Karten-App Apple feuert Mobile-Chef nach Maps-Panne

Apple hat nach dem Start der fehlerhaften Karten-App für iOS 6 den Chef der Mobile-Sparte Scott Forstall gekündigt. Der enge Freund von Steve Jobs soll sich geweigert haben, sich für die Pannen zu entschuldigen, und die neue Konzernführung attackiert haben.

Anzeige

Apple hat seinen Chef der Mobile-Sparte Scott Forstall entlassen, weil er sich geweigert hatte, sich für den katastrophalen Start der Karten-App in iOS 6 zu entschuldigen. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf interne Unternehmensquellen. Apple gab den Abgang von Forstall am 29. Oktober 2012 bekannt.

Auch der neue Retail-Chef John Browett verlässt den Elektronikkonzern. Browett wurde ebenfalls aufgefordert, seinen Managementposten aufzugeben. Sein Rauswurf soll aber nicht im Zusammenhang mit der Karten-App stehen.

Browett, der erst kürzlich zum Chef der Retail-Sparte Apples ernannt wurde, hatte Fehler bei der Arbeitszeitberechnung der Mitarbeiter begangen, die dazu führten, dass einige Beschäftigte für eine zu geringe Stundenzahl eingeteilt wurden.

Forstalls Rauswurf folgte auf monatelange Spannungen im Topmanagement Apples. Seit Jahren sollen seine Teamkollegen darüber geklagt haben, dass Forstall nicht kooperativ war und wegen seines engen Verhältnisses zum Firmengründer Steve Jobs eine Sonderrolle für sich beanspruchte. Seit dem Tod von Jobs fehlte dessen vermittelnde Funktion im Managementteam, um die Spannungen der anderen mit Forstall auszugleichen.

Forstall griff neue Apple-Führung an

Der 43-jährige Forstall, der 15 Jahre im Unternehmen war, hatte beklagt, dass es seit dem Tod von Jobs keinen "Entscheider" mehr bei Apple gebe, und damit offen den neuen Firmenchef Tim Cook angegriffen. Forstall sei intern eine Zeitlang sogar als Nachfolger von Steve Jobs im Gespräch gewesen.

Apple hatte im September 2012 eine eigene Karten-App in iOS 6 integriert und damit Googles Karten-App ausgetauscht. Das Team von Forstall soll jahrelang daran gearbeitet haben, Google Maps auf dem iPhone zu ersetzen.

Doch wenige Tage nach dem Erscheinen von iOS 6 tauchten immer mehr Fehlerberichte zur Karten-App auf. Besitzer von iPhones und iPads waren verärgert. Die Vorwürfe: Bezeichnungen bekannter Sehenswürdigkeiten stimmen nicht oder fehlen ganz, bei der Navigation werden lange Umwege gemacht, Adressen werden abseits von Straßen angezeigt, 3D-Daten und Satellitenansicht haben Darstellungsfehler und in Kartenbereichen fehlen oftmals die notwendigen Details. Die Google-Maps-App kann nicht mehr genutzt werden, weil sie nicht mehr Bestandteil von iOS ist. Und die webbasierte Version von Google Maps hat nicht alle Funktionen der App.

Aber Forstall weigerte sich, seinen Namen unter eine Entschuldigung an die Kunden zu setzen, weshalb Cook das Schreiben unterzeichnete.

Im August 2012 wurde Craig Federighi, bisher Chef der Mac-Software-Entwicklung, zum Senior Vice President befördert. Apple erklärte nun, das Federighi die Führung der Sparte Mobile iOS Software übernehme. Senior Vice President Eddy Cue wird verantwortlich für Siri und Maps. Jony Ive, verantwortlich für Industrial Design, wird zusätzlich Chef für den Bereich Human Interface (HI) für alle Apple-Produkte.

Ein Nachfolger für die Retail-Sparte wird noch gesucht.


Phonehoppy 05. Nov 2012

Ganz recht, das war ein Irrweg in iOS und Mac OS X

abnormi 31. Okt 2012

Die Antwort auf deine Frage: ja. Steve Jobs had an IQ roughly 160 or above. He skipped...

_Pluto1010_ 31. Okt 2012

Das würde aber bedeuten das sie Ihre Sache lieben müssten und nicht nur das Geld das sie...

Technikfreak 31. Okt 2012

Warum korrupt? Ohne Wurst wird dir kein Hund den Schlitten ziehen.

matok 30. Okt 2012

Ich würde ja gerne wissen, ob es wirklich nur ein Machtkampf war. Wie es für micht...

Kommentieren




Anzeige
  1. Lotus-Notes-Entwickler (m/w)
    Volksbank Freiburg eG, Freiburg
  2. System- und Netzwerkadministrator (m/w)
    Global Group Dialog Solutions AG, Idstein
  3. Webentwickler (m/w)
    e-vendo AG, Berlin
  4. Datenbank Entwickler - MS SQL (m/w)
    Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland, Köln

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Filesharing

    Schweiz will Internetsperren auf das Urheberrecht ausweiten

  2. Oslic und Oscad

    Ratgeber für freie Lizenzen

  3. Datenschutz-Grundverordnung

    Chaos Computer Club fürchtet Datenschutzauflösung durch EU

  4. 3M

    Quantenpunkte sollen LCDs farbiger machen

  5. Solar Impulse

    Solarflugzeug fliegt nach Dallas

  6. Telekom

    Bundestagspetition gegen Drosselung gestartet

  7. Linuxtag 2013

    Univention Absolventenpreis für Stauvermeidung

  8. Smartphones

    Kritik an Samsungs "rabiater Vorherrschaft"

  9. Steve Wilhite

    Ehrung für den Erfinder des "Jif"-Formates

  10. Seagate

    4-TByte-Festplatte für DVR und Videoüberwachung



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Blackberry Z10 im Langzeittest: Tausche Android gegen Blackberry
Blackberry Z10 im Langzeittest
Tausche Android gegen Blackberry

Mit dem Z10 versucht Blackberry ein Comeback im Smartphone-Markt. Auch Android-Anwendungen lassen sich auf dem Gerät installieren. Golem.de-Autor Tobias Költzsch hat zwei Wochen lang sein Galaxy S3 gegen das Z10 getauscht und im Langzeittest überprüft, wie schwer ein Umstieg ist.

  1. Smartphones Blackberry Q5 im Juli, Blackberry 10.1 wird verteilt
  2. Mobilfunk Fast drei Viertel der Smartphones laufen mit Android
  3. Blackberry-Chef "In fünf Jahren gibt es keine Tablets mehr"

Tallinn-Manual: Regierung äußert sich zu Nato-Regeln zum Töten von Hackern
Tallinn-Manual
Regierung äußert sich zu Nato-Regeln zum Töten von Hackern

Das Tallinn-Manual der Nato, das im Cyberwar das Töten von Hackern erlaubt, beschäftigt jetzt auch die Bundesregierung. "Es obliegt nicht der Bundesregierung, eine breite gesellschaftliche Debatte über die Regeln zu führen", heißt es trocken.

  1. Cyberwar Experten halten Stuxnet-Einsatz für Gewaltanwendung
  2. Cyberwar BND errichtet Abteilung zur Abwehr von Hackerangriffen
  3. Cyber Defense Nato-Papier gibt Hacker zum Abschuss frei

Ruckus Wireless: Telefonzellen werden zu Gratis-Hotspots
Ruckus Wireless
Telefonzellen werden zu Gratis-Hotspots

Über 3.000 Telefonzellen stattet Ruckus Wireless als kostenlose WLAN-Hotspots aus. Das maximale tägliche Datenübertragungsvolumen liegt pro Nutzer bei 1 GByte.

  1. Projekt Millilink Fraunhofer-Institut überträgt 40 GBit/s über Richtfunk
  2. Metageek InSSIDer 3 mit Linkscore fürs Heim-WLAN
  3. Kabel Deutschland Kostenloses Berliner WLAN-Netz 250.000-mal genutzt

Zum Artikel