Legale Privatkopien: "EU-Vorschlag würde freies Kopieren erlauben"
Victorinox-USB-Stick mit Diamanten (Bild: Arnd Wiegmann/Reuters)

Legale Privatkopien "EU-Vorschlag würde freies Kopieren erlauben"

Die EU diskutiert in der kommenden Woche ein Papier, das den Konflikt zwischen Geräteherstellern und Verwertungsgesellschaften lösen soll. Der Bitkom fordert eine schnelle Umsetzung des Vorschlags des EU-Mediators António Vitorino.

Anzeige

Der IT-Branchenverband Bitkom ist begeistert von einem Vorschlag zur Änderung des Urheberrechts, den der Rat für Wettbewerbsfähigkeit der EU am 29. Mai 2013 berät. EU-Mediator António Vitorino hatte als unabhängiger Experte ein Jahr lang die unterschiedlichen Regelungen der pauschalen Abgaben für Privatkopien in der EU mit den Beteiligten erörtert. Das Ergebnis: Lizenzierte Inhalte erlauben eine direkte Vergütung des Urhebers, weshalb Kopien des Verbrauchers keinen Schaden für den Urheber bedeuten. Werde aber parallel eine Pauschalabgabe für das für die Anfertigung der Kopie genutzte Gerät erhoben, so entstehe für den Verbraucher eine Doppelbelastung.

"Wir erwarten, dass die Bundesregierung sich dafür stark macht, dass die ausgewogenen Vorschläge nun rasch umgesetzt werden", sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. "Die Empfehlungen dieses anerkannten und neutralen Experten sollten gerade in Deutschland beachtet werden."

Nach derzeitigem Recht sind private Kopien von urheberrechtlich geschützten Musikstücken, Filmen oder Texten in begrenztem Umfang erlaubt. Im Gegenzug erhalten die Rechteinhaber eine Entschädigung über eine Pauschalabgabe, die auf Geräte wie PCs, MP3-Player oder Smartphones erhoben wird, aber auch auf Speichermedien wie USB-Sticks und CD-Rohlinge. Für die Erhebung und Ausschüttung an die Urheber sind die nationalen Verwertungsgesellschaften zuständig.

Im Januar 2013 hatte sich der Bitkom mit den Verwertungsgesellschaften ZPÜ, VG Wort und VG Bild-Kunst auf Urheberrechtsabgaben für USB-Sticks und Speicherkarten in Höhe von 8 Cent pro Stück geeinigt.

Nachtrag vom 24. Mai 2013, 13:51 Uhr

Vitorino vertritt: Pauschalabgaben sollen letztlich eine Lücke füllen und Schaden ausgleichen, der dadurch entstünde, dass Nutzer für sich Kopien anfertigen. Wenn aber der Urheber durch innovative Onlinegeschäftsmodelle und Services bereits am Erlös teilhat, könne kein Schaden entstehen. Insofern würde der Verbraucher durch die Geräteabgabe ein zweites Mal zahlen, obwohl der Content individuell für ihn vom Rechteinhaber lizenziert wurde. Ein Bitkom-Sprecher erklärt, Vitorino habe aus dem historischen Kontext argumentiert. In der Vergangenheit konnte bei der Verwendung von Tonbandgeräten der Rechteinhaber für Privatkopien nicht anders entschädigt werden als durch eine Abgabe. Im Internetzeitalter besteht aber inzwischen die Möglichkeit, den Kunden zu erreichen und die Freiheit, die individuelle Vermarktung zu gestalten. Content könne exakt in der Weise angeboten werden, wie es der Kunde erwartet.


Lala Satalin... 27. Mai 2013

Fällt auch oft nicht so schwer, wenn man hört, was die wieder für Bullshit verzapfen bei...

Wicky4d 26. Mai 2013

Das Problem bei den 20 Millionen Kopien ist, daß alle von einer einzigen Quelle stammen...

Nolan ra Sinjaria 24. Mai 2013

hmmm vielleicht solltest du dich mal an die Verwertungsgesellschaften wenden und fragen...

uiuiuiuiui 24. Mai 2013

Siehe diesen Post http://forum.golem.de/kommentare/wirtschaft/legale-privatkopien-eu...

robinx999 24. Mai 2013

http://www.golem.de/news/legale-kopien-uebergangsloesung-bei-urheberrechtsabgaben-auf...

Kommentieren



Anzeige

  1. Data Integration Expert (m/w) / Data Modeler (m/w)
    Siemens AG, Munich
  2. Projektleiter/in für Luftfahrfahrzeug TORNADO (Bundeswehrhintergrund)
    ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH, Fürstenfeldbruck
  3. Project Management Coordinator (m/w)
    Teradata GmbH, München, Frankfurt oder Düsseldorf
  4. Teamleiter Softwareentwicklung (m/w)
    über HRM CONSULTING GmbH, Mainz/Wiesbaden

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. In eigener Sache

    Computec Media veröffentlicht Spielevideo-App Games TV 24

  2. Google-Suchergebnisse

    EU-Datenschützer verlangen weltweite Löschung

  3. Dating

    Parship darf Widerruf nicht mit hoher Rechnung verhindern

  4. O2

    Neue Prepaid-Tarife erlauben Datenmitnahme in den Folgemonat

  5. Freie .Net-Implementierung

    Mono soll schneller werden

  6. Oneplus One

    Eigenes ROM mit Stock Android 4.4.4 vorgestellt

  7. Eric Anholt

    Langsamer Fortschritt bei Raspberry-Pi-Grafiktreiber

  8. Teilchenbeschleuniger

    China will Higgs-Fabrik bauen

  9. Europäische Zentralbank

    20.000 Kontaktdaten von Internetserver geklaut

  10. Krise

    Ryse-Producer wendet sich von Crytek ab



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Smartphone-Hersteller Xiaomi: Wie Apple, nur anders
Smartphone-Hersteller Xiaomi
Wie Apple, nur anders
  1. Flir One Wärmebildkamera fürs iPhone lieferbar
  2. Per Smartphone Paypal ermöglicht Bezahlen in Restaurants landesweit
  3. Datenübertragung Smartphone-Kompass spielt Musik durch Magnetkraft

Nvidia Shield Tablet ausprobiert: Schnelles Spiele-Tablet für Android mit WLAN-Controller
Nvidia Shield Tablet ausprobiert
Schnelles Spiele-Tablet für Android mit WLAN-Controller
  1. Tegra K1 Start von Nvidias Shield Tablet zeichnet sich ab
  2. GM200 und GM204 Nvidias große Maxwell-GPUs zeigen sich beim Zoll
  3. Dual-GPU-Grafikkarte EVGA macht Titan-Z schmaler und leiser als Nvidia

PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K: "Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K
"Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
  1. Transformers Ära des Untergangs - gefilmt mit Sensoren im Imax-Format
  2. Intel-Partnerschaft mit Samsung 4K-Monitore sollen unter 400 US-Dollar gedrückt werden
  3. Asus ROG Kleine Gaming-PCs im Konsolendesign mit Desktophardware

    •  / 
    Zum Artikel