Kritische Sicherheitslücke Java-Lücke war Oracle längst bekannt

Über die jetzt aktiv genutzte Sicherheitslücke in Java war Oracle bereits seit mehreren Monaten informiert. Eine Sicherheitsfirma hatte sie Oracle mit 30 weiteren Fehlern im April 2012 gemeldet.

Anzeige

Das Sicherheitsunternehmen Security Explorations hat nach eigenen Angaben Oracle bereits im April 2012 über die Sicherheitslücke informiert, die jetzt aktiv genutzt wird und immer noch offen ist. Von insgesamt 31 Sicherheitslücken, über die die Entwickler bei Security Explorations sowohl Oracle als auch Apple eine Mitteilung gemacht haben, sind noch immer sechs offen.

Das letzte reguläre Java-Update vom 12. Juni enthält den Patch für die aktuelle kritische Sicherheitslücke noch nicht. Oracle veröffentlicht dreimal im Jahr Updates für Java. Das nächste Update soll demnach am 16. Oktober verteilt werden. Im April hatte Oracle den Sicherheitsexperten mitgeteilt, es werde sie solange monatlich über den Status der Fehlerbehebungen informieren, bis alle Fehler beseitigt seien.

Silent Updates von Apple

Security Explorations hat ein Protokoll seiner Mitteilungen an Oracle und Apple auf seiner Webseite veröffentlicht. Sie offenbaren, dass Apple recht zügig auf Sicherheitsproblem reagiert und sie meist als "Silent Updates" verteilt und wenig über solche Fehler preisgibt.

Oracle hat Security Explorations ab April monatlich oder auf Anfrage über den Status der mitgeteilten Fehler informiert. Bis Ende Mai wurden demnach zwei Fehler beseitigt. Die vorhandenen 29 Fehler würden noch geprüft oder repariert, schrieb Oracle am 11. Juni. Im Update vom Juni sollen vier Fehler beseitigt worden sein, schrieb Oracle später an Security Explorations. Das Unternehmen hakte nach und Oracle korrigiert die Zahl wieder auf zwei. Im letzten Statusbericht vom 23. August berichtet Oracle, seine Entwickler hätten 19 weitere Fehler korrigiert und die Patches würden in künftigen Updates verteilt werden. Sechs Fehler müssten noch bearbeitet werden und sollen dann im Update vom Februar 2013 gepatcht werden.

Java-Plugins deaktivieren

Oracle stellt die Korrekturen für die teils schwerwiegenden und möglicherweise bereits korrigierten Fehler nicht sofort als Updates zur Verfügung, sondern hält sich weiterhin strikt an seine bisherigen Update-Politik. Als Grund gibt Oracle an, dass Enterprise-Kunden zunächst genügend Zeit gegeben werden soll, um die Updates zu testen.

Vor wenigen Tage wurde bekannt, dass eine noch offene Sicherheitslücke in Java 7 aktiv genutzt wird, um Schadcode von präparierten Webseiten über Browser-Plugins auf einzuschleusen. Zunächst wurde gemeldet, dass das Problem nur auf Windows-Rechnern auftritt. Mittlerweile raten das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und der Firefox-Hersteller Mozilla, Java-Plugins im Browser auf allen Betriebssystemen zu deaktivieren. Betroffen sind auch der Browser Opera, Googles Chrome-Browser und Safari.

Update vom 30. August 2012, um 15:00 Uhr

Inzwischen haben Entwickler den Fehler in Iced Tea 2.3.1 behoben. Iced Tea basiert auf OpenJDK7 u6. Korrigierte Versionen von Iced Tea 2.1 und 2.2 sollen in Kürze folgen.


Casandro 30. Aug 2012

Mit dem Spruch, dass Java nicht so wie Cobol wird. Ab dem Punkt war klar, dass die Java...

Spaghetticode 30. Aug 2012

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Oracle-reagiert-mit-Notfall-Update-auf-Java...

Spaghetticode 30. Aug 2012

Wenn meine Sicherheitslücke nicht gestopft wird, frage ich mich schon, ob Software auch...

t_e_e_k 30. Aug 2012

hmm...ich weiß ja nicht, ob das jetzt aktuell für oracle spricht...

__destruct() 30. Aug 2012

Vielleicht ist das eben einer der Gründe, weswegen er steigen sollte?

Kommentieren




Anzeige
  1. IT Spezialist/IT Spezialistin Bereich Datenbanken
    OYAK ANKER Bank GmbH, Frankfurt-Niederrad
  2. Senior Quality Assurance Engineer (m/w)
    PAYBACK GmbH, München
  3. Projektleiter (m/w)
    Outcome Unternehmensberatung GmbH, Köln
  4. Corporate Security Officer (m/w)
    Bremer Landesbank, Bremen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. 40 gefährliche Sicherheitslücken

    Aktueller Patch von Oracle nur für Java 7

  2. Hands On

    Huawei Ascend P6 ist schick und schlank

  3. Letzte Meile

    Bundesnetzagentur senkt Preise für TAL am Schaltverteiler

  4. Prism

    Wie der BND das Netz überwacht

  5. Socl

    Microsofts soziales Netzwerk wird zum Meme-Generator

  6. XMP-Profile

    Kompatibilitätslisten zu DDR3-Modulen für Haswell

  7. Datenbrille

    Datenschützer halten Google Glass für nicht EU-tauglich

  8. We are Watching You

    Widerstand gegen Kinect-Überwachung in den USA

  9. Netflix und Dreamworks

    Shrek & Co. bald in neuen Streaming-Serien

  10. LC-90LE757

    Sharp bringt 90-Zoll-TV für 13.000 Euro



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Für Bildungseinrichtungen: Microsoft bietet Surface RT für 200 US-Dollar an
Für Bildungseinrichtungen
Microsoft bietet Surface RT für 200 US-Dollar an

Microsoft will das Surface RT für Bildungseinrichtungen in verschiedenen Ländern deutlich günstiger als im regulären Verkauf anbieten. Auch deutsche Schüler und Studenten sollen von dem Angebot profitieren.

  1. Surface Pro im Test Microsofts Tablet überzeugt als Notebook
  2. Microsoft Verkauf des Surface Pro startet am 31. Mai
  3. XPS 10 und Surface Deutliche Preissenkungen bei Windows-RT-Tablets

The Witcher 3: Riesen-Rollenspiel für Profis
The Witcher 3
Riesen-Rollenspiel für Profis

E3 2013 Eine Handlung mit Tiefgang, taktische Kämpfe, eine offene Fantasywelt, imposante Grafik mit spektakulären Wettereffekten: Mit The Witcher 3 will CD Projekt Red die Messlatte für Rollenspiele deutlich höher legen. Golem.de hat sich eine aktuelle Version angesehen.

  1. Firmendokument CD Projekt plant langfristig mit Witcher & Co

WLAN mit 433 MBit/s: Langsame, aber billige 802.11ac-Router von D-Link
WLAN mit 433 MBit/s
Langsame, aber billige 802.11ac-Router von D-Link

Auch mit der neuen 802.11ac-Technik wird es günstige Router geben, die weit entfernt vom Gigabit-WLAN sind. Immerhin ist D-Links Modell fast dreimal schneller als bisherige Billigrouter. Dennoch ist diese Art von 802.11ac-Routern langsamer als 802.11n.

  1. 802.11ac Erster Chipsatz für WLAN mit 1,7 GBit/s
  2. AP 8232 und Wing 5.5 Motorola-Access-Point mit Gigabit-WLAN, Videokamera und LTE
  3. 802.11ac Unterstützung für Gigabit-WLAN in Mac OS X entdeckt

Zum Artikel