LHC Haben Cern-Forscher Higgs gefunden?

Im Frühling ist der Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider (LHC) monatelang praktisch rund um die Uhr gelaufen. Dabei haben die LHC-Forscher ein neues Elementarteilchen entdeckt. Sie wollen sich aber nicht darauf festlegen, ob es sich um das Higgs-Boson handelt.

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Um 9:37 Uhr sagt Joe Incandela, Sprecher des Experiments Compact Muon Solenoid (CMS) die magischen Worte: Die CMS-Ergebnisse zeigten eine statistische Sicherheit von 5 Sigma. Resultate mit diesem Wert gelten als Entdeckung. Daraufhin gab es lauten Beifall im Saal.

Das Cern hatte nach Genf eingeladen, wo Sprecher der beiden großen Experimente des Teilchenbeschleunigers Large Hadron Collider erste Ergebnisse aus dem Jahr 2012 bekanntgaben. Vor der International Conference on High Energy Physic (ICHEP), die am gestrigen Mittwoch in Melbourne eröffnet wurde, war der LHC auf Hochtouren gelaufen. In der Zeit zwischen April und Juni 2012 hätten die Experimente A Toroidal LHC Apparatus (Atlas) und CMS mehr Daten gesammelt als im gesamten Jahr 2011.

Video versehentlich veröffentlicht

In der wissenschaftlichen Welt wurde vorher wild spekuliert, was das Cern verkünden würde. Von einem neuen Elementarteilchen war die Rede. Das US-Wissenschaftsmagazin Science News hatte am Tag vor der Konferenz ein Video auf der Cern-Website entdeckt, in dem Incandela die Entdeckung eines neuen Teilchens verkündete. Dessen Masse sei ungefähr 130-mal größer als die eines Protons. Das Video war nach kurzer Zeit wieder verschwunden.

Das Video sei nur eines von mehreren, die vorab produziert worden seien, erklärte Cern-Sprecherin Corinne Pralavorio den Science News. Sie deckten verschiedene Varianten einer Higgs-Ankündigung ab. Das Video sei nicht für eine Veröffentlichung gedacht gewesen, sagte sie.

Peter Higgs

Entsprechend hoch waren die Erwartungen vor der Eröffnung der Konferenz am Morgen in Genf. Weiter geschürt wurden sie, als Peter Higgs um kurz vor 9 Uhr unter Beifall den Saal betrat. Der schottische Physiker hatte 1964 die Existenz des Higgs-Teilchens oder Higgs-Bosons vorhergesagt. Es gilt als das fehlende Teilchen im gegenwärtigen Standardmodell. Das Teilchen soll erklären, woher die Elementarteilchen ihre Masse bekommen - siehe auch das Video des KIT-Projekts Inside Science. Der experimentelle Nachweis des Higgs-Bosons ist eines der wichtigsten Ziele des LHC.

  • CMS-Sprecher Joe Incandela: neues Boson entdeckt (Foto: Cern)
  • Atlas-Sprecherin-Fabiola Gianotti: 5 Sigma im Bereich von 126,5 GeV (Foto: Cern)
  • Cern-Chef Rolf Dieter Heuer: Meilenstein, aber erst der Anfang (Foto: Cern)
  • Peter Higgs: Der Entdecker war persönlich anwesend. (Foto: Cern)
CMS-Sprecher Joe Incandela: neues Boson entdeckt (Foto: Cern)

Incandela schloss seinen Vortrag mit der Feststellung: "Wir haben ein neues Boson mit einer Masse von 125,3 GeV +/- 0,6 GeV mit einer Signifikanz von 4,9 Sigma." Es sei das schwerste bisher entdeckte Boson, sagte er.

5 Sigma auch bei Atlas

Nach ihm präsentierte Atlas-Sprecherin-Fabiola Gianotti die Ergebnisse des zweiten LHC-Experiments, das sich mit der Suche nach dem Higgs-Teilchen beschäftigt. Auch die Atlas-Forscher haben ein neues Elementarteilchen entdeckt. Es gebe starke Hinweise auf ein neues Teilchen im Bereich von 126,5 Gigaelektronenvolt (GeV), sagte Gianotti und erhielt tosenden Applaus. Die Signifikanz sei 5 Sigma.

Ob es sich bei dem neu entdeckten Teilchen tatsächlich um das Higgs-Boson handelt, ist jedoch noch unklar. Die Vertreter beider Experimente betonten, es seien vorläufige Ergebnisse. Mehr Daten müssten analysiert werden, um sicher zu sein. Die zwei Forschergruppen planen, ihre Ergebnisse Ende des Monats zu veröffentlichen,

Beifall aus Australien

Die Ankündigungen seien auch in Melbourne, wo die Wissenschaftler dem Geschehen ebenfalls gespannt folgten, mit großem Beifall aufgenommen worden, berichtet das Blog Quantum Diaries.

Lob gab es auch aus der Politik: "Die Suche nach den Higgs-Teilchen hat nun fast 50 Jahre gedauert, aber nun könnte die Entdeckung gelungen sein", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan. "Die Ausdauer und Neugier der Wissenschaftler wurde belohnt. Ich gratuliere den beteiligten Arbeitsgruppen herzlich zu dieser wissenschaftlichen Sensation."

Das Teilchen sei zwar konsistent mit dem Higgs-Teilchen, welches das Standardmodell vorhersagt, erklärte Cern-Chef Rolf Dieter Heuer. Es könne sich aber auch um ein noch exotischeres Teilchen handeln. Die heute bekanntgegebene Entdeckung sei ein Meilenstein, aber erst der Anfang, sagte er zum Abschluss der Veranstaltung in Genf.


GodsBoss 20. Dez 2012

Selbst wenn man die hier im Thread bereits diskutierten Dinge, die ich mal als &#8222...

JanZmus 06. Jul 2012

Ich glaube, du hast mich überhaupt nicht verstanden. Es ging hier niemals um die...

tingelchen 05. Jul 2012

Ja, umwandeln :) Ich weis ^^ Deine Erklärung ist soweit schlüssig. Das schwere Atom wird...

elemakil 05. Jul 2012

Manchmal finde ich es spannend, darüber nachzudenken wie es wohl wäre in einer Welt zu...

elemakil 05. Jul 2012

In der Hochenergiephysik sind 5 Sigma der Standard; eine Entdeckung von 5 sigma...

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