Kickstarter: Günstiges Lidarsystem für Roboter
Protoyp des Lidar: Entfernungsberechnung per Triangulation (Bild: Nadir Bagaveyev)

Kickstarter Günstiges Lidarsystem für Roboter

Ein US-Raumfahrtingenieur hat ein einfaches laserbasiertes Entfernungsmesssystem entwickelt. Es funktioniert etwas anders als ein herkömmliches Lidar-System, ist aber deutlich günstiger. Gedacht ist es für die Entwicklung günstiger Roboter.

Anzeige

Lidar (Light Detection and Ranging), die optische Entsprechung zum Radar, ist eine bei Robotern häufig eingesetzte Methode, um die Entfernung des Roboters zu einem Hindernis zu bestimmen. Solche Sensoren sind aber recht teuer. Der US-Raumfahrttechniker Nadir Bagaveyev hat eine Möglichkeit gefunden, ein solches System günstiger herzustellen.

Gehäuse aus dem 3D-Drucker

Sein Lidar besteht aus einem Laserpointer, einer kleinen Kamera mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln sowie einem Ein-Platinen-Computer. Auf diesem läuft als Betriebssystem Linux. Die drei Komponenten befinden sich in einem Gehäuse, das Bagaveyev von einem 3D-Drucker aufbauen ließ.

Allerdings arbeite sein Lidar etwas anders als das herkömmliche: Dieses berechnet aus der Laufzeit zwischen dem Abschicken eines Laserpulses und dem Eintreffen des von einem Objekt reflektierten Lichts die Entfernung zwischen Laser und Objekt.

Triangulation

Sein Lidar hingegen berechne die Entfernung zu einem Objekt per Triangulation, erklärt Bagaveyev: Der Laser und die Kamera schauen in die gleiche Richtung. Wenn das Laserlicht auf ein Objekt in der Nähe trifft, wird es so zurückgeworfen, dass das reflektierte Licht am Rand des Sichtfelds der Kamera ankommt. Je weiter ein Objekt entfernt ist, desto mehr wandert der Punkt in das Sichtfeld. Aus diesem Winkel lasse sich dann die Entfernung berechnen.

Der erste Prototyp, der noch ein Gehäuse aus Styropor hatte, konnte eine Entfernung mit einer Fehlerquote von 2 Prozent berechnen. Das System arbeite auf einer Distanz zwischen 30 Zentimetern und knapp 5 Metern, sagt der Entwickler. In der fertigen Ausführung wird das System in der Lage sein, simultan die Koordinaten von vielen Punkten in Relation zur Kamera zu berechnen.

Lidar fürs kleine Budget

Derzeit koste ein Lidar rund 1.600 US-Dollar, schreibt Bagaveyev. Sein Lidar soll, wenn es fertig ist, für knapp 100 US-Dollar zu haben sein. Ziel sei, auch Roboterentwicklern und -designern, die über kein großes Budget verfügen, ein günstiges verlässliches System zur Entfernungsmessung zur Verfügung zu stellen.

Bagaveyev hat seine Entwicklung bei Kickstarter eingestellt. Per Crowdfunding wollte er 2.400 US-Dollar bekommen, um das Lidar fertigstellen zu können. Neun Tage vor Ende der Aktion hat er bereits mehr als das Doppelte an Spenden zugesagt bekommen.


tonictrinker 12. Jul 2012

Eine gute Idee. An der TU in Braunschweig war kürzlich TU NIGHT. Dort hat ein Dozent ein...

phrobion 12. Jul 2012

Das kostet wohl der Prototyp oder Einzelanfertigung. Bin gespannt, was Bosch gerne für...

y.m.m.d. 12. Jul 2012

Du meinst einen extrem Hellen Laser-Punkt erkennen? Schon eine enorme Leistung ;P

phrobion 11. Jul 2012

Ach so,um auf die eigentliche Frage/Aussage von mir zurückzukommen: "Der Laser und die...

MarkusXXX 11. Jul 2012

Auch die Kinect arbeitet mit Laser/Kamera/Triangulation. Allerdings nicht mit einem...

Kommentieren



Anzeige

  1. Softwareentwickler (m/w) .NET/C#
    Seven2one Informationssysteme GmbH, Karlsruhe
  2. Softwareentwickler Finanzwesen für den Third-Level-Support (m/w)
    FRITZ & MACZIOL group, Bentwisch (bei Rostock)
  3. Systemadministrator (m/w) Windows
    KDO Personaldienste, Oldenburg
  4. SEO Manager (m/w)
    redcoon GmbH, Aschaffenburg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Pangu 1.0.1

    Jailbreak für iOS 8.1

  2. Gratiseinwilligung für Google

    Verlage knicken beim Leistungsschutzrecht ein

  3. John Riccitiello

    Ex-EA-Chef ist neuer Boss von Unity Technologies

  4. Android Wear

    Moto 360 und G Watch erhalten Update

  5. Digitale Dividende II

    Bundesnetzagentur will DVB-T ab April 2015 beenden

  6. Security

    Gefährliche Schwachstellen im UEFI-Bios

  7. Broadcom

    Chips für Router mit G.Fast sind fertig

  8. Canon Filmkamera

    EOS C100 Mark II mit Dual-Pixel-AF und besserem Sucher

  9. Samsung

    Galaxy-Geräte mit Knox für US-Regierung zertifiziert

  10. Sammelkarten

    Hearthstone erst 2015 auf Smartphones



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Spacelift: Der Fahrstuhl zu den Sternen
Spacelift
Der Fahrstuhl zu den Sternen
  1. Geheimmission im All Militärdrohne X-37B nach Langzeiteinsatz gelandet
  2. Raumfahrt Indische Sonde Mangalyaan erreicht den Mars
  3. Raumfahrt Asteroidensonde Hayabusa-2 ist startklar

3D-Druck ausprobiert: Internetausdrucker 4.0
3D-Druck ausprobiert
Internetausdrucker 4.0
  1. Niedriger Schmelzpunkt 3D-Drucken mit metallischer Tinte
  2. Deltadrucker Magna Japanisches Unternehmen zeigt Riesen-3D-Drucker
  3. 3D-Technologie US-Armee will Sprengköpfe drucken

Qubes OS angeschaut: Abschottung bringt mehr Sicherheit
Qubes OS angeschaut
Abschottung bringt mehr Sicherheit

    •  / 
    Zum Artikel