Kunduz-Affäre Anonymous veröffentlicht alte Dokumente des Bundestages

Zahlreiche Medien berichten, Anonymous hätte Server des Bundestages gehackt und geheime Dokumente zur Kunduz-Affäre veröffentlicht - doch das stimmt nicht. Die Unterlagen waren schon lange allgemein zugänglich, und das mit voller Absicht. Sie gehören zum Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses.

Anzeige

Mit zwei Einträgen bei Pastebin und einem Tweet wies Anonymous in der Nacht zum Mittwoch deutscher Zeit darauf hin, dass Unterlagen zur Kunduz-Affäre zum Download zur Verfügung stehen. Daraus entwickelte sich auf dem Weg durch Nachrichtenagenturen und deren Kunden wie Tageszeitungen eine Geschichte vom "Hack des Bundestages".

Davon kann jedoch keine Rede sein. Wie Anonymous in einem Pastebin-Eintrag selbst vorführt, sind die PDFs direkt zugänglich, und das auch gewollt, wie eine Sprecherin des Bundestages Golem.de sagte. Die Unterlagen sind nämlich Teil des Abschlussberichts (PDF) des Untersuchungsausschusses der Kunduz-Affäre. Dieser Ausschuss sollte aufklären, wie es zu einem von der Bundeswehr in Afghanistan am 4. September 2009 angeforderten Luftangriff kam, bei dem über 140 Menschen getötet wurden, darunter waren zahlreiche Zivilisten.

Der Ausschuss veröffentlichte dazu einen über 500 Seiten langen Abschlussbericht, in dem ab Seite 486 auch die nun von Anonymous an anderer Stelle abrufbaren PDFs verlinkt sind. Insgesamt sind in dem Bericht 196 als "Dokument" verlinkte PDFs aufgeführt, dazu kommen noch neun ebenfalls verlinkte "Protokolle", bei denen es sich um Abschriften der Vernehmungen von Zeugen handelt. 68 dieser PDFs wurden jetzt von Anonymous verbreitet.

Diese Unterlagen tragen teilweise den Vermerk für Verschlusssachen "VS - nur für den Dienstgebrauch", zahlreiche Angaben wie Namen sind jedoch geschwärzt, und die Unterlagen folglich als "Offen" abgestempelt, wie es bei zur Veröffentlichung vorgesehenen Versionen von Geheimunterlagen üblich ist.

Wie die Sprecherin des Bundestages Golem.de weiter sagte, waren die verlinkten einzelnen PDFs zusammen mit dem Abschlussbericht kurz nach dessen Fertigstellung auf die Server des Parlaments gestellt worden. Schon vorher gab es für die Abgeordneten diese offizielle Drucksache auch in Papierform, die als Dokument bezeichneten Einzelunterlagen und die Zeugenprotokolle waren dabei als CD beigepackt.

Nachtrag vom 8. Februar 2012, 14:20 Uhr

Der Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour, der Mitglied des Untersuchungsausschusses war, sagte Golem.de, er wundere sich nicht, dass Anoymous auf die vermeintlichen Geheimunterlagen "reingefallen ist". Das Problem liege beim Verteidigungsministerium, das "erst einmal alles einstuft". Damit bezog sich der Abgeordnete der Grünen auf Vermerke wie "VS - nur für den Dienstgebrauch" oder "Geheim", die oft ohne Notwendigkeit auf Unterlagen angebracht werden.

Alle dem Bundestag zur Verfügung gestellten Dokumente ließen sich zudem nicht leicht durchsuchen, sagte Nouripour weiter. "Es liegt nicht alles in diesem hohen Hause digital vor", stellte der Abgeordnete fest.


AsoraX 09. Feb 2012

*Zieht seine Streitaxt, und macht sich auf die suche* Ich denke wenn er mal etwas...

slashwalker 08. Feb 2012

Stimmt, bei uns war auch jeder Furz "GE Only".

d333wd 08. Feb 2012

So 1337 sind die schon. :D ~d333wd

firehorse 08. Feb 2012

http://wiki.stoppacta-protest.info/Main_Page Sämtliche Orte, Termine und Zeiten wann es...

