Die Website von Yuilop
Die Website von Yuilop (Bild: Screenshot Golem.de)

Instant Messenger Yuilop ist doch keine Alternative zu Whatsapp

Vorsicht bei der Verwendung des Instant Messengers Yuilop: Der Dienst verschickt Nachrichten unverschlüsselt im Klartext. Uns hatten die Entwickler etwas anderes gesagt.

Anzeige

"Yuilop verschlüsselt grundsätzlich alle Textnachrichten": Mit dieser Erklärung hat uns Yuilops Marketingmanager Jacques Frisch bei unserer Recherche nach Alternativen zu dem als unsicher geltenden Messenger Whatsapp überzeugt. Leider war sie unwahr.

Kurz nach der Veröffentlichung unseres Artikels über Instant Messenger schrieb uns Sicherheitsforscher Thomas Roth in einer E-Mail: "Eine Analyse des Netzwerkverkehrs von mir zeigte eindeutig, dass die Textnachrichten [bei Yuilop] in unverschlüsseltem XMPP versendet werden." Das bedeutet, Nachrichten der App für iOS und Android werden im Klartext übertragen und können zum Beispiel in einem offenen WLAN mitgelesen werden.

  • Das Sniffer-Tool Wireshark zeigt eine ausgehende Yuilop-Nachricht von Sicherheitsforscher Thomas Roth im Klartext. Die Nachricht wurde in einem offenen WLAN abgefangen. (Bild: Thomas Roth/Screenshot: Golem.de)
  • Auch bei unserem Test konnten wir mit Whiteshark eine ausgehende Yuilop-Nachricht im WLAN im Klartext einsehen. (Bild: Screenshot Golem.de)
Das Sniffer-Tool Wireshark zeigt eine ausgehende Yuilop-Nachricht von Sicherheitsforscher Thomas Roth im Klartext. Die Nachricht wurde in einem offenen WLAN abgefangen. (Bild: Thomas Roth/Screenshot: Golem.de)

Roth hatte sich bereits am 12. November per Twitter an die Entwickler des Dienstes gewandt. Er schrieb: "Congratulations to @yuilop for doing their SIP/XMPP stuff in cleartext. Glad we learned things from @whatsapp" - "Gratulation an Yuilop, das seine Nachrichten im Klartext überträgt." Er erhielt keine Antwort.

In einem weiteren Tweet an die Entwickler machte Roth deutlich, dass es sich um eine ernsthafte Sicherheitslücke handele. Er fragte, an wen er sich wegen der Sicherheitsbedenken wenden könne. Er wurde auf ein Supportformular hingewiesen, in dem er sein Anliegen schildern könne. Das machte er auch. Eine Antwort kam nicht.

Nachrichten im Klartext mit Wireshark

Mit den Recherchen Roths konfrontiert, teilte uns Marketingmanager Frisch heute Morgen nochmals mit, dass alle Nachrichten bei Yuilop verschlüsselt seien, nur die Anrufe nicht, wie wir auch in unserem Artikel erwähnten. Ein eigener Test mit Wireshark, einem Programm, das den Datenverkehr in WLANs aufzeichnen und auswerten kann, ergab aber etwas anderes: Eine von uns mit Yuilop versendete Nachricht konnte mit dem Sniffer im Klartext ausgelesen werden.

Wir haben uns daraufhin erneut mit Yuilop in Verbindung gesetzt. Eine Erklärung, wie es zu der Falschaussage kommen konnte, blieb bisher aus. Thomas Roth hat unterdessen weitere Sicherheitslücken gefunden: "Ich habe auch Probleme mit der Authentification festgestellt", schreibt er. "Es ist ziemlich kaputt."

Den Abschnitt Yuilop haben wir aus unserem Beitrag über Alternativen zu Whatsapp entfernt.

Nachtrag vom 16. November 2012, 13:15 Uhr

Mittlerweile hat sich Yuilop-Gründer und -CEO Jochen Doppelhammer schriftlich bei uns gemeldet. "Wir sind über das aufgedeckte Problem sehr betroffen, da wir sehr viel Wert auf die Extra-Sicherheit unseres Services gegenüber anderen ähnlichen Messaging Diensten legen", schreibt er in einer E-Mail. Sein Team habe die Situation falsch eingeschätzt. Außerdem sei eine Bugfix-Version von Yuilop bei Apple eingereicht worden, um den Sicherheitsstandard wieder herzustellen.


