Leistungsschutzrecht: Wikipedia demnächst ohne Weblinks?
Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Leistungsschutzrecht Wikipedia demnächst ohne Weblinks?

Der Gesetzentwurf zum Urheberrecht sieht ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger vor. Es könnte der Wikipedia Abmahnungen wegen Links auf Presseartikel einbringen, die die Überschrift der Nachrichten enthalten.

Anzeige

Wikimedia Deutschland sieht im Entwurf für das Leistungsschutzrecht eine Gefahr für die Ersteller von freien Inhalten im Internet und für Anbieter von Open-Content-Plattformen wie Wikipedia.

"Jeder, der im Internet freie Inhalte zur Verfügung stellt, wird damit potenziell dem Risiko von Abmahnungen ausgesetzt. Dieses Vorhaben steht im Gegensatz zu den jüngsten Absichtserklärungen der Regierungskoalition, durch Rechtssicherheit die Akzeptanz des Urheberrechts im Internet zu erhöhen", erklärte Jan Engelmann, Leiter des Bereichs Politik & Gesellschaft bei Wikimedia Deutschland, am 15. Juni 2012.

In Wikipedia-Artikeln gibt es Weblinks mit weiterführenden Informationen, bei denen fraglich sei, ob sie unter das Zitatrecht fallen. Bislang sei vollkommen unklar, ob diese Links, die jeweils die Überschriften von Presseartikeln enthalten, eine Verletzung des neuen Leistungsschutzrechts darstellen. Laut der Begründung des Bundesjustizministeriums sollen Links zwar nicht unter das neue Leistungsschutzrecht fallen, unsicher ist jedoch, ob dies auch für den verlinkten Text gilt.

Das Bundesjustizministerium hatte den Gesetzentwurf zur Änderung des Urheberrechtsgesetzes vorgelegt. Danach sollen Verlage für ein Jahr das ausschließliche Recht erhalten, ihre Presseerzeugnisse öffentlich zugänglich zu machen. "Es ist schlichtweg ein weiteres Wertschöpfungsinstrument der großen Verwerterkonzerne zu Ungunsten einer freien Netzwelt", kritisierte Bruno Kramm, Urheberrechtsbeauftragter der Piratenpartei Deutschland.

Keine Teaser mehr für Suchtrefferlisten

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder mahnte an, dass nicht klar definiert werde, was mit einer 'gewerblichen Veröffentlichung' gemeint sei und der Begriff "Presseverleger" lasse trotz Definition Fragen offen. Rohleder: "Ohne Klarheit im Gesetz müssen wir eine Prozesswelle fürchten. Da auch kleine Teile von journalistischen Texten, sogenannte Snippets, explizit geschützt werden, ist zu befürchten, dass in Suchmaschinen die Suchergebnisse von Presseseiten künftig entweder gar nicht mehr gelistet beziehungsweise nicht mehr mit gewohnten Teasern versehen werden."


FomerMay 18. Jun 2012

Angst geht ja noch gar nicht weil das ganze ja erstmal nur eine Gesetzesentwurf ist der...

lisgoem8 18. Jun 2012

Genau an diesen Sachverhalt hatte ich bei meinem Kommentar auch gedacht. Damals schon...

fratze123 18. Jun 2012

noch fragen? ^^

Crapple 17. Jun 2012

Es geht schlicht darum, die verblödenden u. gleichgeschalteten Medien zu stärken. Wenn...

Local_Horst 17. Jun 2012

Vielleicht sollten die Verleger versuchen, sich bei der GEZ einklinken zu lassen. Die...

Kommentieren


WordPress & Webwork / 18. Jun 2012

Das Leistungsschutzrecht und "sprechende" Permalinks



Anzeige

  1. Systems Engineer / Systemingenieur Production IT (m/w)
    Sandvik Holding GmbH, Frankfurt am Main
  2. Senior System Architect (m/w)
    Siemens AG, München
  3. IT-Systemanalytiker (m/w)
    Schuberth Group, Magdeburg
  4. Scrum Master (m/w)
    NEMETSCHEK Allplan Systems GmbH, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Electronic Arts

    Battlefield Hardline auf Anfang 2015 verschoben

  2. Schlafmonitor

    Besser schlafen mit Sense

  3. Videostreaming

    Youtube-Problem war ein Bug bei Google

  4. Prozessor inklusive Speicher

    Kommende APUs mit Stacked Memory und mehr Bandbreite

  5. Statt Codeplex

    Typescript mit neuem Compiler auf Github

  6. Asus RT-AC87

    Schnellster Router der Welt funkt mit vier Antennen

  7. Arbeit

    Vier von zehn Beschäftigten nutzen Homeoffice

  8. Solarauto

    Neuer Langstreckenrekord für Elektroautos

  9. LG 34UM95 im Test

    Ultra-Widescreen-Monitor für 3K-Gaming

  10. LG G3

    Update soll die Akkulaufzeit verbessern



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Türen geöffnet: Studenten "hacken" Tesla Model S
Türen geöffnet
Studenten "hacken" Tesla Model S
  1. Model III Tesla kündigt günstigeres Elektroauto an
  2. IMHO Kampfansage an das Patentsystem
  3. Elektroautos Tesla gibt seine Patente zur Nutzung durch andere frei

Programmcode: Ist das Kunst?
Programmcode
Ist das Kunst?
  1. Suchmaschinen Deutsche IT-Branche hofft auf Ende von Googles Vorherrschaft
  2. Quartalsbericht Google steigert Umsatz um 22 Prozent
  3. Project Zero Google baut Internet-Sicherheitsteam auf

Android L im Test: Google verflacht Android
Android L im Test
Google verflacht Android
  1. Android L Keine Updates für Entwicklervorschau geplant
  2. Inoffizieller Port Android L ist für das Nexus 4 verfügbar
  3. Android L Cyanogenmod entwickelt nicht anhand der Entwicklervorschau

    •  / 
    Zum Artikel