Kommentieren




Anzeige
  1. Qualitätsmanager Softwareentwicklung (m/w)
    Giesecke & Devrient, München
  2. IT-System Engineer (m/w) – Microsoft Backoffice Technologie
    InfraServ GmbH & Co. Gendorf KG, Burgkirchen
  3. Truck Architekt (m/w)
    Continental AG, Villingen-Schwenningen
  4. Mitarbeiter (m/w) IT-Helpdesk 1st- und 2nd-Level-Support
    SV Deutschland GmbH, Langenfeld

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


Meistgelesen
  1. Samsung Galaxy S3

    Siri braucht sich nicht zu fürchten

  2. Schmerzlos

    MIT-Forscher entwickeln Injektor mit Lorentzkraft-Antrieb

  3. CSU-Vizechefin

    Aussagen zur Internetsucht sind absurd

  4. iOS

    Untethered Jailbreak für iOS 5.1.1 erschienen

  5. USB-Sticks und Speicherkarten

    Hersteller wehren sich gegen neue "Mondtarife"


Meistkommentiert
  1. Kommentare: 221 | letzter Beitrag 09:51 Uhr

  2. Kommentare: 215 | letzter Beitrag 25.05. 11:40

  3. Kommentare: 147 | letzter Beitrag 14:47 Uhr

  4. Kommentare: 92 | letzter Beitrag 13:11 Uhr

  5. Kommentare: 68 | letzter Beitrag 25.05. 12:17

Mehr


  1. Browser

    Kauft Facebook Opera?

  2. Datenschutz

    Neue EU-Regeln zu Cookies treten in Kraft

  3. Libreoffice

    "Wir wollen Nutzer in die ODF-Welt ziehen"

  4. Golem.de guckt

    Freundesmassen

  5. SpaceX

    Dockingmanöver an der ISS abgeschlossen

  6. iOS

    Untethered Jailbreak für iOS 5.1.1 erschienen

  7. CSU-Vizechefin

    Aussagen zur Internetsucht sind absurd

  8. Schmerzlos

    MIT-Forscher entwickeln Injektor mit Lorentzkraft-Antrieb

  9. Sony

    Music Unlimited nun auch fürs iPhone

  10. Samsung Galaxy S3

    Siri braucht sich nicht zu fürchten



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Lockheed Martin: US-Soldaten in Afghanistan bekommen Exoskelett
Lockheed Martin
US-Soldaten in Afghanistan bekommen Exoskelett

Lockheed Martin hat eine neue Version des Exoskeletts Hulc vorgestellt, das es einem Menschen ermöglicht, schwere Lasten zu heben und zu tragen. Der Hersteller will das System im Spätsommer testen und, wenn alles gutgeht, danach an US-Soldaten in Afghanistan ausliefern.

  1. Rüstung Ramsch-Technik aus China in US-Waffensystemen

Landgericht Hamburg: Blogger haftet für eingebettetes Youtube-Video
Landgericht Hamburg
Blogger haftet für eingebettetes Youtube-Video

Das Landgericht Hamburg hat entschieden, dass der Blogger und Rechtsanwalt Markus Kompa für ein via Youtube eingebettetes ZDF-Video als Verbreiter haftet. Geklagt hat ein umstrittener Arzt aus München, der zuvor erfolgreich gegen den Bericht der ZDF-Sendung Wiso vorgegangen war.

  1. Youtube-Streit Gema legt Berufung ein und pocht auf Transparenz
  2. Gema gegen Youtube Beide sehen sich als Gewinner
  3. Gema gegen Youtube Medienanwalt erwartet ab morgen weitere Youtube-Sperren

Owncloud Inc.: "Wir sind kein Serviceprovider"
Owncloud Inc.
"Wir sind kein Serviceprovider"

Das Unternehmen Owncloud entwickele nur Software und biete Support für Kunden, sagte Technikchef Frank Karlitschek auf dem Linuxtag 2012. Darüber hinaus verriet er einige technische Details zu Owncloud 4 und kommenden Entwicklungen.

  1. Persönlicher Onlinespeicher Owncloud 4.0 verschlüsselt Daten auf dem Server
  2. Persönlicher Onlinespeicher Owncloud erhält Android-Applikation
  3. Persönlicher Onlinespeicher Owncloud 2012 auch mit kostenpflichtigem Support

Zum Artikel