Anzeige
3D-Druck-Waffe Liberator: Menschen dabei helfen, zu fragen, wie sie die Welt haben wollen
3D-Druck-Waffe Liberator: Menschen dabei helfen, zu fragen, wie sie die Welt haben wollen (Bild: Robert MacPherson/AFP/Getty Images)

Liberator: 3D-Druck-Waffe wird Museumsstück

3D-Druck-Waffe Liberator: Menschen dabei helfen, zu fragen, wie sie die Welt haben wollen
3D-Druck-Waffe Liberator: Menschen dabei helfen, zu fragen, wie sie die Welt haben wollen (Bild: Robert MacPherson/AFP/Getty Images)

Das Victoria and Albert Museum hat mehrere 3D-Druck-Waffen vom Typ Liberator erworben und will sie ausstellen, um über 3D-Druck zu informieren. Aus juristischen Gründen zeigt das ehrwürdige Londoner Kunstgewerbemuseum aber keine Originale.

Anzeige

Liberator, die umstrittene Handfeuerwaffe aus dem 3D-Drucker, kommt zu musealen Ehren: Das Victoria and Albert Museum (V&A) hat mehrere der 3D-Druck-Waffen gekauft und stellt sie aus. Damit will das V&A auf die Probleme aufmerksam machen, die das 3D-Drucken mit sich bringt.

Das Museum habe gleich mehrere Pistolen erworben, berichtet die britische Tageszeitung The Guardian: Zwei seien fertig montiert, eine zerlegt. Hinzu kämen einige Einzelteile. Die neuen Exponate seien in die Sammlung von 3D-Druck-Objekten eingegliedert worden.

Wichtiger Schritt

Das Museum habe es sich zur Aufgabe gemacht, aktuelle Trends im Bereich Design abzubilden. "Befürworter technischer Entwicklungen übertreiben oft deren Auswirkungen. Aber das ist zweifellos ein wichtiger Schritt", sagte Kieran Long, einer der Kuratoren des Museums, der Zeitung.

Bisher sei es eher darum gegangen, Gegenstände für daheim, etwa Spielzeug, zu drucken. Das Drucken einer Waffe sei aber eine neue Qualität, die deutlicher die Auswirkungen dieser Art von Produktion zeige. "Meiner Ansicht nach gehört es zu den Aufgaben des V&A, den Menschen dabei zu helfen, zu fragen, wie sie die Welt haben wollen."

Waffendrucker aus den USA

Entwickelt wurde der Liberator von der US-Gruppe Defense Distributed um den Texaner Cody Wilson. Erklärtes Ziel der Gruppe ist es, Feuerwaffen mit dem 3D-Drucker aufzubauen. Die Gruppe hat sogar die nötigen Lizenzen für den Bau von Feuerwaffen eingeholt. Außer dem Liberator hat die Gruppe auch schon Waffenteile wie ein Magazin gedruckt.

Das Londoner Museum zeigt allerdings keinen von Wilson gedruckten Liberator: Er hat keine Ausfuhrerlaubnis für die Waffe. Stattdessen wurden Teile von einem Londoner 3D-Druck-Unternehmen aufgebaut. Andere Teile sind aus Gips, da das Unternehmen nicht sicher war, ob es eine ganze Waffe drucken darf.

Moralischer Kompass statt Gesetz

Für Kurator Long trägt das zusätzlich zum Reiz des Projekts bei: "Das zeigt, dass wir bei dieser neuen Technik noch ganz am Anfang sind. Die Menschen müssen sich auf ihren moralischen Kompass verlassen, bis der Gesetzgeber den Anschluss findet."

Das V&A ist das größte Museum für Kunstgewerbe und Design der Welt. Es ist bekannt dafür, auch kontroverse Stücke in seinen Bestand aufzunehmen, wie etwa eine Sammlung von Kleidungsstücken der britischen Designerin Vivien Westwood. Darunter ist auch das T-Shirt des Sex-Pistols-Sängers John Lydon alias Johnny Rotten mit dem Slogan: Anarchy in the UK.

London Design Festival

Am 17. September 2013 findet in dem Museum im Stadtteil Kensington zudem eine Podiumsdiskussion zur Zukunft des 3D-Druckens statt. Die Veranstaltung ist ebenso wie der Erwerb des Liberators Teil des London Design Festivals.

Die 3D-Druck-Waffe ist sehr umstritten: Die US-Regierung hatte von der Gruppe Defense Distributed bereits verlangt, die Baupläne für den Liberator aus der 3D-Suchmaschine Defcad zu löschen. Der US-Bundesstaat sowie die Stadt New York wollen das 3D-Drucken von Waffen per Gesetz verbieten.

