Intel-Labs-Chef im Interview Vom Chiphersteller zum universellen IT-Konzern

Der Leiter der europäischen Intel Labs erklärt im Gespräch mit Golem.de, wie sich sein Unternehmen grundlegend wandeln will. Elektroautos und Smart Grids spielen dabei ebenso eine Rolle wie Ultrabooks.

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Der Ire Martin Curley ist nicht nur Chef der europäischen Intel Labs, in denen das Unternehmen Zukunftstechnologie erforscht. Er ist auch in mehreren EU-Gremien vertreten, die unter anderem die Energieversorgung und Mobilität voranbringen wollen. Beides ist eng verbunden, wie Curley betont: "Wir können in Irland ohne Probleme 250.000 Elektroautos auf die Straße bringen, ohne mehr Energie produzieren zu müssen"

Das ist auf der grünen Insel möglich, weil fast die Hälfte der Elektrizität mit Windkraft erzeugt wird. Die Energie wird jedoch nachts kaum benötigt und bisher weitgehend verschwendet, weil die Speicherung großer Strommengen ein noch immer ungelöstes Problem ist. Wenn die Energie aber schon da sei, so Curley, könnte man sie auch nachts zum Laden von Elektroautos verwenden.

An dieser Stelle kommt dann die Vernetzung von Verbrauchern und Erzeugern von Energie ins Spiel, auch als Smart Grid bekannt. Wenn eine Viertelmillion Fahrzeuge gleichzeitig geladen werden soll, würde dies das Netz unweigerlich überlasten. Also sollen die Elektroautos dem Grid mitteilen, wie viel Ladung sie benötigen, das Netz lädt dann nach seinen Kapazitäten zeitversetzt. Um zu bestimmen, welches Fahrzeug bis zu welchem Zeitpunkt wie weit geladen werden muss, ist auch eine Vorhersage der Fahrten am nächsten Tag nötig.

Die Auswertung dieser Daten in den Rechenzentren eines Smart Grids ist dabei der Punkt, an dem Intel mit seinen Prozessoren bereits Produkte liefern kann. Curley zufolge sollen in Zukunft aber auch die Sensoren in Elektroautos und viele weitere Halbleiter zu einem Smart Grid beitragen. Auch die Solarzelle auf dem Dach eines Privathauses soll sich so in das Netz einfügen - die richtige Verteilung von selbst erzeugter Energie ist ein weiterer Baustein des Grids.

Die enge Partnerschaft zwischen Versorgungsunternehmen und anderen Vertretern der Privatwirtschaft sowie der Politik ist nur ein Bereich, in dem sich Intel stärker engagieren will. Da das Unternehmen - trotz nachlassender Nachfrage nach Prozessoren - immer noch der größte Halbleiterhersteller der Welt ist, werden die Chipfabriken auch für andere Firmen geöffnet.

Intel ist eine Foundry 

M.P. 05. Mär 2013

Man könnte es einen "Intel Kreislauf" nennen: 1) Diversifizieren: Neue Sparten aufmachen...

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