IMS Health verteidigt die Sammlung der Daten durch das Apothekenzentrum VSA.
IMS Health verteidigt die Sammlung der Daten durch das Apothekenzentrum VSA. (Bild: IMS Health/Screenshot: Golem.de)

IMS Health Patientendaten sind angeblich nicht rückrechenbar

In einer Stellungnahme äußert sich ausgerechnet das US-Unternehmen IMS Health zu den vom Nachrichtenmagazin Spiegel erhobenen Vorwürfen, dass die Patientendaten des Apothekenzentrum VSA nicht ausreichend anonymisiert sind. Es schließt eine Rückrechenbarkeit kategorisch aus.

Anzeige

Das US-Unternehmen IMS Health hat in einer PDF-Stellungnahme Vorwürfe des Nachrichtenmagazins Der Spiegel zurückgewiesen. Die Zeitschrift hatte am Wochenende dem Apothekenzentrum VSA vorgeworfen, Daten nicht ausreichend zu anonymisieren. Der 64-stellige Pseudonym-Code eines Versicherten lasse sich zur Versicherungsnummer zurückrechnen, und dieser Code werde von VSA an IMS Health weitergegeben. IMS Health verteidigt nun das Vorgehen des Partnerunternehmens, das vor allem in Süddeutschland aktiv ist und Rezeptabrechnungen für Apotheken durchführt.

Die Daten sind seiner Überzeugung nach sicher anonymisiert. Um die Sicherheit der Daten zu belegen, bezieht sich IMS Health auf Erkenntnisse der Bayerischen Datenschutzbehörde. Die stellte im Jahresbericht 2011/2012 fest, dass die Patientendaten und das Anonymisierungsverfahren des Apothekenzentrums VSA ausreichend sind. Auch dem Unternehmen IMS ist kein Weg der Rückrechnung bekannt. Die Möglichkeit, dass durch technischen Fortschritt sich Schwachstellen im Algorithmus zeigen, erwähnt IMS Health nicht.

Trotz der angeblichen Sicherheit stellt IMS Health klar, dass es übermittelte und anonyme Daten, die sie etwa von dem Apothekenzentrum VSA bekommen haben, so nicht an Kunden weitergeben würde. Die gewonnenen Daten könnten zudem weder Ärzten noch Patienten zugeordnet werden. Das liege daran, dass die Daten in Segmenten geliefert würden, die etwa Rezepte von durchschnittlich zehn Ärzten oder Apothekern in einem Datensatz enthielten. IMS Health stellt zudem klar, dass mit patientenindividuellen Angeboten keine namentlich genannten Patienten gemeint sind. Was IMS mit dem Begriff patientenindividuell tatsächlich meint, lässt der Konzern offen.

Übertriebener Schutz von Daten könnte als Datenschutzmissbrauch eingestuft werden

Mit einem Zitat macht IMS Health gleich eingangs in seiner Mitteilung deutlich, dass es von der Debatte eigentlich nicht viel hält. Dabei lässt das Unternehmen allerdings einen anderen für sich sprechen. Es zitiert den Professor Bertram Häussler, der die Arbeiten einzelner Datenschutzbeauftragter mit dem Missbrauch des Datenschutzes gleichsetzt: "Nun kommen auf einmal einzelne Datenschutzbeauftragte auf die Idee, dass solche Daten aus grundsätzlichen Erwägungen nicht verwendet werden dürfen. Hier wird der Datenschutz missbraucht."


mcBlues 20. Aug 2013

Zitat aus dem Artikel: "... Die Möglichkeit, dass durch technischen Fortschritt sich...

Charles Marlow 20. Aug 2013

Schliesslich lassen die das auch ständig machen bzw. kassieren Kohle für's Stillhalten.

Zitrone 20. Aug 2013

Sowas wie GEMA für Datensätze. Gefällt mir ^^

Kommentieren



Anzeige

  1. Programmierer (m/w)
    PfalzKom, Gesellschaft für Telekommunikation mbH, Ludwigshafen
  2. Test Architekt/in Embedded Platform (m/w)
    Advanced Driver Information Technology GmbH, Hildesheim
  3. Technischer Berater (m/w) C++ / Java
    USU AG, Bonn
  4. Senior Javascript Frontend Developer (m/w)
    tresmo GmbH, Augsburg

 

Detailsuche


Blu-ray-Angebote
  1. NEU: Der Hobbit: Smaugs Einöde Extended Edition 2D/3D BD Steelbook (exklusiv bei Amazon.de) [3D Blu-ray]
    32,97€
  2. 3 Blu-rays für 20 EUR
    (u. a. Das Schweigen der Lämmer, Die Verurteilten, Independence Day)
  3. VORBESTELLBAR: Die Pinguine aus Madagascar [3D Blu-ray]
    23,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Spionagesoftware

    NSA-Programm Regin zwei Jahre im Kanzleramt aktiv

  2. Biofabrikation

    Forscher wollen Gewebe aus Spinnenseide drucken

  3. Ultrabook-Prozessor

    Intels Skylake ersetzt Broadwell bereits im Frühsommer

  4. GTX-970-Affäre

    AMD veralbert Nvidia per Twitter und verlost Grafikkarten

  5. Spielebranche

    Sega streicht 300 Stellen

  6. Gegen Pegida

    Informatiker und Bitkom für Flüchtlinge und Vielfalt

  7. Smartphones

    Huawei empfindet Windows Phone als Einheitsbrei

  8. FCC

    Erst 25 MBit/s sind in den USA jetzt ein Breitbandanschluss

  9. DVB-T2/HEVC

    Nur ein Betreiber will Antennen-TV in HD aufbauen

  10. Place Tips

    Facebook wird zum Stadtführer



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Glibc: Ein Geist gefährdet Linux-Systeme
Glibc
Ein Geist gefährdet Linux-Systeme
  1. Tamil Driver Freier Treiber für ARMs Mali-T-GPUs entsteht
  2. Red Star ausprobiert Das Linux aus Nordkorea
  3. Linux-Jahresrückblick 2014 Umbauarbeiten, Gezanke und Container

Onlinehandel: Welche Versand-Flatrates sich nicht lohnen
Onlinehandel
Welche Versand-Flatrates sich nicht lohnen
  1. Quartalsbericht Amazons Ausgaben steigen auf 28,7 Milliarden US-Dollar
  2. Amazon Original Movies Amazon will eigene Kinofilme kurz nach der Premiere streamen
  3. Ultra-HD Amazons 4K-Videos vorerst nur für Smart-TVs

The Witcher 3: Hinter den Kulissen der Konsolenoptimierer
The Witcher 3
Hinter den Kulissen der Konsolenoptimierer
  1. The Witcher 3 angespielt Geralt und die "Mission Bratpfanne"
  2. CD Projekt The Witcher 3 hätte gerne eine 350-Euro-Grafikkarte
  3. The Witcher 3 Geralt von Riva hext erst im Mai 2015

    •  / 
    Zum Artikel