Okkarator 17. Nov 2012

Yuilop hat im eigenen Blog ein Dankesschreiben an Golem.de samt Erklärung abgegeben...

IrgendeinNutzer 16. Nov 2012

Soll er eingestellt haben, was auch zu erwarten war.

ryazor 16. Nov 2012

Wen interessiert das?

y.m.m.d. 16. Nov 2012

Naja prinzipell ist das nicht verwerflich. Aber wenn man aufgrund Sicherheitsbedenken...

tingelchen 16. Nov 2012

Es handelt sich hierbei natürlich um ein Softwarefehler. Entstanden durch die Debug...

Kommentieren



Anzeige

  1. Consultant - Rollout eines CMS (m/w)
    Daimler AG, Stuttgart
  2. Referent (m/w) IT (Projekt- und Portfoliomanagement)
    Amprion GmbH, Dortmund
  3. Traineeprogramm mit dem Schwerpunkt IT
    EWE Aktiengesellschaft, Oldenburg
  4. E-Commerce Reimbursement Manager EMEA (m/w)
    Abbott Diabetes Care (ADC) Division, Wiesbaden

 

Detailsuche


Blu-ray-Angebote
  1. Alien - Jubiläums Collection - 35 Jahre [Blu-ray]
    20,99€
  2. Mystic River (Steelbook) (exklusiv bei Amazon.de) [Blu-ray] [Limited Edition]
    14,99€ - Release 28.05.
  3. FSK-18-Filme reduziert
    (u. a. Scarface 8,99€, Band of Brothers 17,97€, Robocop 1-3 Collection 20,65€, Dawn of the...

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Die Woche im Video

    Ein Zombie, Insekten und Lollipop

  2. Star Wars Battlefront

    Planetenkampf vor dem Erwachen der Macht

  3. Geodaten

    200 Beschäftigte verpixelten Google-Street-View-Häuser

  4. Windkraftwerke

    Kletterroboter überprüft Windräder

  5. Inside Abbey Road

    Mit Google durch das berühmteste Musikstudio der Welt

  6. ÖBB

    WLAN im Spaceshuttle einfacher zu machen als im Zug

  7. Google

    Chrome unterstützt Windows XP bis Ende 2015

  8. Kernel

    GNU Hurd 0.6 erschienen

  9. Highway Star

    Wikos Alu-Smartphone kostet 370 Euro

  10. MM1

    VR-Stuhl mit Fünf-Punkte-Gurt



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



P8 im Hands On: Huawei setzt auf die Kamera
P8 im Hands On
Huawei setzt auf die Kamera
  1. Huawei P8 Max Riesen-Smartphone mit 6,8-Zoll-Display kostet 550 Euro
  2. Netzwerk und Smartphone Huawei verdient 4,5 Milliarden US-Dollar
  3. Neue Kirin-Prozessoren Nächstes Google Nexus soll von Huawei kommen

Vorratsdatenspeicherung: Das erste Placebo mit Nebenwirkungen
Vorratsdatenspeicherung
Das erste Placebo mit Nebenwirkungen
  1. Überwachung Telekom begrüßt Speicherdauer der Vorratsdatenspeicherung
  2. Vorratsdatenspeicherung Regierung will Verkehrsdaten zehn Wochen lang speichern
  3. Asyl für Snowden Bundesregierung bestreitet Drohungen der USA

Vindskip: Das Schiff der Zukunft segelt hart am Wind
Vindskip
Das Schiff der Zukunft segelt hart am Wind
  1. Volvo Lifepaint Reflektorfarbe aus der Dose schützt Radfahrer
  2. Munin Moderne Geisterschiffe brauchen keinen Steuermann
  3. Globales Transportnetz China will längsten Tunnel am Meeresgrund bauen

  1. Re: Einfach ein Windows Phone kaufen

    SchmuseTigger | 09:06

  2. Es gibt ein Release; war: Version 1.0 ist dann ca...

    ArneBab | 09:05

  3. Re: Auch wenn ich kein Star Wars Fan bin...

    exxo | 09:05

  4. 'Smart' ist das neue Dumm

    miauwww | 09:04

  5. Re: Neuland

    YarYar | 08:59


  1. 09:01

  2. 20:53

  3. 19:22

  4. 18:52

  5. 16:49

  6. 16:35

  7. 15:14

  8. 14:53


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel