem Markt oder in Supermärkten, die sich auf Frische spezialisieren. Fertigprodukte werden direkt im Markt hergestellt, manche Gemüsearten vielleicht sogar vor Ort angebaut. Die Läden werden auch kleiner sein, noch wahrscheinlicher sind Hallen, die wie französische Märkte organisiert sind. Der Trend zur Frische ist schon da: Das Angebot an frischem Fleisch und Käse ist heute viel größer als noch vor zehn Jahren.

Zeit Online: Aber wer will schon jede Woche im Abo das Gleiche bestellen?

Krüger: Man bräuchte eine dynamische Einkaufsliste. Das System misst den Bedarf und sagt jede Woche aufgrund seiner Erfahrung voraus, was man braucht. Oder das System schlägt eine wöchentliche Einkaufsliste vor, die dann bis auf wenige Änderungen abgesegnet werden kann. Die Frage der Zukunft ist, wie gut der Algorithmus dahinter funktioniert.

Zeit Online: Wenn ich alles bequem online bestellen kann, wieso sollte ich dann überhaupt in einem Laden einkaufen?

Krüger: Der Onlinehandel hat zwar großes Potenzial für Lebensmittel des täglichen Bedarfs. Aber manchmal wollen Sie ja eine Delikatesse haben, einen guten Fisch zum Beispiel. Da ist der Aufwand, in einen gut sortierten Fischhandel zu gehen, nicht größer als im Internet zu recherchieren. Im Internet kann Ihnen niemand Qualität garantieren. Je spezialisierter das Lebensmittel, umso wahrscheinlicher ist es, dass Sie es im stationären Handel kaufen.

Zeit Online: Und was dürfen wir in den nächsten zehn Jahren erwarten?

Krüger: Zunächst wird man der Verschwendung von Lebensmitteln vorbeugen müssen, weil mit mehr Frische auch das Risiko steigt, dass Sachen verderben. Im Moment muss der Marktleiter selber entscheiden, wann und ob er die Preise zum Beispiel für Bananen mit braunen Flecken senkt. Ein Computersystem könnte Abhilfe schaffen: Es weiß, was dringend verkauft werden muss und senkt automatisch die Preise. Das geht dank elektronischer Preisschilder, wie Rewe sie zum Beispiel schon nutzt.

Höhere Preise und mehr Datenklau 

eye home zur Startseite
DrWatson 05. Okt 2016

Wie willst du sowas sonst rechnen? Mir fällt kein Grund ein, warum Freizeit weniger Wert...

Peter Brülls 05. Okt 2016

Da sehe ich ehrlich gesagt das geringste Problem. Faules Obst kriege ich auch beim...

HûntStârJonny 21. Sep 2016

wäre da voll dabei, Straßen dann bitte abschaffen, in die Arbeit(falls kein Home-office...

Kleba 15. Sep 2016

Da hab ich auch schon dran gedackt. Die Hoffnung war, dass es eine passable und...

flow77 15. Sep 2016

Sofern man saisonal/regional kaufen möchte gibt es mittlerweile wohl in so gut wie jeder...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. dtms GmbH, Mainz
  2. Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Feuerbach
  3. soccerwatch.TV, Essen (Home-Office möglich)
  4. über Ratbacher GmbH, Raum Karlsruhe


Anzeige
Top-Angebote
  1. 5,00€ inkl. Versand über Saturn
  2. 5,00€ inkl. Versand über Saturn
  3. 329,00€

Folgen Sie uns
       


  1. 5G

    Verizon soll versuchen, Comcast oder Charter zu kaufen

  2. DRAM und Flash

    Toshiba könnte sein Speichergeschäft an WD verkaufen

  3. Satellitennavigation

    Galileo gehen die Uhren aus

  4. Shield TV (2017) im Test

    Nvidias sonderbare Neuauflage

  5. Zenimax

    Mark Zuckerberg verteidigt Macher von VR-Brille bei Gericht

  6. Statt Begnadigung

    Snowdens Aufenthalt in Russland verlängert

  7. FAA

    Drohnenbetreiber muss 200.000 US-Dollar Geldstrafe zahlen

  8. Breath of the Wild

    Zelda bietet auf Switch bessere Auflösung und Sounds

  9. Android Wear 2.0

    Neue Tag-Heuer-Smartwatch soll im Mai 2017 erscheinen

  10. FTC

    Qualcomm soll Apple zu Exklusivvertrag gezwungen haben



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Nintendo Switch im Hands on: Die Rückkehr der Fuchtel-Ritter
Nintendo Switch im Hands on
Die Rückkehr der Fuchtel-Ritter
  1. Nintendo Switch Eltern bekommen totale Kontrolle per App
  2. Nintendo Switch erscheint am 3. März
  3. Nintendo Switch Drei Stunden Mobilnutzung und 32 GByte interner Speicher

Autonomes Fahren: Laserscanner für den Massenmarkt kommen
Autonomes Fahren
Laserscanner für den Massenmarkt kommen
  1. BMW Autonome Autos sollen mehr miteinander quatschen
  2. Nissan Leaf Autonome Elektroautos rollen ab Februar auf Londons Straßen
  3. Autonomes Fahren Neodriven fährt autonom wie Geohot

Reverse Engineering: Mehr Spaß mit Amazons Dash-Button
Reverse Engineering
Mehr Spaß mit Amazons Dash-Button

  1. Re: Mmmmh, 30 FPS

    Z101 | 13:01

  2. Sabotage

    Magroll | 12:59

  3. Re: 4K & 60 FPS Streaming getestet?

    ms (Golem.de) | 12:59

  4. Re: Wieso?

    Oktavian | 12:59

  5. Re: Transfeindlichkeit hier im Forum

    Natanji | 12:58


  1. 13:01

  2. 12:46

  3. 12:31

  4. 12:10

  5. 11:54

  6. 11:36

  7. 11:26

  8. 11:11


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel