Abo
  • Services:
Anzeige
Ein Schlafzimmer übers Internet vermieten - darf man das eigentlich?
Ein Schlafzimmer übers Internet vermieten - darf man das eigentlich? (Bild: Abarra/WM Commons/CC by-3.0)

IMHO: Share Economy regulieren, nicht verbieten

Ein Schlafzimmer übers Internet vermieten - darf man das eigentlich?
Ein Schlafzimmer übers Internet vermieten - darf man das eigentlich? (Bild: Abarra/WM Commons/CC by-3.0)

Hamburg verbietet die Aktivitäten des Mitfahrservices Uber und folgt damit anderen Städten. Auch andere Share-Economy-Anbieter wie Airbnb kämpfen mit Verbotsforderungen. Die Politik hat es versäumt, mit klaren Regulierungen einen vernünftigen Rechtsrahmen für neue Internetgeschäftsmodelle zu schaffen.

Die Macher der Cebit 2013 hatten bei der Wahl ihres Mottos ein gutes Händchen. Sie wählten die Share Economy zum Leitthema ihrer Messe. So war auch Bundeskanzlerin Angela Merkel genötigt, ein paar Worte zum neuen Trend des Onlineteilens zu verlieren. Es ist wohl davon auszugehen, dass der Bundeskanzlerin nicht klar war, welches politische Minenfeld sich mit diesem Thema auftut.

Anzeige

Zunächst wurde die Share Economy fast überall freundlich aufgenommen. "Die neue Kultur des Teilens" oder "Nutzen statt Besitzen" - das klang sympathisch und wurde auch medial gern aufgegriffen. Dass es ein Jahr später bereits erste Massenproteste gegen die neue Teilkultur geben würde, hatten sich die Cebit-Organisatoren wohl nicht ausgemalt.

Die Konflikte werden zunehmen

Inzwischen dürfte das Konfliktpotenzial deutlicher sein. Europaweit haben kürzlich Taxifahrer gegen die neue Konkurrenz durch Internet-Mitfahrbörsen wie Uber oder Wondercar protestiert. In Berlin wurden Fahrten über den UberPOP-Service bereits vor einiger Zeit mit einem Gerichtsurteil verboten, in Hamburg hat gerade die Verkehrsbehörde dem Dienst ebenfalls bescheinigt, nicht legal zu handeln. Weltweit müssen sich vielerorts zurzeit Gerichte in Großstädten auch mit der Frage befassen, ob das Geschäftsmodell der Zimmervermittlung Airbnb zulässig ist. Anbieter mit ähnlichem Konfliktpotenzial gibt es reichlich und es ist davon auszugehen, dass in den nächsten Jahren noch einige dazukommen.

Der Grundkonflikt ist oft ähnlich: Meist beklagen die Anbieter traditioneller Dienste - Taxifahrer, Hotels, Autovermietungen -, dass die neuen Geschäftsmodelle unfaire Vorteile hätten. Taxifahrten unterliegen einer komplexen Regulierung und erfordern eine teure Fahrerlizenz. Die Vorschriften für Hotels sind mit denen für Privatwohnungen nicht vergleichbar. Das mündet dann oft in der Forderung, dass man die neuen Anbieter gleichbehandeln müsse. Wohl wissend, dass diese in aller Regel nicht in der Lage sind, die Regulierungsanforderungen zu erfüllen und die Forderung nach gleichen Regeln einem Verbot gleichkommt. Die neuen Anbieter kontern dann, dass es nicht sein könne, dass Geschäftsmodelle, die es vor wenigen Jahren noch gar nicht gab, mit Regulierungen aus der Vor-Internet-Ära abgewürgt würden.

Airbnb ist keine Hotelkette

Es ist verständlich, dass sich die Share-Economy-Branche gegen veraltete Regulierungen wehrt. Airbnb ist keine Hotelkette, Uber ist kein Taxiunternehmen. Trotzdem sind viele der Vorbehalte, die gegen die neuen Anbieter vorgebracht werden, berechtigt. Die Frage, ob bei Unfällen ein ausreichender Versicherungsschutz vorhanden ist, muss geklärt werden. Wenn es Sicherheitsrisiken gibt, kann niemandem daran gelegen sein, über diese hinwegzusehen. Und wenn die Geschäfte von Bürger zu Bürger unbesteuert ablaufen, entgehen dem Staat Einnahmen.

Das Problem ist, dass in großen Teilen der Politik diese Debatte überhaupt noch nicht stattfindet. Beispielhaft konnte man das in Berlin sehen: Da beschloss die Politik im vergangenen Jahr ein Zweckentfremdungsverbot für Wohnungen. In der Diskussion über das Gesetz kam die Frage, was das für Share-Economy-Anbieter bedeutet, kaum vor. Das endete darin, dass die Frage, ob beispielsweise Airbnb von der neuen Regelung betroffen ist, bislang ungeklärt ist. Darüber werden vermutlich irgendwann Gerichte entscheiden müssen.

