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Eine Qt-Anwendung unter Wayland
Eine Qt-Anwendung unter Wayland (Bild: Wayland)

KWin: Serverseitige Fensterdekoration mit Wayland

Eine Qt-Anwendung unter Wayland
Eine Qt-Anwendung unter Wayland (Bild: Wayland)

Anders als oft berichtet, muss die Fensterdekoration nicht von einem Wayland-Client dargestellt werden. Deshalb soll KWin als Wayland-Compositor serverseitige Fensterdekorationen nutzen, vor allem um ein konsistentes Bild zu wahren.

Weston, die Referenzimplementierung eines Wayland-Compositors, nutzt clientseitige Fensterdekorationen (CSD), was wohl dazu führte, dass viele diese Funktion als obligatorisch bei der Verwendung von Wayland ansehen. Das sei aber keineswegs der Fall, wie KWin-Entwickler Martin Gräßlin in seinem Blog schreibt.

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Das Wayland-Protokoll lege nicht fest, ob die Fensterdekoration vom Client oder vom Server übernommen werden muss, das gelte im Übrigen auch für das X11-Protokoll. Darüber hinaus versicherte ihm Andy Nichols, der für Digia an Qt-Wayland arbeitet, dass es in Qt die Möglichkeit gibt, CSD abzuschalten. Deshalb wird Gräßlin serverseitige Dekorationen umsetzen, wenn KWin als Wayland-Compositor verwendet wird.

Einheitliches Aussehen

Zwar seien Gräßlin die aus diesem Vorgehen resultierenden Nachteile bewusst, die Vorteile überwiegen aber offensichtlich. So befürchtet er vor allem, dass CSD zu einem sehr uneinheitlichen Aussehen der Fenster führte, wie das bei Microsofts Windows zu beobachten sei. Dort würden viele Anwendungsentwickler ihr eigenes Corporate-Design umsetzen, was zu andersartigen Fensterdekorationen führt und damit zu einer sehr schlechten Nutzbarkeit.

Dass dies mit CSD auch unter Linux-Systemen zu befürchten sei, erläutert Gräßlin an einem Beispiel von der Fosdem. In einem der Vorträge wurden ein Terminal-Fenster und ein PDF-Reader unter Weston gezeigt, die unterschiedliche Dekorationen hatten. Ebenso seien die Dekorationen für Qt- Wayland sehr verschieden. Für ein einheitliches Aussehen kann also nur der Verzicht auf CSD sorgen.

Darüber hinaus unterscheiden sich die Plasma-Arbeitsflächen Desktop, Netbook und Active aus der Perspektive von KWin nur darin, wie mit der Fensterdekoration umgegangen wird. Mit CSD wäre diese Unterscheidung fast unmöglich.

Der Entwickler Gräßlin arbeitet seit Anfang dieses Jahres hauptberuflich an dem Window-Manager KWin. In etwa einem halben Jahr soll KWin mit Qt5 funktionieren. Frühestens in einem Jahr ist damit zu rechnen, dass KWin als Wayland-Compositor eingesetzt werden kann.


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