Abo
  • Services:
Anzeige
Ein Kind schaut auf ein Notebookdisplay.
Ein Kind schaut auf ein Notebookdisplay. (Bild: AFP/Getty Images)

Opt-out: Voraktivierter Jugendschutzfilter gefordert

Auch Baden-Württembergs Landesanstalt für Kommunikation plädiert für eine von den Providern voraktivierte Jugendschutzsperre wie in Großbritannien. Durch eine Opt-out-Regelung setzten sich Erwachsene aktiv mit dem Jugendschutz auseinander, sagt deren Präsident im Gespräch mit Golem.de.

Anzeige

Das britische Jugendschutzfilter-Modell, wonach Provider eine Jugendschutzsperre voreingestellt haben, gewinnt in Deutschland immer mehr Befürworter. Nach dem niedersächsischen Landesmedienchef Andreas Fischer, der vor drei Wochen dafür warb, sich auch in Deutschland damit auseinanderzusetzen, plädiert nun auch Thomas Langheinrich, der Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg, für das Modell.

Nutzer stören sich vor allem daran, dass der Filter von den Providern zunächst aktiviert wird und dass sie sich aktiv per Opt-out dagegen entscheiden müssen. Im Gespräch mit Golem.de betont Langheinrich, dass dies vor allem eine "Entscheidungserleichterung für einen Erwachsenen" sei. Er vergleicht den Jugendschutzfilter mit einem Virenfilterangebot, das Provider auch heute schon per Opt-out anbieten.

"Kinderschutz by Design"

Grundsätzlich wirbt Langheinrich für einen "Kinderschutz by Design" auch in Geräten wie PCs, Routern und Smartphones - ähnlich wie sich Datenschützer schon seit langem für "Privacy by Design" einsetzen: "Die Geräte sollten von vornherein so konfiguriert sein, dass Eltern die Jugendschutzsperren aufheben müssen", sagt Langheinrich. "Dabei sollte es einfach und handhabbar gestaltet sein. Letztlich soll das den Nutzer dazu bringen, darüber nachzudenken: Will ich das? Ja oder nein." Dieses Prinzip gelte auch für andere Sicherheitsmaßnahmen, die ein Nutzer auf einem Gerät erst einmal freischalten müsse, etwa um den Zugriff auf seine Daten zu erlauben.

Langheinrich betont, dass die Initiative dafür aus der Wirtschaft kommen müsse. Der staatliche Jugendschutz in Deutschland greife zu kurz, sagt Langheinrich, dessen Behörde für den Jugendschutz in Onlinemedien in Baden-Württemberg zuständig ist: "Wir wissen, dass wir mit bürokratischen Methoden nicht viel erreichen, sondern nur, wenn die Unternehmen ihre Verantwortung wahrnehmen."

Langheinrich zieht hierfür einen Vergleich mit der Automobilindustrie heran: Die meisten Automobilhersteller würden inzwischen ihre Wagen mit Isofix ausstatten, obwohl nur die Kunden das System brauchten, die Kindersitze einbauen. Kinderschutz könne zudem auch eine Frage des Images sein: So werbe ein großer deutscher Automobilhersteller damit, die besten Schutzmechanismen für Kinder zu haben.

Gesellschaftliche Verpflichtung der Provider

Der baden-württembergische Landesmedienchef sagt: "Genauso stelle ich mir das beim Internet-Service-Provider vor: dass er erkennt, dass er den Zugang anbietet, aber nicht verantwortlich für jede Website ist. Aber dass er weiß, dass er an der Datenflut verdient. Da gehört es zur gesellschaftlichen Verpflichtung in einem ganz begrenzten Bereich, nämlich dem Kinder- und Jugendschutz, Verantwortung zu übernehmen." Im Umweltbereich müsse jeder Verantwortung übernehmen, der eine gefahrerhöhende Sache in die Welt bringe. Auch im Straßenverkehr gebe es eine Gefährdungshaftung: Sobald man ein Auto fährt, ist man gefahrerhöhend und trägt an einem Unfall automatisch eine Mitschuld. Langheinrich: "Das sollte auch im Internet so sein."