Kunststoffwaffe ins Parlament geschmuggelt

Grund sind vor allem Sicherheitsbedenken: Die aus Kunststoff aufgebauten Waffen werden bei herkömmlichen Kontrollen nicht gefunden, wie israelische Journalisten bewiesen: Sie schmuggelten eine solche Waffe gleich mehrfach in das Parlament. Gefahr droht aber auch den Druckern selbst: Bei Tests der australischen Polizei war der Liberator beim Abfeuern explodiert.

Auch deutsche Behörden beschäftigen sich mit dem Thema. Das Bundeskriminalamt (BKA) hat sogar einen 3D-Drucker angeschafft, um selbst Waffen zu bauen und zu testen. Das BKA will zudem die "Nutzungsmöglichkeiten dieser Technologie für eigene (polizeiliche) Zwecke" prüfen.


eye home zur Startseite
Eheran 17. Sep 2013

Nein, gegen Spritzgußteile wie Lego ist soetwas nie eine Alternative. Das wäre wie ein...

Natchil 17. Sep 2013

Oder Schleudern, die locker tödlich sein können. Da gibt es noch so viel, aber nein...

Natchil 17. Sep 2013

Was hast du denn gegen Waffen? Sind doch interessant und schön.

Kommentieren



Anzeige

  1. Trainee Requirements Engineer (m/w) Cloud Produkte
    Haufe Gruppe, Freiburg im Breisgau
  2. Software-Entwickler (m/w) Java/C++
    IVU Traffic Technologies AG, Berlin, Aachen
  3. UX Designer für Mobile Apps (m/w)
    Daimler AG, Ulm
  4. Projektmanager (m/w)
    T-Systems International GmbH, Berlin, Bonn, Darmstadt, München, Münster

Detailsuche



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. Creative Sound-Sound-Blaster-Produkte reduziert
  2. NUR NOCH BIS DIENSTAG: Logitech G900 Chaos Spectrum (kabelgebunden/kabellos)
    nur 159,00€ statt 179,00€
  3. TIPP: Alternate Schnäppchen Outlet
    (täglich neue Deals)

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Telekom-Konzernchef

    "Vectoring schafft Wettbewerb"

  2. Model S

    Teslas Autopilot verursacht Auffahrunfall

  3. Security

    Microsoft will Passwort 'Passwort' verbieten

  4. Boston Dynamics

    Google will Roboterfirma an Toyota verkaufen

  5. Oracle-Anwältin nach Niederlage

    "Google hat die GPL getötet"

  6. Selbstvermessung

    Jawbone steigt offenbar aus Fitnesstracker-Geschäft aus

  7. SpaceX

    Falcon 9 Rakete kippelt nach Landung auf Schiff

  8. Die Woche im Video

    Die Schoko-Burger-Woche bei Golem.de - mmhhhh!

  9. Zcryptor

    Neue Ransomware verbreitet sich auch über USB-Sticks

  10. LTE-Nachfolger

    Huawei schließt praktische Tests für Zukunftsmobilfunk ab



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Googles Neuvorstellungen: Alles nur geklaut?
Googles Neuvorstellungen
Alles nur geklaut?
  1. Google I/O Android Auto wird eine eigenständige App
  2. Jacquard und Soli Google bringt smarte Jacke und verbessert Radar-Chip
  3. Modulares Smartphone Project Ara soll 2017 kommen - nur noch teilweise modular

Cloudready im Test: Ein altes Gerät günstig zum Chromebook machen
Cloudready im Test
Ein altes Gerät günstig zum Chromebook machen
  1. Chrome OS Android-Apps kommen auf Chromebooks
  2. Acer-Portfolio 2016 Vom 200-Hz-Curved-Display bis zum 15-Watt-passiv-Detachable

Unternehmens-IT: Von Kabelsalat und längst überfälligen Upgrades
Unternehmens-IT
Von Kabelsalat und längst überfälligen Upgrades
  1. Sprachassistent Voßhoff will nicht mit Siri sprechen
  2. LizardFS Software-defined Storage, wie es sein soll
  3. HPE Hyper Converged 380 Kleines System für das schnelle Erstellen von VMs

  1. Dann werden die Bussgelder auf die Kunden umverlegt

    mrgenie | 07:00

  2. Re: Na super

    DerVorhangZuUnd... | 06:53

  3. Re: Nein.

    barforbarfoo | 06:52

  4. Verstehe nicht was so schwer daran ist

    kelzinc | 06:50

  5. Re: Gute Idee aus Verbrauchersicht

    Ovaron | 06:49


  1. 14:15

  2. 13:47

  3. 13:00

  4. 12:30

  5. 11:51

  6. 11:22

  7. 11:09

  8. 09:01


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel