Die Autoren der Megaupload-Studie: Dr. Jörg Claussen (l.) und Christian Peukert
Die Autoren der Megaupload-Studie: Dr. Jörg Claussen (l.) und Christian Peukert (Bild: Matthias Huber/Süddeutsche.de)

Untersuchung des Heimkinomarkts ist nächster Schritt

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Süddeutsche.de: Wie haben sie denn Blockbuster von "kleinen Filmen" abgegrenzt?

Peukert: Wir haben uns bis jetzt bewusst dagegen entschieden, die Budgets einzubeziehen. Für uns ist ein Blockbuster ein Film, der erfolgreich genug ist, dass er in vielen Kinosälen gezeigt wird.

Süddeutsche.de: Die Studios produzieren immer weniger Filme unterhalb des Blockbuster-Niveaus. Mittlere Budgets und ernstere Themen werden seltener. Ist das in Ihrer Studie berücksichtigt?

Claussen: Wir haben Zahlen von 2007 bis 2012 ausgewertet, das ist für die Filmindustrie eine eher kurzfristige Perspektive. Weil die Megaupload-Abschaltung so unerwartet kam, konnten die Studios noch nicht reagieren. Dennoch erkennen wir einen ganz klaren Bruch innerhalb der Daten für den Zeitpunkt, als Megaupload geschlossen wurde.

Süddeutsche.de: Die weltweiten Filmumsätze sind von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlich. Schon ein einziger Film wie "Avatar" kann das Gesamtergebnis massiv beeinflussen. Ist das für Ihre Arbeit ein Problem?

Claussen: Das war auch eine unserer Sorgen. Das Filmgeschäft verläuft stark zyklisch. Aber wir vergleichen Filme, die im gleichen Land, in der gleichen Kalenderwoche, im gleichen Genre gelaufen sind. Und dann nur den Unterschied zwischen diesen Beispielen. Daher sind wir relativ sicher, diese Schwankungen ganz gut herausgerechnet zu haben.

Peukert: Ganz wichtig ist auch, dass wir Filme in der gleichen Lebensphase vergleichen, also nicht einen Film in seiner zweiten mit einem anderen in seiner fünften Woche nach Kinostart.

Süddeutsche.de: Gerade 2012, also das relevante Jahr für ihre Untersuchung, dürfte auch dank globaler Wirtschaftskrise für die Unterhaltungsindustrie weniger erfolgreich sein, oder?

Peukert: Natürlich ist das ein Problem für unsere Studie. Es ist aber technisch relativ leicht, solche Zeiteffekte auszuschließen, da sie ja für alle Filme in gleichem Maß gelten. Wir versuchen auch, in unserem Modell andere Elemente aufzufangen, die Filme erfolgreich machen - also zum Beispiel die Mitwirkung bestimmter Schauspieler. Das sind alles faire Kritikpunkte, aber wir sind ziemlich zuversichtlich, sie gut im Griff zu haben.

Claussen: Wir haben außerdem Daten aus 49 Ländern. Und wir beobachten diese Effekte nicht nur für die ganze Welt, sondern auch für einzelne Länder. Wir haben uns zum Beispiel auch isoliert den amerikanischen oder den deutschen Markt angeschaut.

Süddeutsche.de: Ihr Arbeitspapier untersucht bisher nur die Kinoumsätze. Liegt es denn nicht nahe, dass ein Download-Portal auf den Heimkinomarkt größere Auswirkungen als auf die Kinobesuche hat?

Claussen: Wir hatten zuerst die Daten für die Kinoumsätze zur Verfügung, also haben wir damit begonnen. Und die MPAA [die Dachorganisation der amerikanischen Filmwirtschaft, die Red.], die ja auch die Abschaltung von Megaupload erwirkt hat, vertritt in erster Linie die Kinowirtschaft und hat in deren Sinn argumentiert. Aber den Heimkinomarkt wollen wir uns im nächsten Schritt ansehen.

Christian Peukert und Jörg Claussen sind Wirtschaftswissenschaftler mit dem Forschungsschwerpunkt Digitale Märkte. Peukert hat in München studiert und promoviert als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ludwig-Maximilians-Universität. Claussen ist dagegen ursprünglich gar nicht vom Fach: Nach einem abgeschlossenen Elektrotechnik-Studium in München entschied er sich für eine Promotion in Betriebswirtschaftslehre. Derzeit arbeitet er mit einem Forschungsstipendium an der Kopenhagen Business School.

 Interview mit Filesharing-Forschern: "Megaupload-Schließung nutzte nur den Mainstream-Filmen"

redwolf 29. Nov 2012

https://de.wikipedia.org/wiki/Argumentum_ad_hominem

Bouncy 29. Nov 2012

Für den, der aktiv in der Szene ist: nichts, die Szene hält zig Alternativen parat und...

Trockenobst 29. Nov 2012

Was willst Du von Leuten erwarten, dessen Argumente zu 90% aus persönlichen Anfeindungen...

dahana 28. Nov 2012

Nicht von dieser Mafia.

a user 28. Nov 2012

wer von uns beiden ist hier offenbar mit einem populistischen interview zufrieden anstatt...

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