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Ein iPhone 5 mit gebrochenem Display
Ein iPhone 5 mit gebrochenem Display (Bild: Flickr/Faris Algosaibi/CC BY 2.0)

iPhone 6: Steckt Apple Saphir ins Glas?

Kommt das iPhone 6 mit Saphirglas oder nicht? Seit Monaten wird darüber spekuliert. Doch wäre es wirklich so viel besser als das gängige Gorilla-Glas, oder handelt es sich nur um einen Marketing-Gag von Apple?

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Wer heutzutage sein Smartphone noch in ulkige Handysocken stopft, tut dies vermutlich aus nostalgischen oder modischen Gründen. Denn längst überstehen die Smartphones problemlos den gefürchteten Kontakt mit dem Schlüsselbund in der Hosen- oder Handtasche ohne Kratzer. Das ist vor allem zwei Unternehmen zu verdanken: Zum einen Corning, das unter der Marke Gorilla Glass besonders widerstandsfähiges Glas herstellt. Zum anderen Apple, das mit der Veröffentlichung des ersten iPhones im Jahr 2007 Corning überhaupt erst zum Marktführer in Sachen Abdeckglas für Smartphones und Tablets machte.

Apple könnte ohne Corning bald ein anderes Material verbauen: Saphirglas. Aktuell wird das vor allem in hochwertigen Uhren und in kleinen Bauteilen wie etwa der Kameralinse und dem Home-Button des iPhone 5S genutzt. Doch möglicherweise plant Apple, das Abdeckglas für den Schutz kompletter Smartphone-Displays einzusetzen.

Apple investiert in Saphirglas

Die Betonung liegt auf möglicherweise, denn auch kurz vor dem Apple-Event am 9. September sind die Details alles andere als sicher. Sicher ist lediglich, dass Apple seit dem vergangenen Herbst in die Herstellung von Saphirglas investiert. Im November schloss der Konzern einen mehrjährigen Vertrag mit dem Hersteller GT Advanced Technologies, der in einer neuen Apple-Fabrik in Arizona große Mengen des Materials herstellen soll.

Seitdem wird viel spekuliert: Könnte das neue iPhone 6 etwa mit Saphirglas-Abdeckung ausgeliefert werden? Gibt es das Glas nur für die größere 5,5-Zoll-Variante oder als Premium-Version? Oder kommt es vielleicht lediglich in Apples Smartwatch zur Geltung, die ebenfalls kommende Woche vorgestellt werden könnte? Das lässt zumindest ein kürzlich veröffentlichtes Schreiben an das US-Handelsministerium vermuten.

Kein Glas, sondern Kristall

Um die potenziellen Vor- und Nachteile von Saphirglas zu verstehen, muss man zuerst die Unterschiede zu den gängigen Alumosilikatgläsern (AS) wie Gorillas-Glas erklären. Diese werden "chemisch vorgespannt", indem die dünnen Glasscheiben in ein 400 °C heißes Salzbad getaucht werden. Bei dem Prozess findet ein Ionenaustausch statt: Die größeren Kalium-Ionen der Salzschmelze ersetzen die kleineren Natrium-Ionen der Glasoberfläche. Der Prozess macht das Glas widerstandsfähiger gegen Kratzer und Brüche.

Saphirglas entsteht anders, wobei, sagt Martin Kilo vom Fraunhofer-Institut für Silicatforschung, "der Begriff Saphirglas eigentlich schon falsch ist". Es besitzt im Gegensatz zu Glas eine kristalline Struktur und wird aus synthetischem Korund hergestellt. So heißt das Mineral, das je nach Varietät besser als Rubin oder Saphir bekannt ist. In Hochöfen entstehen aus Korund und Saphirkeimen nach mehreren Tagen große Blöcke, die sogenannten Boules. Aus diesen werden anschließend dünne Scheiben geschnitten und weiterverarbeitet.

Kratzfester, aber nicht unbedingt bruchsicherer

Ein Vorteil von Saphirglas ist seine hohe Kratzfestigkeit. "Saphir ist das zweithärteste Mineral der Welt, das bekommen Sie im Alltag nicht zerkratzt. Es sei denn, Sie haben Diamanten in der Hosentasche", sagt Lutz Grübel, der bei Schott den Vertrieb des Xensation-Cover-Glass leitet. Auf Branchentreffen wie dem Mobile World Congress in Barcelona präsentierte GT Advanced Technologies im vergangenen Jahr bereits die Widerstandsfähigkeit des Materials: Die Besucher versuchten erfolglos, das Display zu zerkratzen. Videos zeigen, dass selbst Granitblöcke dem Material kaum etwas anhaben können.

Anders sieht es bei der Bruchsicherheit aus. "Im Falle eines Sharp Impact, also wenn ein spitzer Gegenstand mit viel Wucht auf das Display trifft, schneidet Saphirglas in der Regel deutlich schlechter ab", sagt Grübel. Ein Video, das Corning im Frühjahr als Reaktion auf die Gerüchte veröffentlichte, zeigt, dass Saphirglas zudem unter hohem Druck auf eine einzelne Stelle schneller bricht als das Gorilla-Glas aus dem eigenen Haus.

Eine Frage des Designs

Dass Corning zu diesen Ergebnissen kommt, ist nicht überraschend, aber auch die Tester von uBreakiFix kamen zu ähnlichen Schlussfolgerungen: Saphirglas ist zwar härter, bricht aber schneller. Das zeigte unter anderem ein Falltest mit dem Kyocera Brigadier, dem ersten Smartphone mit Saphirglas. Allerdings nur, als man das Abdeckglas einzeln auf eine Betonplatte fallen ließ. Im Schutz des Gehäuses zeigte das Glas auch nach einem Fall aus 2,5 Metern keine Brüche.

Diese Feststellung ist wichtig: "Die Bruchfestigkeit hängt nicht nur von dem Substrat ab, sondern auch von dem Design des Geräts. Offene Kanten und scharfe Ecken beeinflussen, wie viele Schläge ein Display übersteht", erklärt Grübel. Diese Design-Kompetenz der Hersteller werde bei reinen Material-Vergleichen oft vergessen. Es wäre denkbar, dass es Apple mit seinem Know-how gelingt, das Saphirglas in den Geräten so zu schützen, dass es sowohl in Sachen Kratz- als auch Bruchfestigkeit die aktuellen AS-Gläser übertreffen könnte.

Saphirglas ist teuer, die Ausbeuten gering 

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Eheran 10. Sep 2014

Folgendes würde ich gern (im Auto dann) per NFC machen: Einmal mit NFC gegentippen...

KojiroAK 10. Sep 2014

ich denke, da hat einfach jemand p und q vertauscht.

Eheran 10. Sep 2014

Die Zahlen sind leider ohne Aussagekraft, weil du nicht gleichzeitig noch die Anzahl der...

TrudleR 10. Sep 2014

Geht es nicht vor allem ums Zerkratzen? Mein HTC One hat Kratzer auf dem Display, die (so...

kossi 09. Sep 2014

"Oder kommt es vielleicht lediglich in Apples Smartwatch zur Geltung, die ebenfalls...

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