Marskolonie: robust, anpassungsfähig, neugierig, einfallsreich, teamfähig
Marskolonie: robust, anpassungsfähig, neugierig, einfallsreich, teamfähig (Bild: Mars One)

Jetzt bewerben Wer will Marsianer werden?

Dem Wettlauf zum Mond in den 1960er Jahren folgt jetzt ein Wettlauf zum Mars: Ein niederländisches Unternehmen will 2023 die erste Marskolonie eröffnen. Das Unternehmen sucht Freiwillige für die Mission ohne Wiederkehr.

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Die Erde satt? Woanders neu anfangen? Dem Marsrover Curiosity einen Besuch abstatten? Das niederländische Unternehmen Mars One plant eine Kolonie auf dem Nachbarplaneten. In zehn Jahren geht es los. Erdmüde können ihre Bewerbung als Marspionier per Videobotschaft einreichen.

In Kürze wolle Mars One das Bewerbungsverfahren eröffnen, sagte Bas Lansdorp, der Chef und einer der Gründer des Unternehmens, der BBC. Wer zum Mars One wolle, müsse mindestens 18 Jahre alt sein und einige bestimmte Charaktereigenschaften mitbringen, schreibt Mars One: Der künftige Marsbewohner müsse robust, anpassungsfähig, neugierig, einfallsreich und in hohem Maße teamfähig sein. Interessenten können sich in Form eines einminütigen Videos bewerben.

Zum Mars ohne Rückfahrschein

Eines allerdings muss den Marsfahrern bewusst sein: Sie lösen ein einfaches Ticket, ohne Rückkehr zur Erde. Die sei nach einem längeren Aufenthalt auf dem Mars nicht mehr möglich, sagte Lansdorp: Auf dem mehrmonatigen Flug zum Mars werden die Astronauten bereits Muskelmasse verlieren, und die Knochen werden sich abbauen. Die Schwerkraft auf dem Mars sei zudem geringer als auf der Erde. Wer sich länger auf dem Mars aufgehalten habe, werde sich an die Bedingungen auf der Erde nicht mehr anpassen können, sagt Lansdorp.

Die Vorbereitungen für die Marsbesiedlung laufen: Schon in drei Jahren soll die erste Mission starten: Im Januar 2016 will Mars One das erste Raumschiff mit Versorgungsgütern und Teilen wie Solarmodulen zum Mars schicken. Der Raumtransporter soll im Oktober nahe dem künftigen Siedlungsort landen. 2018 wollen die Niederländer einen großen Rover hinterherschicken. Der wird die Umgebung des Landeplatzes erkunden und den Platz ausfindig machen, an dem die Siedlung schließlich gebaut wird.

Rover bereiten vor

Bis 2021 sollen alle Komponenten für die Siedlung in verschiedenen Missionen auf den Mars transportiert werden. Dazu gehören unter anderem zwei Wohnmodule, zwei Module für die Lebenserhaltung sowie ein zweiter Rover. Die beiden Rover werden die Komponenten zum Siedlungsort bringen und alles für die Ankunft der Siedler vorbereiten.

  • So soll die Marskolonie in den 2020er Jahren aussehen. (Bild: Mars One)
So soll die Marskolonie in den 2020er Jahren aussehen. (Bild: Mars One)

2022 wird es dann ernst für die ersten vier Kolonisten: Im September werden sie von der Erde aufbrechen und sieben Monate später, im April 2023, ihre neue Heimat erreichen. Wenige Wochen später sollen sie Post von der Erde bekommen - in Form von fünf Versorgungsmissionen mit weiteren Unterkünften, Versorgungsgütern und einem weiteren Rover. Die nächsten Kolonisten sollen 2025 folgen.

Big Brother auf dem Mars

Finanzieren wollen die Niederländer das Projekt über Spenden, Sponsoren und den Verkauf von Übertragungsrechten: Von Anfang an soll das Marsprojekt im Fernsehen übertragen werden: Schon die Auswahl der Kandidaten können die Zuschauer verfolgen - Marskolonist statt Superstar oder Supermodel. Später werden die Versorgungsflüge sowie die Aktionen der Rover auf dem Mars übertragen. Richtig spannend wird es, wenn die erste Mannschaft auf dem Mars ankommt und die Zuschauer auf der Erde jeden ihrer Schritte auf dem Bildschirm verfolgen können - Big Brother im Weltraumzeitalter.

Eine weitere Finanzspritze wird das Bewerbungsverfahren: Um sicherzugehen, dass sich nur ernsthafte Interessenten melden, wird Mars One eine Gebühr für die Einreichung erheben. Mars One erwarte eine Million Bewerbungen, sagte Lansdorp dem auf Raumfahrtthemen spezialisierten Nachrichtenangebot Space.com. Bei einem Kostenbeitrag von voraussichtlich 25 US-Dollar kommt da eine schöne Summe zusammen. Um eine Chancengleichheit zu wahren, soll der Betrag nicht einheitlich sein: Bewerber aus reichen Ländern zahlten mehr als solche aus ärmeren Ländern, erläutert Lansdorp.

Reges Interesse

Weitere Details zum Auswahlverfahren will Mars One auf einer Pressekonferenz am kommenden Montag bekanntgeben. Es hätten sich bereits 45.000 Nutzer in den E-Mail-Verteiler des Unternehmens eingetragen, sagt Lansdorp. Außerdem hätten sich schon 10.000 Interessenten per Mail bei ihnen gemeldet.

Nach dem Wettlauf zum Mond in den 1960er Jahren scheint nun ein Wettlauf zum Mars bevorzustehen - allerdings mit privater Beteiligung: Zwar will auch die Nasa eine bemannte Mission zum Mars schicken. Doch die US-Raumfahrtbehörde plant ein solches Vorhaben für die 2030er Jahre. Die private Konkurrenz ist ehrgeiziger: Der US-Geschäftsmann Dennis Tito will 2018 eine zweiköpfige Besatzung zu einer Marsumrundung schicken. Mars One will fünf Jahre später gleich eine Kolonie gründen.


oette 19. Apr 2013

Per Brieftaube fällt schon mal flach. Der Drutschen Post würde ich es aber zutrauen, den...

booyakasha 18. Apr 2013

Philipp K Dick

booyakasha 18. Apr 2013

Meintest du solche "Flugunfähigen Wohnwagen"? http://picturebookreport.files.wordpress...

BasAn 18. Apr 2013

Bei 14 Minuten Übertragungszeit Mars/Erde kannste live-Übertragungen vergessen, eine...

BasAn 18. Apr 2013

UV-Strahlen kommen mangels Atmosphäre fast ungefiltert auf den Marsboden. Allerdings ist...

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