Ungenutzte Ressourcen nutzbar machen

Der Politik wäre zu empfehlen, die Chancen der Share Economy nicht außer Acht zu lassen. Für viele weniger zahlungskräftige Menschen sind die neuen Angebote attraktiv. In deutschen Großstädten sind beispielsweise günstige Hotels oft kaum noch zu finden. Aber schon der Grundgedanke der Share Economy ist ein unterstützenswerter. Es geht letztendlich darum, ungenutzte Ressourcen nutzbar zu machen. Wenn überschüssige Zimmer in Wohnungen vermietet oder Autos von mehreren Leuten genutzt werden, ist das nur sinnvoll.

Das Risiko besteht darin, dass die Lobbys der traditionellen Branchen, die sich durch die neue Konkurrenz bedroht fühlen, die Debatte über mögliche Risiken missbrauchen, um sich Konkurrenten mit anderen Geschäftsmodellen vom Hals zu schaffen. Das Ziel sollte jedoch lauten: ja zu einer intelligenten Regulierung, nein zu pauschalen Verboten.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)


eye home zur Startseite
underlines 29. Jul 2014

Diese Apps einfach auf einer dezentralen Architektur und Opensource entwickeln, dann kann...

MrEfficiency 29. Jul 2014

Ich verstehe aktuell nicht, warum die neuen Angebote anders sein sollen als die alten...

Stefan7 28. Jul 2014

Ich empfehle jedem folgendes Buch zu lesen: http://sacred-economics.com/read-online

Fuchur 28. Jul 2014

Plural von Taxi ist übrigens Taxen... Oder hat die neue dt. Rechtschreibreform mal wieder...

luzipha 26. Jul 2014

Das ist tatsäch ein gut gewähltes Beispiel. Wenn du für den Stellplatz 50¤ Monatmiete...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Daimler AG, Sindelfingen
  2. Daimler AG, Stuttgart
  3. Schwarz IT Infrastructure & Operations Services GmbH & Co. KG, Neckarsulm
  4. Daimler AG, Leinfelden-Echterdingen


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. und Civilization VI gratis erhalten
  2. beim Kauf einer GeForce GTX 1070 und GTX 108

Folgen Sie uns
       


  1. Spielebranche

    Shadow Tactics gewinnt Deutschen Entwicklerpreis 2016

  2. Erotik-Abo-Falle

    Verdienen Mobilfunkbetreiber an WAP-Billing-Betrug mit?

  3. Final Fantasy 15

    Square Enix will die Story patchen

  4. TU Dresden

    5G-Forschung der Telekom geht in Entertain und Hybrid ein

  5. Petya-Variante

    Goldeneye-Ransomware verschickt überzeugende Bewerbungen

  6. Sony

    Mehr als 50 Millionen Playstation 4 verkauft

  7. Weltraumroboter

    Ein R2D2 für Satelliten

  8. 300 MBit/s

    Warum Super Vectoring bei der Telekom noch so lange dauert

  9. Verkehrssteuerung

    Audi vernetzt Autos mit Ampeln in Las Vegas

  10. Centriq 2400

    Qualcomm zeigt eigene Server-CPU mit 48 ARM-Kernen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Canon EOS 5D Mark IV im Test: Grundsolides Arbeitstier mit einer Portion Extravaganz
Canon EOS 5D Mark IV im Test
Grundsolides Arbeitstier mit einer Portion Extravaganz
  1. Video Youtube spielt Livestreams in 4K ab
  2. Ausgabegeräte Youtube unterstützt Videos mit High Dynamic Range
  3. Canon EOS M5 Canons neue Systemkamera hat einen integrierten Sucher

Named Data Networking: NDN soll das Internet revolutionieren
Named Data Networking
NDN soll das Internet revolutionieren
  1. Geheime Überwachung Der Kanarienvogel von Riseup singt nicht mehr
  2. Bundesförderung Bundesländer lassen beim Breitbandausbau Milliarden liegen
  3. Internet Protocol Der Adresskollaps von IPv4 kann verzögert werden

Travelers Box: Münzgeld am Flughafen tauschen
Travelers Box
Münzgeld am Flughafen tauschen
  1. Apple Siri überweist Geld per Paypal mit einem Sprachbefehl
  2. Soziales Netzwerk Paypal-Zahlungen bei Facebook und im Messenger möglich
  3. Zahlungsabwickler Paypal Deutschland bietet kostenlose Rücksendungen an

  1. Re: Danke an Ubisoft...

    ohinrichs | 06:36

  2. Re: ich habe dieses freizeit sport spiele thema...

    ohinrichs | 06:32

  3. Mit Glasfaser wäre das nicht passiert :-)

    Jolla | 06:32

  4. Re: CPU Entwicklung eh lächerlich...

    Ach | 06:17

  5. Re: Es werden "bis zu 300 MBit/s innerhalb eines...

    Ovaron | 06:00


  1. 22:00

  2. 18:47

  3. 17:47

  4. 17:34

  5. 17:04

  6. 16:33

  7. 16:10

  8. 15:54


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel