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Expertentreffen bei der KJM in München
Expertentreffen bei der KJM in München (Bild: Golem.de)

Die Filterliste entscheidet

Als letzter und entscheidender Schritt erfolgt der Abgleich mit einer Filterliste, die laufend aktualisiert wird. Wenn eine Alterseinstufung bis 12 Jahren eingestellt wird, sind alle Webseiten blockiert, die das Programm nicht kennt - ab 12 Jahren ist es genau umgekehrt. Die Vorgabe der 80 Prozent Trefferquote ergibt sich übrigens aus dem, was Experten nach dem aktuellen Stand der Technik für machbar halten - wenn die machbare Quote aufgrund optimierter Algorithmen steigt, wird auch die Vorgabe erhöht, so jedenfalls der Plan.

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Eine weitere Herausforderung sieht KJM-Chef Schneider darin, alle relevanten Plattformen zu erreichen. Beide Jugendschutzprogramme stehen derzeit nur für Windows-PC zur Verfügung - vergleichbar anerkannte Lösungen für Linux, Mac OS oder gar für Smartphones und Tablets gibt es derzeit nicht. Insbesondere mobile Endgeräte stellten eine technische Herausforderung dar, sagt Thomas Schiemann von der Telekom. Er halte es für "essenziell wichtig, die Endgerätehersteller mit einzubinden", weil sonst jeder Jugendliche die Software nach ein paar Augenblicken deaktivieren könne.

So sicher wie der große Bruder

Bei den jetzt erhältlichen Versionen für Windows-PC geben sich die Experten ganz zufrieden mit dem Erreichten: Zum einen sei die Software natürlich gründlich geprüft. Zum anderen gehe es gar nicht um hundertprozentige Sicherheit. TV-Sendungen mit zu viel Sex und Crime seien schließlich auch nicht sicher vor Jugendlichen - zumindest, wenn die in der Lage sind, einen Rekorder zu programmieren oder den älteren Bruder in die Videothek zu schicken.

Sehr viel effektivere Hürden werde es auch am PC nicht geben, solange es im Grunde reiche, "einfach eine CD mit Ubuntu" ins Laufwerk zu legen, sagt Friedemann Schindler, Leiter von Jugendschutz.net. Nebenbei macht es nach Darstellung der Diskussionsteilnehmer durchaus einen Unterschied, ob Kinder und Jugendliche einfach so auf pornografische oder gewalthaltige Inhalte zugreifen können - oder ob sie zumindest gefühlt eine Grenze übertreten.

Als dritte große Herausforderung sieht Schneider, der Software möglichst schnell eine große Verbreitung zu verschaffen. Er nennt Umfragen, laut denen 21 bis 27 Prozent der Eltern irgendeinen Jugendschutzfilter installiert haben - der aber, wenn er aus dem angloamerikanischen Raum komme, gerne mal unerbittlich bei Erotik und Pornografie sei, aber bei Gewalt beide Augen zudrücke. Am liebsten wäre es Schneider, wenn Jugendschutzfilter künftig auf jedem Rechner, der ausgeliefert wird, bereits installiert sind, oder wenn die Programme fester Bestandteil von Betriebssystemen sind. Erwachsene könnten sie dann natürlich deaktivieren - ähnlich, wie es jetzt bei den Sicherheitsvorgaben bei Google ist.

Die Jugendschutzlücke wächst

Um die bislang zwei offiziell anerkannten Programme bekannter zu machen, berichtet Felix Barckhausen - im Bundesfamilienministerium zuständig für das Referat Jugend und Medien -, dass er derzeit gemeinsam mit den Ländern eine umfangreiche Kampagne plant; auch die Unternehmen sollen eingebunden werden. Die Kampagne soll in den kommenden Wochen und Monaten allmählich starten, ihr Schwerpunkt liegt auf den neuen Softwareangeboten, aber auch auf der Einbindung von Eltern in den Schutz ihrer Kinder - gerade mal 13 Prozent der Eltern surfen regelmäßig zusammen mit ihren Kindern im Internet, ergab eine aktuelle Studie.

Der Druck auf die Anbieter der Jugendschutz-Sofware ist auch deshalb so groß, schnell für eine Verbreitung ihrer Software zu sorgen, weil die Jugendschutzlücke derzeit wieder wächst. Denn jetzt, wo die Programme erhältlich sind, dürfen beispielsweise die Anbieter von Erotikseiten laut Jugendmedienstaatsvertrag auf bestimmte Alterskontrollen verzichten. Stattdessen haben sie die Möglichkeit, ihre Webinhalte in Deutschland mit dem Age-de.xml zu kennzeichnen, das das bisherige ICRA-Tag ablöst - aber eben entsprechende Filtersoftware voraussetzt. Ein Ansatz, den Friedemann Schindler von Jugendschutz.net für zukunftsweisend hält. Unter anderem deswegen, weil etwa eine Webseite für Erwachsene auch so gestaltet werden kann, dass sie parallel für Kinder geeignet ist.

 Jugendschutz-Software: "Jugendschutzfilter so wichtig wie Virenscanner"

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benji83 02. Apr 2012

+1 (kt)

benji83 02. Apr 2012

Also ich möchte wenn ich den Vertrag für ein neuen Internetanschluss abschließe nicht...

SaSi 31. Mär 2012

das rad neu erfinden! jugendschutzmechanismen gibts es bereits im betriebssystem, anstatt...

Remy 31. Mär 2012

Vollkommen richtig. Wenn man die Auslebung der eigenen Sexualität bis 18 blockiert, sind...

Des_Moines 31. Mär 2012

Du hast natürlich Recht damit, dass im Jahre 2012 im Fernsehen auch tagsüber Inhalte...



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