iOS-App Offmaps gibt Openstreetmap zugunsten von Mapquest auf

Die iOS-Anwendung Offmaps, Teil unseres Werkzeugkastens, nutzt nicht mehr auf direktem Wege die Openstreetmap-Daten. Stattdessen werden die OSM-Daten über Mapquest ausgeliefert. Vor allem bei den Details (POI) bedeutet das eine Verschlechterung.

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Felix Lamouroux hat seine Kartenanwendung Offmaps über den App Store von Apple auf die Version 4.4 aktualisiert. Wie gehabt, können Karten heruntergeladen werden, um die Daten ohne Netzverbindung im iPhone, iPod touch oder iPad vorzuhalten. Doch die Kartenbasis wurde mit dem Update verändert. Statt von Openstreetmap kommen die Daten nun von Mapquest.

Dass mit Offmaps 4.4 Openstreetmap aufgegeben wurde, bedeutet aber keine vollständige Abkehr von Openstreetmap. Mapquest selbst kooperiert mit der Community und hat laut dem OSM-Wiki rund eine Million US-Dollar investiert. Über Mapquest werden also weiterhin Openstreetmap-Informationen angezeigt.

Doch im Detail ist es eine Verschlechterung. Wir konnten uns nach einem Update beide Kartenmaterialien in Berlin teils parallel anzeigen lassen, da die alten Openstreetmap-Daten noch im Cache waren. Fehlendes Material wurde durch Mapquest ergänzt. Die folgende Galerie zeigt gut die Unterschiede zwischen den beiden Karten. Die farbintensiveren Kartenkacheln sind von Openstreetmap. Das nüchterne Layout ist von Mapquest.

  • Offmaps mit neuer Kartendarstellung. Links sind Mapquest-Daten, rechts die alten Openstreetmap-Daten.
  • Die Karten sind nicht nachträglich zusammengesetzt. Im Raum von Berlin zeigte unsere Anwendung dank Offlinedaten zum Teil beide Kartentypen an.
  • Mapquest wirkt weniger überladen. Openstreetmap ist anstrengender zu lesen.
  • Bei Details wie U- und S-Bahnen ist Mapquest schlechter. Die roten Punkte und Linien dazu sieht der Mapquest-Nutzer nicht.
  • OSM-Daten sind in oberen Zoomstufen bereits detaillierter, wie an den Gebäudeumrissen zu erkennen ist.
  • Offmaps 4.4
  • Gebäudeumrisse gibt es in Mapquest etwas später, aber dafür angenehmer dargestellt.
  • Die Darstellung von Straßen wurde verändert. Unten rechts: OSM, oben links: Mapquest.
  • Oben rechts: OSM. Mapquest-Autobahnen sind schöner.
  • Links OSM, rechts Mapquest
  • Wo ist eigentlich der Hauptbahnhof von Berlin?
  • Ortskundige finden ihn.
  • Mapquest-Nutzer können ihn erahnen...
  • ... und schließlich in der höchsten Zoomstufe auch erkennen.
  • Restaurants, Kneipen und Bars gibt es bei Mapquest (l.) nicht.
  • OSM-Daten sind hilfreich, wenn der Nutzer Apotheken, Taxistände, Banken oder WCs sucht.
Offmaps mit neuer Kartendarstellung. Links sind Mapquest-Daten, rechts die alten Openstreetmap-Daten.

Im Detail zeigen sich doch sehr deutliche Unterschiede. Zwar ist das Mapquest-Layout angenehmer für das Auge, da es nicht so überfrachtet ist. Aber gerade die Überfrachtung ist ein enormer Vorteil der Openstreetmap-Daten. So zeigen die Kacheln von Openstreetmap in dem von uns gewählten Design viel früher Details wie Gebäudeumrisse an. Die neuen Daten sind zudem stärker auf die Bedürfnisse von Autofahrern ausgelegt. Selbst markante Punkte wie den Berliner Hauptbahnhof kann der Nutzer von Offmaps nicht mehr erkennen. Erst in der höchsten Zoomstufe wird der Bahnhof angezeigt.

Selbst Symbole für Bahnhöfe und Haltepunkte gibt es erst sehr spät. Mapquest zeigt stattdessen eher die Bundes- oder Landstraßennummern an. Hübscher sind auch die Autobahnen ausgefallen. Die Anschlussstellen werden besser lesbar dargestellt. Aber auch hier bietet Openstreetmap herausgezoomt etwas mehr Details.

Bankautomaten sind verschwunden

Für Nutzer, die sich in der Stadt direkt bewegen, gibt es gerade bei den sogenannten Points of Interest (POI) Nachteile. Damit sind nicht nur touristische Orte, sondern auch Orte des alltäglichen Lebens gemeint. Die Openstreetmap-Community ist äußerst fleißig beim Sammeln von Supermärkten, Bankautomaten und Banken, Restaurants, Taxiständen, Toiletten, Parkhäusern sowie Apotheken. Diese Informationsfülle ist nicht nur für Besucher interessant, sondern auch für Einheimische. Sogar Hotels am Berliner Ku'damm sind zum Teil verschwunden. Sie werden durch Mapquest dafür mit Schriftzügen angezeigt, das gilt aber nicht für alle Hotels.

Wer Offmaps in seinem Urzustand behalten möchte, sollte lieber kein Update über den Appstore machen. Wer es schon getan hat, findet die ipa-Datei normalerweise im Papierkorb oder muss auf seine Backups zurückgreifen.

Offmaps 2 als Nachfolger

Lamouroux möchte eigentlich nicht mehr, dass Nutzer Offmaps in der ersten Ausgabe kaufen. Der Preis ist höher als für Offmaps 2 und der Entwickler warnt sogar auf der App-Seite von Offmaps vor einem Kauf. Die Anwendung ist nur noch aus Supportgründen im Appstore.

Golem.de war ursprünglich von Offmaps sehr überzeugt. In unserem Werkzeugkasten stellen wir Offmaps mit Openstreetmap ausführlich vor. Diese Version ist so allerdings nicht mehr erhältlich.

Den Nachfolger Offmaps 2 haben wir auch getestet. Der überzeugte uns aber nicht. Zwar sind die Downloads drastisch reduziert worden, allerdings ist ein freier definierter Kartendownload nicht mehr möglich. Kartendownloads sind regionenbasiert, was beispielsweise einen manuellen Download einer Überlandfahrt erschwert. Die neue Version schaffte es somit nicht in unseren Werkzeugkasten, einer Sammlung kleiner Hilfsprogramme, die die Redaktion selbst einsetzt.


xviper 20. Aug 2012

Unsinn. Die Tiles kommen bei allen auf die gleiche Art. Eine wirkliche API gibt es nicht...

xviper 19. Aug 2012

aber Vorsicht, Cloudmade aktualisiert seit einiger Zeit die Daten nicht mehr. Deren...

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