Kinderbilder: Grundschule bereut Facebook-Aktion
(Bild: Reuters/Mike Segar)

Kinderbilder Grundschule bereut Facebook-Aktion

Intensiv wird darüber debattiert, dass eine Grundschule Kinder von einer Stunde mit einem Geschichtenerzähler ausschloss, weil keine Bilder von ihnen auf Facebook erscheinen durften. Die Schule hat daraus gelernt.

Anzeige

Eine bundesweite Debatte löste eine Grundschule in Braunlage im Harz aus. Sechs Schüler wurden von einer Unterrichtsstunde mit einem Geschichtenerzähler ausgeschlossen, weil ihre Eltern einer Veröffentlichung von Fotos der Veranstaltung bei Facebook nicht zugestimmt hatten. Die Schulleitung hat gegenüber Golem.de den Fehler jetzt eingeräumt.

"Ich bedauere den Vorfall sehr und wir haben daraus gelernt. Es war eine Sponsoringaktion, und der Sponsor stellte die Bedingung, dass die Elterneinwilligung für eine Veröffentlichung auf Facebook vorliegt", sagte die Schulleiterin. Das Geschichtenerzählen werde nun noch einmal für alle Kinder nachgeholt.

Die neu ernannte Schulleiterin hatte um eine schriftliche Zustimmung der Eltern gebeten. Sie habe wegen Zeitdrucks über die Situation nicht weiter nachgedacht, sagte sie.

Die Kinder seien eigentlich nicht "ausgeschlossen" worden, sie seien in anderen Gruppen betreut worden. "Wir werden noch sorgfältiger bei der Auswahl von Sponsoren sein. Wir wollten auch kein Kind diskriminieren."

Die Hessische/Niedersächsische Allgemeine berichtet, dass ein Versicherungsunternehmen der Sponsor gewesen sei. Sechs von insgesamt 45 Schülern der ersten und zweiten Klasse seien anderweitig betreut worden, statt dem Erzähler zuzuhören. Sie würde Bilder nur sehr "dosiert" und stets nur mit Einverständnis der Eltern auf der Homepage der Schule veröffentlichen, sagte die Schulleiterin der Zeitung.

"Was soll daran so schlimm sein?"

Auch im Forum von Golem.de löste unser Artikel eine lebhafte Debatte über die Verantwortung von Eltern aus. Besonders intensiv wird darüber diskutiert, ob Kinderbilder, die nur im privaten Freunde-Bereich Facebooks gepostet werden, dort sicher aufgehoben sind: "Es macht nämlich einen Unterschied, ob man die Kinderbilder nur der Familie, den Freunden oder der Allgemeinheit zur Verfügung stellt", argumentierte beispielsweise Forennutzer "monettenom", "Couch-Hero" hielt dagegen: "Und wer garantiert dir, dass FB sich auch in Zukunft daran hält? AGBs sind geduldig und änderbar."

Facebook erklärte Golem.de, dass Bilder, die nur für Freunde freigegeben sind, von Freunden auch nur an gemeinsame Freunde weitergegeben werden können, nicht aber an andere. Wenn die Bilder auch für Freunde von Freunden freigegeben seien, sehe die Sache jedoch schon anders aus. Das schließt allerdings nicht aus, dass die Fotos von Freunden gespeichert und anderweitig verbreitet werden.

Unter dem Aufruf "Zeigt den Kindern die Welt und nicht die Kinder der Welt" hat sich auch auf der Facebook-Seite Keine Kinderfotos im Social Web eine neue Diskussion entwickelt. "Was soll daran so schlimm sein, wenn es nur ausgewählte Leute sehen können?", fragt Nutzer Ei Leen und erhält als Antwort die Gegenfrage: "Warum müsst ihr eure Kinder ins Netz stellen?". Nutzer Püppi Maus fragt: "Bis heute gibt es von mir Bilder im Netz (keine schlimmen) von Profilen wie Lokalisten, Myspace etc., die ich auch vor Jahren gelöscht habe. Wollt ihr das euren Kindern antun?" Schleswig-Holsteins Landesdatenschützer Thilo Weichert freute sich entsprechend über die "Bewusstseinsarbeit" durch den Golem.de-Artikel.


IrgendeinNutzer 24. Jun 2012

Ich finde den Gedanken echt furchteinflösend... (weil es eben auch wahr ist)

DiDiDo 22. Jun 2012

Wenn wunders das die Heutigen Eltern diese Schulzettel nicht lesen und einfach...

DiDiDo 22. Jun 2012

siehe Diskussion Gestern

steffenbpunkt 22. Jun 2012

Geschichtenerzähler ? Versicherung ? Vielleicht wars auch einfach ein...

awollenh 22. Jun 2012

Rich People Problem Ist Peinlichkeit ein Problem? Oh die Personen lachen darüber... und...

Kommentieren



Anzeige

  1. Projektleiter Software Standardisierung (m/w) Schwerpunkt Fördertechnik
    Dürr Systems GmbH, Bietigheim-Bissingen
  2. Manager (m/w) Softwareentwicklung
    WTS Group AG Steuerberatungsgesellschaft, Erlangen (Raum Nürnberg)
  3. Java-Anwendungsentwickler / -innen
    Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main
  4. Systemadministrator (m/w) Windows
    KDO Personaldienste, Oldenburg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Big Brother Awards

    Österreich prämiert die EU Kommission und Facebook

  2. iFixit

    Touch-ID-Sensor im iPad mini 3 mit Klebstoff befestigt

  3. Illegales Streaming

    Razzien gegen Betreiber von Kinox.to

  4. Android 4.4.2

    Kitkat-Update für Motorola Razr HD wird verteilt

  5. Galaxy Note 4

    4,5 Millionen verkaufte Geräte in einem Monat

  6. Archos 50 Diamond

    LTE-Smartphone mit Full-HD-Display für 200 Euro

  7. Test Dreamfall Chapters Book One

    Neue Episode von The Longest Journey

  8. iPad Air 2 im Test

    Toll, aber kein Muss

  9. Nocomentator

    Filterkiste blendet Sportkommentare aus

  10. Gameworks

    Nvidia rollt den Rasen aus



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Qubes OS angeschaut: Abschottung bringt mehr Sicherheit
Qubes OS angeschaut
Abschottung bringt mehr Sicherheit

Schenker XMG P505 im Test: Flaches Gaming-Notebook mit überraschender GTX 970M
Schenker XMG P505 im Test
Flaches Gaming-Notebook mit überraschender GTX 970M
  1. Getac S400-S3 Das Ruggedized-Notebook mit SSD-Heizung
  2. Geforce GTX 980M und 970M Maxwell verdoppelt Spielgeschwindigkeit von Notebooks
  3. Toughbook CF-LX3 Panasonics leichtes Notebook mit der Lizenz zum Runterfallen

Legale Streaming-Anbieter im Test: Netflix allein macht auch nicht glücklich
Legale Streaming-Anbieter im Test
Netflix allein macht auch nicht glücklich
  1. Netflix-Statistik Die Schweiz streamt am schnellsten
  2. Deutsche Telekom Entertain ab dem 14. Oktober mit Netflix
  3. HTML5-Videostreaming Netflix bietet volle Linux-Unterstützung

    •  / 
    Zum Artikel