Jeff Nelson: Wie Chrome OS entstand
Chromebook mit Googles Chrome OS (Bild: Google)

Jeff Nelson Wie Chrome OS entstand

Jeff Nelson entwickelte 2006 für Google ein neues Betriebssystem, da ihm Windows und Linux viel zu langsam waren. Daraus wurde später Chrome OS, das zunächst auf Firefox basierte.

Anzeige

Jeff Nelson entwickelte die erste Version von Chrome OS, das damals noch nicht so hieß und auf Firefox statt Chrome basierte. In einem Blogeintrag schildert er die Anfänge des Betriebssystem, das zunächst unter dem Codenamen "Google OS" entwickelt und 2009 unter dem Namen "Chrome OS" erstmals veröffentlicht wurde. 2012 erhielt Google ein Patent auf Nelsons Erfindung.

Die erste Version des Betriebssystems schrieb Nelson bereits im Juli 2006, fand im Google-Management aber keine Unterstützung für seine Idee. "Das kann man nicht im Flugzeug nutzen", wies sein Chef die Idee ab. Dabei handelte es sich damals noch um eine vollständige Linux-Distribution, unter der sich jedes Linux-Programm nutzen ließ.

Zudem basierte diese erste Version noch auf Firefox, denn die Entwicklung von Chrome hatte damals noch gar nicht begonnen. Erst im Laufe des Jahres 2007 kam Chrome in Nelsons System zum Einsatz, als erste Betaversionen des Browsers Google-intern verteilt wurden. Allerdings ging es Nelson damals auch gar nicht um ein System, unter dem nur Web-Apps laufen wie heute unter Chrome OS. Vielmehr wollte Nelson ein extrem schnelles Betriebssystem entwickeln.

Nelson war nach eigenen Angaben von Windows und Linux frustriert. Die Systeme erschienen ihm unnötig langsam. Er entwickelte damals Web-Apps für Google, weshalb er seinen Browser sehr oft neu startete, manchmal mehrere hundert Mal am Tag. Das dauerte oft über 30 Sekunden. Aber selbst die Anzeige eines Ordners im Dateimanager fand Nelson zu langsam.

Nelsons Lösung bestand darin, das komplette Betriebssystem in den Arbeitsspeicher zu verschieben, so dass keine Zugriffe auf die Festplatte mehr nötig sind. Das Ergebnis: Firefox startet in 1 Sekunde statt zuvor in 45 Sekunden. Das Öffnen eines Verzeichnisses im Dateimanager beschleunigte sich von 8 auf 0,01 Sekunden. Selbst das Kompilieren von Code ging 60 Prozent schneller.

Um zu verhindern, dass ihm auf diesem Weg Daten verloren gehen, konfigurierte Nelson seine Entwicklungsumgebung so, dass sie automatisch Backups auf einem Netzwerklaufwerk ablegte. Einige Versionen wurden zudem lokal auf der Festplatte gespeichert. Für viele andere Aufgaben nutzte er Web-Apps, wobei die Daten ohnehin im Netz gespeichert wurden. Letztendlich kam das System so fast ohne Festplattenzugriffe aus, von den gelegentlichen Backups um dem Boot-Prozess einmal angesehen.

Große Anwendungen, die mehrere GByte belegen, lassen sich in so einem System aber nicht installieren, denn der verfügbare Arbeitsspeicher war im Vergleich zu einer Festplatte knapp. Letztendlich führte die Idee des im RAM liegenden Betriebssystem aber dazu, dass immer mehr Programme durch Web-Apps ersetzt wurden und die Grundidee eines Betriebssystems entstand, bei dem alle Anwendungen im Browser laufen.

Nachtrag vom 15. Februar 2013, 8:30 Uhr

Peter Kasting und andere Google-Mitarbeiter zweifeln die Darstellung von Jeff Nelson an. Nach Ansicht von Kasting, der an der Entwicklung von Chrome von Beginn an beteiligt war, hat Nelsons Projekt nichts mit Chrome OS zu tun. Dem allerdings widerspricht Nelson in den Kommentaren zu Kastings Eintrag bei Google+.


Fohat 15. Feb 2013

Schnell, übersichtlich in der Programmierung. Wird aber nicht wirklich forciert...

irata 14. Feb 2013

Beim Atari 800XL war die RAMDisk jedenfalls ein enormer Geschwindigkeitszuwachs. Aber im...

irata 14. Feb 2013

Stimmt zum Teil, es werden aber auch bestimmte Werte ins RAM kopiert, gelöscht...

HerrMannelig 14. Feb 2013

weil es von vornherein optimiert?

jude 14. Feb 2013

... und er hätte diese als "zu langsam" taxiert wäre etwas wirklich spannendes...

Kommentieren



Anzeige

  1. Project Management Coordinator (m/w)
    Teradata GmbH, München, Frankfurt oder Düsseldorf
  2. PHP Web Entwickler/-in (m/w)
    mediawave internet solutions GmbH, München
  3. Leiter/in des IT-Anforderungsmanagements
    Landeshauptstadt München, München
  4. Software Support Specialist (m/w)
    Scheidt & Bachmann Service GmbH, Mönchengladbach

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Apple verkraftet Ansturm nicht

    OS X Yosemite - die öffentliche Beta ist da

  2. Erfundene Waren

    Ebay-Betrüger muss für 7 Jahre in Haft

  3. Uber und Wundercar

    Deutsche haben großes Interesse an Taxi-Alternativen

  4. Bundesnetzagentur

    In Deutschland sind weiter rund 30 Wimax-Anbieter aktiv

  5. Allview Viva H7

    7-Zoll-Tablet mit UMTS-Modem für 120 Euro

  6. Echtzeit-Überwachung

    BND prüft angeblich Einsatz von SAPs Hana-Datenbank

  7. Xiaomi

    Design des Mi4 von Apple "inspiriert"

  8. Terrorabwehr

    Kriterien für Aufnahme in US-Terrordatenbank enthüllt

  9. Open Name System

    DNS mit Namecoin-Blockchain

  10. In eigener Sache

    Computec Media veröffentlicht Spielevideo-App Games TV 24



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Smartphone-Hersteller Xiaomi: Wie Apple, nur anders
Smartphone-Hersteller Xiaomi
Wie Apple, nur anders
  1. Flir One Wärmebildkamera fürs iPhone lieferbar
  2. Per Smartphone Paypal ermöglicht Bezahlen in Restaurants landesweit
  3. Datenübertragung Smartphone-Kompass spielt Musik durch Magnetkraft

Nvidia Shield Tablet ausprobiert: Schnelles Spiele-Tablet für Android mit WLAN-Controller
Nvidia Shield Tablet ausprobiert
Schnelles Spiele-Tablet für Android mit WLAN-Controller
  1. Tegra K1 Start von Nvidias Shield Tablet zeichnet sich ab
  2. GM200 und GM204 Nvidias große Maxwell-GPUs zeigen sich beim Zoll
  3. Dual-GPU-Grafikkarte EVGA macht Titan-Z schmaler und leiser als Nvidia

PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K: "Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
PC-Spiele mit 4K, 6K, 8K, 15K
"Spielen mit Downsampling schlägt Full-HD immer"
  1. Transformers Ära des Untergangs - gefilmt mit Sensoren im Imax-Format
  2. Intel-Partnerschaft mit Samsung 4K-Monitore sollen unter 400 US-Dollar gedrückt werden
  3. Asus ROG Kleine Gaming-PCs im Konsolendesign mit Desktophardware

    •  / 
    Zum Artikel