KDE-Entwickler: Qt braucht Nokia künftig nicht mehr
Werbebanner für das Qt-Projekt auf der Akademy (Bild: Sebastian Grüner/Golem.de)

KDE-Entwickler Qt braucht Nokia künftig nicht mehr

Auch ohne Nokia wird Qt eine gute Zukunft haben, glauben die meisten KDE-Entwickler auf ihrem Jahrestreffen. Es gebe schlicht zu viele Entwickler mit großem Interesse an dem Framework, nicht zuletzt das KDE-Projekt selbst.

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Die Koalition zwischen Microsoft und Nokia macht die Zukunft des Qt-Frameworks ungewiss. Doch unter den KDE-Entwicklern herrscht trotzdem Aufbruchstimmung. Auch ohne Nokia werde das Framework weiterentwickelt werden, meinen viele derer, die sich zur jährlichen Akademy in Tallinn treffen.

Qt-Projekt bietet Chancen

Der Hauptgrund für den Optimismus ist das Qt-Projekt, das im Herbst vergangenen Jahres startete. Mit der Gründung des Projekts zog sich Nokia nach und nach aus der Entwicklung des Frameworks zurück und bietet freien Entwicklern oder auch Firmen nun die Möglichkeit, Code beizutragen.

Für Firmen wie RIM oder auch Adobe werde es künftig viel einfacher, Qt zu nutzen, sagt ein Entwickler, der nicht genannt werden möchte. "Selbst Volvo benutzt Qt", sagt er. Es gebe eine riesige Menge an Qt-Nutzern, die ein sehr starkes Interesse daran hätten, die Software am Leben zu halten und aktiv daran zu arbeiten.

Nicht zuletzt die KDE-Entwickler selbst treiben die Qt-Entwicklung voran. So ermöglichte das Qt-Projekt dem KWin-Entwickler Martin Gräßlin etwa, einen Bugfix in Qt 4.8 innerhalb von nur 24 Stunden unterzubringen. "Das wäre vorher unmöglich gewesen", sagte er.

Keine Sorge um Arbeitsplätze

Auch die Massenentlassungen bei Nokia und die Aufgabe ganzer Entwicklungsabteilungen lässt kaum einen Entwickler um seine Zukunft fürchten, egal für welches Unternehmen er arbeitet. Zwar äußern sich viele sehr zurückhaltend und nur anonym, doch glauben sie, auch in zwei Jahren noch als Programmierer arbeiten zu können.

Im schlimmsten Fall werde er wieder in seiner Freizeit an Qt und KDE arbeiten, statt dafür bezahlt zu werden, verrät ein Entwickler. Zwar sei es nicht schön, seine Anstellung zu verlieren, aber es werde kein Problem sein, einen neuen Arbeitgeber zu finden, sagt er weiter.

Qt wird immer frei bleiben

Die Selbstverständlichkeit, mit der einige KDE-Entwickler von einer Zukunft für Qt ausgehen, wird aber nicht ausschließlich durch das Qt-Projekt hervorgerufen. Bereits im Jahr 1998 gründete der KDE e. V. zusammen mit Trolltech, dem damaligen Eigner von Qt, die KDE-Free-Qt-Foundation..

Die Vereinbarungen geben dem KDE-Projekt das Recht, Qt unter einer freien Lizenz weiter zu veröffentlichen, falls der Qt-Eigner, aktuell ist dies Nokia, die Entwicklung einstellt. Etwa falls Nokia Konkurs anmelden muss oder durch die Kooperation mit Microsoft seine Prioritäten in der Entwicklung ändert.

Was genau im kommenden Jahren mit Qt passieren wird, bleibt ungewiss. Im KDE-Umfeld zumindest scheint dies jedoch keine allzu große Rolle zu spielen. Wichtig scheint nur, dass es weiterentwickelt wird.


ap (Golem.de) 06. Jul 2012

Das Streitgespräch zwischen zwei Usern wurde durch Schließung des Threads beendet.

mwi 05. Jul 2012

Was mich nervt, das ist dieses Totschweigen von Nokia diesen Themen gegenüber. In der...

natasha 05. Jul 2012

der Entwicklung wegfallen: http://www.macieira.org/blog/qt-stats/ Und die meisten Module...

Seitan-Sushi-Fan 05. Jul 2012

Nokia handelt absolut unlogisch, was Qt anbetrifft. Diese Unlogik hilft Qt...

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