Tatsächlich haben sich die Provider schon 2008 im Rahmen einer Selbstverpflichtung gegenüber dem Europarat bereits dazu verpflichtet, ihre Kunden stärker über Kinder- und Jugendschutzmaßnahmen zu informieren. Auch erlaubt die Selbstverpflichtung den Einsatz von Jugendschutzfiltern mit Wissen und nach den Vorgaben der Nutzer. So brachte der britische Provider Talktalk die Jugendschutzsoftware aus eigenem Antrieb auf den Markt. Aktuell sträubt sich jedoch der deutsche Internetproviderverband Eco mit dem Argument gegen den Vorschlag, dass damit eine Zensurinfrastruktur aufgebaut werde. Damit widerspricht er gleichwohl der Selbstverpflichtung, die er selbst schon vor Jahren eingegangen ist.

'Gegenteil von einer heimlichen staatlichen Überwachung' 

eye home zur Startseite
Hardy65 07. Mär 2014

Überwachung der Kleinen ist gut - aber nicht von der NSA. Wir sollten eine NSA-ähnliche...

nw42 06. Mär 2014

nichts gegen Jugendschutz, aber das ist schon wieder dummer blinder Aktionismus... Ich...

Anonymer Nutzer 06. Mär 2014

Mal zum Wachrütteln: Deinem Informationsanschluss soll eine Infrastruktur vorgeschalten...

dopemanone 06. Mär 2014

oder warum sind von 10 artikeln 8 stück magenta-hinterlegt?? langsam nerfts! und ihr...

HubertHans 06. Mär 2014

Du hast die Ironie nicht verstanden...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Bosch Thermotechnik GmbH, Lollar
  2. CIBER AG, Heidelberg
  3. ASYS Automatisierungssysteme GmbH, Dornstadt bei Ulm
  4. operational services GmbH & Co. KG, Zwickau


Anzeige
Top-Angebote
  1. Um den 15-Prozent-Gutschein in Anspruch nehmen zu können, kaufen die Nutzer einfach ihren...
  2. (u. a. Jurassic World, Creed, Die Unfassbaren, Kingsman, John Wick, Interstellar, Mad Max)
  3. 99,00€

Folgen Sie uns
       


  1. UTM

    Nokia lässt Drohnen am Flughafen steigen

  2. Swift Playgrounds im Test

    Apple infiziert Kinder mit Programmiertalent

  3. Gedrosselt

    Congstar bringt Hardware WLAN Cube mit Datentarif

  4. Messenger

    Datenschützer verbietet Facebook und Whatsapp Datenabgleich

  5. Helio X30

    Mediateks 10-Kern-Chip soll Smartphone-Laufzeit verlängern

  6. The Division

    Testserver mit Version 1.4 für alle PC-Spieler zugänglich

  7. Google

    Chromecast mit 4K-Unterstützung wird wohl teuer

  8. Glasfasertempo

    Deutschland soll zuerst modernes Hochleistungsnetz bekommen

  9. Microsoft

    Das bringt Windows Server 2016

  10. Google

    Android plus Chrome OS ergibt Andromeda



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Oliver Stones Film Snowden: Schneewittchen und die nationale Sicherheit
Oliver Stones Film Snowden
Schneewittchen und die nationale Sicherheit
  1. US-Experten im Bundestag Gegen Überwachung helfen keine Gesetze
  2. Neues BND-Gesetz Eco warnt vor unkontrolliertem Zugriff auf deutschen Traffic
  3. Datenschützerin Voßhoff Geheimbericht wirft BND schwere Gesetzesverstöße vor

Fitbit Charge 2 im Test: Fitness mit Herzschlag und Klopfgehäuse
Fitbit Charge 2 im Test
Fitness mit Herzschlag und Klopfgehäuse
  1. Fitbit Ausatmen mit dem Charge 2
  2. Polar M600 Sechs LEDs für eine Pulsmessung
  3. Fitnessportale Die Spielifizierung des Sports

Forza Horizon 3 im Test: Autoparadies Australien
Forza Horizon 3 im Test
Autoparadies Australien
  1. Die Woche im Video Schneewittchen und das iPhone 7
  2. Forza Motorsport 6 PC-Rennspiel Apex fährt aus der Beta
  3. Microsoft Play Anywhere gilt für alle Spiele der Microsoft Studios

  1. 1ms zuverlässlig? Gaming?

    Eisboer | 12:14

  2. Re: Was sind die MS und Google-Alternativen?

    am (golem.de) | 12:13

  3. Re: Und was bewirkt die Verwaltungsanordnung?

    chewbacca0815 | 12:12

  4. Niemals Mediatek

    grorg | 12:11

  5. Re: krasse Folgen für den Laptop Markt

    Nein! | 12:11


  1. 12:15

  2. 11:58

  3. 11:55

  4. 11:32

  5. 11:26

  6. 10:45

  7. 10:35

  8. 10:22


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel