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Screenshot der Ingress-Seite
Screenshot der Ingress-Seite (Bild: NianticLabs@Google)

Ingress Wenn die Welt zum Spielbrett wird

Mit dem Augmented-Reality-Spiel Ingress macht Google die Spieler zu Sammlern und modernen Revolverhelden. Im Gegenzug profitiert das Unternehmen davon, dass Millionen Menschen freiwillig Fotografien ihrer Umgebung machen und kostenfrei zur Verfügung stellen.

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Wer die Betaversion von Googles Augmented Reality Game Ingress spielt, kommt zumindest für die Erstellung neuer Portale nicht darum herum, dem Unternehmen kostenfrei jede Menge eigener Fotos zur Verfügung zu stellen. Die Google-Tochter Niantic Labs benötigt derzeit rund zwei Wochen, um das Motiv zu überprüfen. Erst danach erhält der Spieler die Möglichkeit, das neue Portal in Anspruch zu nehmen, um es mit Energie auszustatten. Ziel von Ingress ist es, die Welt mit gigantischen Flächen zu überziehen, die von den eigenen Portalen beschützt werden. Es kämpfen die Erleuchteten in grüner Farbe gegen die Blauen vom Widerstand. Umgangssprachlich bezeichnen sich beide Fraktionen als die grünen Frösche und die blauen Schlümpfe.

Wien, Sommer 2013. Es regnet in Strömen. Um halb 3 Uhr nachts läuft Manfred Krejcik auf die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland zu. Nach wenigen Minuten Aufenthalt vor dem Botschaftsgebäude wird er freundlich von einem Wiener Polizisten gefragt, ob er ihm helfen könne. Krejcik verneint, zeigt auf sein Smartphone und behauptet, er habe seine E-Mails bearbeitet. In Wahrheit ist er, obwohl er zu den aktivsten Datenschützern Wiens gehört, zu einem passionierten Ingress-Spieler geworden. Ihm ist bewusst, wie viele Informationen er über sich und Dritte preisgibt. Wer sich bei diesem Augmented-Reality-Spiel anmeldet, nutzt die von Google zur Verfügung gestellte Weltkarte Intel Map. Unter Insidern ist die inoffizielle IITC-Schnittstelle sehr beliebt, die in Echtzeit den Aufenthaltsort der Spieler per GPS bis auf 5 Meter genau anzeigen kann.

Jeder Spieler macht sich gläsern, sobald er seine Ingress-App startet. Die Software verrät nicht nur, wo sich die nächsten Portale befinden. Sie teilt Google auch mit, wo die Mitspieler gerade mit ihren tragbaren Geräten unterwegs sind. Wer will, kann sich den Aufenthaltsort der Mitspieler auch nach vorheriger Installation zusätzlicher Software auf dem Browser des heimischen PCs anzeigen lassen. Von hier bis zur totalen Überwachung ist es nicht mehr weit.

Manfred Krejcik wurde im Frühjahr 2013 vom Ingress-Fieber angesteckt. Wer mitspielen will, benötigt die Einladung eines aktiven Spielers. Alternativ kann man die Teilnahme auf der Website des Projekts beantragen und muss sich mitunter mehrere Wochen gedulden. Da Google primär die Geräte der eigenen Firmware unterstützt, gibt es die App bislang nur für Smartphones und Tablet-PCs, auf denen Android läuft. Für iOS wurde bislang keine offizielle Software vorgestellt, frühestens Anfang 2014 dürfen auch die Besitzer eines Apple iDevice mitspielen. In der Vergangenheit gab es illegale Programme, die flüssiger als das Original laufen sollen. Wer selbst entwickelte Applikationen benutzt, riskiert aber seinen Ingress-Account. Google sperrt manchmal Mitspieler, die sich vom offiziellen Weg entfernen.

Ähnliche Erfahrungen machte auch die Programmiererin Hakin Dazs, die einen Zusatz für Ingress erstellt hat. Mit dem Addon für IITC war es möglich, automatisch die Portale in der Nähe ausfindig zu machen, wo die meisten Punkte zu holen sind. Doch optimierte Spielabläufe oder modifizierte Software, die in Eigenregie programmiert wird, toleriert Google nicht. Wer sich nicht an die allgemeinen Geschäftsbedingungen hält, fliegt aus dem Google Play Store.

Kein tiefer Sinn vorhanden

"Nach einem tieferen Sinn darf man nicht fragen", erklärt der Wiener Datenschützer zum Spielprinzip. Seine persönliche Motivation, Ingress zu spielen, ist es, der eigenen körperlichen Bewegung einen Grund zu geben. Bis er den höchsten Level erreicht hat, nutzte er ein Paar Turnschuhe ab. Zehn Kilogramm hat er bislang verloren und bis Level 8 zu Fuß über 100 Kilometer zurückgelegt. Manchmal vergeht eine ganze Nacht, bis der eigene Stadtbezirk in der Farbe der Erleuchteten grün eingefärbt werden kann. "Andere gehen mit ihrem Hund hinaus. Ich gehe mit meinem Smartphone spazieren", sagt Krejcik. Doch wer alleine spielt, dessen Möglichkeiten sind begrenzt. Wer dem Gegner wirklich effektiv schaden will, muss sich mit Gleichgesinnten treffen, um die Energie aller Spieler zu bündeln.

Doch bei Ingress geht es noch um mehr. Der Erfinder John Hanke, der lange Zeit an der Umsetzung von Google Maps und Google Earth gearbeitet hat, wollte mit seinem Game lauffaule Menschen aktivieren und zusammenbringen. Die Mitspieler einer Fraktion stehen über einen Chat im ständigen Kontakt. In den größeren Städten gibt es bereits die ersten Stammtische, in Wien wird im Frühjahr 2014 das erste Ingress Barcamp veranstaltet.

Wie wird Google das Spiel monetarisieren? 

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Elgareth 25. Okt 2013

;-) Naja, was für Nachärger? Ich lasse mir ja nichts zu schulden kommen, da können die...

thedesx 24. Okt 2013

Habs mir jetzt auch mal für WP geholt. Scheint ganz cool zu sein; Ingress ist ja uns...

RealUlli 23. Okt 2013

Die bei uns am besten funktionierende Methode, den Abriss der eigenen Farm zu verzoegern...

tezmanian 23. Okt 2013

Wir haben unsere Gegend sehr lange grün halten können, durch extreme Aktivität halt...

Derres 23. Okt 2013

Schuss ins eigene Tor :D

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