Latitude und Precision: Workstations und Notebooks von Dell mit Bios-Lücke
Auch das robuste Latitude E6400 AFR ist betroffen. (Bild: Dell)

Latitude und Precision Workstations und Notebooks von Dell mit Bios-Lücke

In einigen älteren Modellen der Reihen Precision und Latitude von Dell gibt es eine Lücke im Bios, über die sich eine gefälschte Firmware installieren lässt. Zwar muss der Angegriffene dazu kräftig mithelfen, die Folgen können aber schwerwiegend sein.

Anzeige

Das US-CERT warnt vor einer Lücke in einigen älteren PCs von Dell. Betroffen sind unter anderem die Workstations Precision M2300 und M6500 sowie die recht verbreiteten Business-Notebooks Latitude D630 und E6400. Bei letzterem Gerät, das auch in einer gehärteten Version auf dem Markt ist, sind alle verschiedenen Ausstattungsvarianten betroffen.

Bei diesen PCs besitzt die Update-Funktion des Bios eine Sicherheitslücke, durch die auch nicht-signierter Code als neues Bios installiert werden kann. Damit ist es also prinzipiell möglich, jede mögliche Malware im Bios unterzubringen, auch ein Root-Kit, wie das CERT schreibt. Da das Bios beim Einschalten des Rechners volle Kontrolle über die Hardware hat, hilft auch eine Neuinstallation des Betriebssystems nicht. Auch spätere Updates des Bios könnten, wenn der Schadcode gut genug gemacht ist, eventuelle Malware im Bios selbst nicht mehr entfernen, betont das CERT.

  • Betroffene Geräte und Bios-Updates dafür, für das D530 gibt es noch keinen Fix. (Tabelle: Cert)
Betroffene Geräte und Bios-Updates dafür, für das D530 gibt es noch keinen Fix. (Tabelle: Cert)

Entdeckt hat die Lücke der Sicherheitsforscher John Butterworth von der Mitre Corporation. Dort entwickelt er das Tool 'Copernicus', das ein Bios auf Schwachstellen untersuchen kann. Copernicus kann unter anderem die aktuelle Bios-Version auslesen, mit einem Image der Firmware vergleichen und die Unterschiede anzeigen. In künftigen Versionen soll das Programm auch die beschriebene Schwachstelle automatisch erkennen können - neuere Bios-Versionen eines PC-Herstellers sollen so vor dem Einsatz im Unternehmen geprüft werden können. Vorgestellt hatte Butterworth das Tool und die Lücke der Dell-PCs in einem Blackhat-Vortrag.

Updates vorhanden, aber nicht leicht zu finden

Sowohl der Einsatz von Copernicus als auch der Angriff auf einen der anfälligen Rechner setzt aber voraus, dass ein Anwender mit Administrator-Rechten die Programme mutwillig ausführt. Zudem muss die Update-Funktion im Bios selbst aktiviert sein - insbesondere auf PCs im Unternehmenseinsatz ist sie in der Regel ausgeschaltet. Das sind zwar recht hohe Hürden für die Installation von Schadcode, die Folgen können aber durch mögliche dauerhafte Verankerung von Malware im Bios recht weitreichend sein.

Dell hat für die betroffenen PCs bereits Bios-Updates veröffentlicht, die je nach Gerät vom 16., 18. oder 26. Juli 2013 datieren. Erhältlich sind die Updates, welche die Lücke schließen, auf den Support-Seiten von Dell. Dort muss man aber durch Angabe der Modellnummer des Geräts von Hand nach der neuen Firmware suchen. Die Suchfunktion zeigt auch nicht immer die neue Version des Bios' als erstes Ergebnis, sodass man sich an der Versionsnummer und dem Datum orientieren sollte. Großkunden sollen über das "Dell Image Watch Program" automatisch über die neuen Bios-Versionen informiert werden, wie das Unternehmen Golem.de sagte.


Kommentieren



Anzeige

  1. Mitarbeiter (m/w) Anwendungsbetreuung Data Warehouse
    Aareon Deutschland GmbH, Mainz
  2. IT-Spezialist Netz- und Systemmanagement (m/w)
    Infokom GmbH, Karlsruhe
  3. IT-Architektur Enterprise Architecture Management
    Daimler AG, Stuttgart
  4. Softwareentwickler Host (m/w)
    T-Systems on site services GmbH, Wilhelmshaven

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Facebook, Google, Twitter

    Branchenweite Interessengruppe zum Open-Source-Einsatz

  2. Typ 007

    Leica Mittelformatkamera S filmt in 4K

  3. Cloud-Computing

    Mathematica Online für den Browser

  4. Taxi-Konkurrent

    Landgericht Frankfurt hebt Verbot von Uber auf

  5. Stadt München

    Zweiter Bürgermeister Münchens lobbyiert gegen Limux

  6. Wettbewerbsverfahren

    Justizminister Maas will an Googles Algorithmus

  7. Test Bernd das Brot

    "Dieses Spiel ist Mist"

  8. Apple

    Vorerst keine NFC-Funktion für deutsche iPhone-Käufer

  9. Sicherheitslücke bei Android

    AOSP-Browser soll über Javascript angreifbar sein

  10. Betriebssystem

    Apple bringt dritte öffentliche Beta von OS X 10.10



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



DDR-Hackerfilm Zwei schräge Vögel: Mit Erotik und Kybernetik ins perfekte Chaos
DDR-Hackerfilm Zwei schräge Vögel
Mit Erotik und Kybernetik ins perfekte Chaos
  1. Miraisens Virtuelle Objekte werden ertastbar
  2. Autodesk Pteromys konstruiert Papiergleiter am Computer

Rezension What If: Ein Highlight der Nerdkultur vom XKCD-Autor
Rezension What If
Ein Highlight der Nerdkultur vom XKCD-Autor
  1. Transistoren Rechnen nach dem Schmetterlingsflügel-Prinzip
  2. MIT-Algorithmus Wie rotiert Schrott in Schwerelosigkeit?
  3. Neues Verfahren Yale-Forscher formt Smartphone-Hüllen aus metallischem Glas

Typ C: Neuer USB-Stecker mit Klick und USB 3.1 ausprobiert
Typ C
Neuer USB-Stecker mit Klick und USB 3.1 ausprobiert
  1. HD Graphics 5300 Broadwell-GPU mit 24 oder 48 EUs, sparsamer und schneller
  2. NUC und Co. Intel will die Mini-PCs halbieren
  3. IMHO USB Typ C lieber heute als morgen

    •  / 
    Zum Artikel