Jugendschutz-Software "Jugendschutzfilter so wichtig wie Virenscanner"

Seit gestern ist die Jugendschutz-Software der Telekom erhältlich. Damit steht der Jugendschutz im Internet vor dem Umbruch - aber fast kein Nutzer weiß, was sich ändert. Bei einer Diskussionsrunde haben Experten über technische Grundlagen und weitere Plattformen gesprochen.

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Ein bisschen haben sich die Teilnehmer einer Diskussion in den Räumen der Münchner Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten (KJM) schon gewundert, dass es in den letzten Monaten so ruhig war um den Jugendschutz im Internet. Lag es daran, dass Themen wie Acta und Kino.to dann doch irgendwie spannender waren?

Dabei tut sich derzeit viel bei den staatlichen Regelungen, mit denen Eltern ihre Kinder vor unerwünschten Inhalten im Internet schützen können. So ist seit dem 29. März 2012 die Filtersoftware der Telekom für ihre Kunden als kostenloser Download erhältlich. Ein weiteres Programm bietet der von der Industrie getragene Verein Jusprog an - dahinter stecken Spielefirmen wie Electronic Arts, Unternehmen wie die Axel Springer AG und der Bauer Verlag, aber auch Anbieter von pornografischen Inhalten, etwa die Beate Uhse AG. Beiden Programmen gemein: Sie sind offiziell von der KJM anerkannt.

Deshalb ist es kein Wunder, dass Siegfried Schneider, Chef der KJM, der Auffassung ist, dass "seit Anerkennung der beiden Programme ein Stück Land in Sicht" ist für den Jugendschutz im Internet. Und das, obwohl nach dem Stopp der Novelle des Jugendmedienstaatsvertrages selbst Experten lange Zeit nicht wussten, wie Gesellschaft und Politik künftig ihre Jüngsten vor unpassenden Inhalten schützen sollen.

Jugendschutz vorerst nur bis 16 Jahre

Zu tun gibt es trotzdem noch viel: Die beiden Programme sind zwar offiziell anerkannt, aber laut Schneider derzeit nur für Inhalte mit einer Freigabe bis 16 Jahre. Erst ab Juni 2013 sind sie auch für Inhalte mit einer Einstufung "ab 18" anerkannt - allerdings nur, wenn sich die Software bewährt und bestimmte Vorgaben bei ihrer Verbreitung erreicht. Staat und Industrie müssten also dafür sorgen, dass Jugendschutzfilter möglichst schnell so normal wie ein Virenscanner würden, sagt ein Teilnehmer der Diskussionsrunde in München.

Schneider sieht eine Reihe von Herausforderungen auf die Entwickler der Jugendschutzprogramme zukommen. So müssen einige bekannte Probleme behoben werden. Etwa, was das sogenannte Over- und Under-Blocking angeht. Gemeint ist, dass die Software auch die richtigen Seiten sperrt - und nicht, wie im Februar 2012 bei einem Test des Jusprog gezeigt, beispielsweise auch Übersetzungsdienste von Google und Wikileaks.

Stefan Schellenberg, Mitbegründer von Jusprog, räumt bei der Diskussion in der KJM die Probleme ein, sagt aber auch, dass an Lösungen gearbeitet werde. Derzeit gelte eine Vorgabe von 80 Prozent Treffern für die Software - sprich: Von fünf untersuchten Seiten müssen vier korrekt gesperrt oder nicht gesperrt sein. Dazu läuft eine mehrstufige Prüfung ab: Erst arbeitet das Programm die Liste der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) ab, dann checkt es die möglichen individuellen Sperren der Eltern und anschließend eigene Eingaben des Nutzers.

Die Filterliste entscheidet 

benji83 02. Apr 2012

+1 (kt)

benji83 02. Apr 2012

Also ich möchte wenn ich den Vertrag für ein neuen Internetanschluss abschließe nicht...

SaSi 31. Mär 2012

das rad neu erfinden! jugendschutzmechanismen gibts es bereits im betriebssystem, anstatt...

Remy 31. Mär 2012

Vollkommen richtig. Wenn man die Auslebung der eigenen Sexualität bis 18 blockiert, sind...

Des_Moines 31. Mär 2012

Du hast natürlich Recht damit, dass im Jahre 2012 im Fernsehen auch tagsüber Inhalte...

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