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Das JAP-Netzwerk bietet anonymes Surfen, ist aber in der kostenfreien Variante sehr langsam.
Das JAP-Netzwerk bietet anonymes Surfen, ist aber in der kostenfreien Variante sehr langsam. (Bild: Screenshot Golem.de)

Schnelleres anonymes Surfen kostet

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Die meisten Mixe werden in Deutschland betrieben, etwa von der Technischen Universität Dresden, dem Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein oder der bayerischen Piratenpartei. Da der Betrieb eines Mixes Geld und Aufwand kostet, haben die TU Dresden und die Universität Regensburg das Unternehmen Jondos gegründet, das ebenfalls Mixe betreibt. Jondos bietet auch eine kostenpflichtige Version des Dienstes an, der deutlich höhere Datenraten ermöglicht als die kostenfreie Version. Und hier liegt der entscheidende Nachteil gegenüber Tor: Aktuell liegt dort die Surfgeschwindigkeit durchschnittlich bei über 2 GBits pro Sekunde. In der kostenfreien Variante lässt sich in JAP lediglich mit bis zu 50 KBits pro Sekunde surfen. Erst mit kostenpflichtigen Tarifen lässt sich mit bis zu 1,5 GBit pro Sekunde surfen.

Die kostenfreie Variante hat auch noch weitere Einschränkungen. Dort lassen sich Dateien mit höchstens 2 MByte hoch- und herunterladen und außerdem steht nur HTTP beziehungsweise HTTPS zur Verfügung. In der kostenfreien Variante laufen die Daten durch zwei Mixe, in der kostenpflichtigen können es bis zu drei sein. Die kostenpflichtigen Tarife sind nach Volumen gestaffelt bei Preisen zwischen 5 und 140 Euro für ein halbes Jahr.

Das deutsche Recht gilt

Da die Betreiber in Deutschland sind, sind sie dem hiesigen Recht unterworfen. Im Zuge der inzwischen wieder fallengelassenen Vorratsdatenspeicherung von 2009 hatten sich einige Mix-Betreiber verpflichtet, die IP-Adressen sowie Datum und Uhrzeit des Verbindungsaufbaus in das JAP-Netzwerk sowie die Weiterleitungen zu speichern. Mit diesen Daten hätte ein Benutzer deanonymisiert werden können. Die meisten befolgten die damals umgesetzten Regelungen aber nicht, zumal sie für Mixe im Ausland ohnehin nicht zutrafen. Dazu gehörte auch der Betreiber Jondos, der auch eine Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht unterstützte, die allerdings zurückgewiesen wurde. Aktuell werden keine Daten gespeichert.

Wer das JAP-Netzwerk ausprobieren möchte, dem steht eine angepasste Version von Firefox namens Jondofox samt einem dazugehörigen Profil zur Verfügung. Der Proxy-Server Jondo lässt sich auch unabhängig vom Browser installieren und nutzen. Allerdings müssen dort dann auch Cookies deaktiviert und weitere Funktionen für das anonyme Surfen eingerichtet werden. Jondofox erspart dem Nutzer diese Arbeit und wird beispielsweise mit den Plugins Noscript oder HTTPS-Everywhere ausgeliefert.

Live-DVD fürs anonyme Surfen

Alternativ gibt es auch eine vorkonfigurierte Live-DVD, die auf Debian basiert und den Desktop Xfce mitbringt. Das bereitgestellte, etwa 1 GByte große ISO-Image lässt sich wahlweise auch auf einem USB-Stick installieren. Neben dem vorinstallierten Jondofox samt dem Jondo-Proxy-Server gibt es hier auch die Möglichkeit, sich mit dem Tor-Netzwerk zu verbinden. Außerdem bietet die Live-DVD etliche weitere Werkzeuge, die die Sicherheit des Nutzers unterstützen sollen, etwa eine Verschlüsselung oder den Passwortmanager Keypassx. Es gibt auch allerlei bekannte Anwendungen aus dem Linux-Umfeld, etwa das Büropaket Libreoffice oder die Bildbearbeitung Gimp. Wer will, kann so die Live-DVD auch auf einem betagten Rechner installieren und für die tägliche Arbeit nutzen.

Fazit

Die Geschwindigkeit des JAP-Netzwerks bei kostenfreier Nutzung ist einfach zu gering und die Beschränkung auf 2 MByte große Dateien ist kaum noch zeitgemäß, auch wenn dank Addons kaum mehr als Texte und ein paar Bilder von den angesurften Webseiten übrigbleiben. Nach dem Start des Proxy-Servers dauert es eine ganze Weile, bis eine Verbindung hergestellt werden kann. Manchmal klappt die Verbindung gar nicht. Zwischendurch nervt die Software immer wieder mit Hinweisen auf das kostenpflichtige Angebot.

Schade, denn ansonsten ist die JAP-Software gut, der vorkonfigurierte Jondofox-Browser erspart dem Anwender so manche Fummelei. Er ist vergleichbar mit dem Tor-Browser-Bundle. Allerdings wird dort Tor gleich mitinstalliert, für den Zugriff auf das JAP-Netzwerk muss Jondo zusätzlich installiert werden. Dessen Benutzeroberfläche ist aber einfach gehalten und enthält eine ausführliche Hilfe. Die Live-DVD wird regelmäßig gepflegt, die aktuelle Version ist von Mitte Februar 2015 und kann sich mit Tails oder anderen sicheren Live-Systemen durchaus messen. Die Surfgeschwindigkeit ist allerdings wahrlich nur etwas für Geduldige.

 JAP-Netzwerk: Anonymes Surfen für Geduldige

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Zulan 03. Mär 2015

Da ist aber einiges bei den Einheiten durcheinander geraden..

whitbread 03. Mär 2015

Ich weiss ja nicht, welchen Grad der Anonymität Ihr braucht, aber für jegliche legalen...

Rulf 03. Mär 2015

...die bei Tor mögliche Angriffsmethode, dass ein Unbekannter eine Zwischenstation...



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