Abo
  • Services:
Anzeige
Chatroulette scheiterte an der Anonymität seiner Nutzer.
Chatroulette scheiterte an der Anonymität seiner Nutzer. (Bild: AFP/Getty Images)

IMHO: Nackte Männer oder beste Freunde

Chatroulette scheiterte an der Anonymität seiner Nutzer.
Chatroulette scheiterte an der Anonymität seiner Nutzer. (Bild: AFP/Getty Images)

Der Live-Videochat-Dienst Airtime soll eine kleine Revolution werden, hoffen dessen Gründer. Das wollte Chatroulette auch sein - und ist an seinen exhibitionistischen Nutzern gescheitert. Airtime macht nur wenig besser.

Gestern haben die Napster-Gründer Shawn Fanning und Sean Parker ihre an Facebook gekoppelte Webapplikation Airtime gestartet. Live-Videochats aller 900 Millionen Facebook-Nutzer per Zufallsgenerator sind damit möglich.

Anzeige

Zugegeben, eine gute Idee, aber nicht neu: Mit Chatroulette wurde vor drei Jahren ein ähnlicher Dienst gestartet. Dieser hat heute dank der exhibitionistischen Neigungen mancher seiner Nutzer nur noch wenige davon. Airtime könnte alles besser machen. Es sieht aber nicht danach aus.

Anonymität ist das Konzept auch bei Airtime

Aus dem missglückten Konzept des Vorgängers haben Fanning und Parker offenbar nur wenig gelernt. Nach dem Motto: Lediglich an meinem Geschlechtsteil erkennt mich sowieso niemand, wurde Chatroulette seine Anonymität zum Verhängnis. Bei Airtime sind die Nutzer genauso anonym, wenn sie nicht gerade mit Freunden kommunizieren, was auch möglich ist.

Zwar haben Fanning und Parker einige Sicherheitsfunktionen wie automatische Schnappschüsse des gestreamten Bildes eingebaut, aber ähnliche Maßnahmen haben schon bei Chatroulette nicht funktioniert. Eigentlich müssten die Napster-Gründer es besser wissen. Denn beide haben seinerzeit Chatroulette-Gründer Andrei Ternowski beraten. Fanning hat sogar eine Zeit lang für Chatroulette gearbeitet.

Wie Chatroulette scheiterte

Ternowski hatte damals die Idee, dass per Webcam und Mikrofon die Menschen auf der ganzen Welt miteinander kommunizieren könnten. Damit traf er im Jahr 2009 den Nerv des Webs 2.0. Bei seinem One-on-One-Chat wurden Nutzer zu einem Live-Chat rein zufällig miteinander verbunden - wie die Kugel, die beim Roulette ebenso zufällig bei einer Zahl landet. Daher auch der Name der Plattform.

Wird das Gespräch von einem Nutzer beendet, dann wird ein neuer Nutzer gesucht. Ein Zurück zum vorherigen Gesprächspartner gibt es nicht. Innerhalb weniger Monate nach seinem Start entwickelte sich Chatroulette weltweit zu einer beliebten Applikation und der Begriff selbst zum am schnellsten verbreiteten Suchbegriff auf Google.

Doch so schnell die Popularität des Videochats wuchs, genauso schnell kam auch sein Untergang. Was als Partyspaß und Kommunikationsplattform begann, wurde innerhalb kurzer Zeit zur Pimmel-Peep-Show für masturbierende Jugendliche und Erwachsene.

Fanning, Parker und Facebook

Fanning und Parker verlassen sich jetzt bei Airtime zu sehr auf das soziale Netzwerk Facebook, mit dem ihre Webapplikation verbunden ist. Der Journalist Steven Bertoni schreibt auf Forbes, dass Airtime wisse, wer du bist, weil es über Facebook läuft und dort jeder Nutzer mit seinen Daten registriert ist - anders als bei Chatroulette.

Außerdem könnten Regelverstöße an ein Überwachungsteam bei Airtime gemeldet werden und der betreffende Nutzer könne bei wiederholten Verstößen für den Rest seines Lebens gesperrt werden.

Doch hält das wirklich bestimmte Nutzer davon ab, ihre Geschlechtsteile in die Kamera zu halten? Exhibitionisten brauchen diesen Kick und erleben es als lustvoll, von anderen nackt oder bei sexuellen Aktivitäten beobachtet zu werden. Erwischt zu werden, gehört also dazu. Das Anlegen von mehreren E-Mail-Adressen, mit denen neue und anonyme Facebook-Accounts erstellt werden, ist leicht. Der Zugang zu Airtime ist also auf unbestimmte Zeit gesichert.

Ein Airtime-Mitarbeiter überwacht theoretisch neun Millionen Nutzer

Allein der Partner Facebook wird also nicht ausreichen, um Airtime vor einem ähnlichen Schicksal wie bei Chatroulette zu bewahren. Bei 900 Millionen Nutzern ist die Chance groß, dass sich auch dort Personen aufhalten, die anderes im Sinn haben, als sich auszutauschen und mit Freunden in Verbindung zu bleiben.

Die 100 von Airtime abgestellten Mitarbeiter zur Überwachung der Bilder in dem Dienst dürften ebenfalls nicht reichen. Bei möglichen 900 Millionen Airtime-Nutzern kommt ein Mitarbeiter auf neun Millionen Nutzer.

Chatroulette schritt damals übrigens ein und versuchte, den Trend auch mit verschiedenen Maßnahmen wie Bilderanalyse und Nutzersperre zu stoppen - vergeblich. Der Nutzerrückgang war nicht aufzuhalten. Heute sind zu Spitzenzeiten ein paar zehntausend Nutzer weltweit bei Chatroulette unterwegs - nicht wenige immer noch mit ihrer Hand unterhalb des Bauchnabels.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).


eye home zur Startseite
Beezus15 11. Jun 2012

Junge, wär ich 3 Jahre älter... ...würd ich so'n Scheiß immer noch nicht mitmachen. Wer...

Beezus15 11. Jun 2012

Ja, ich wäre gerne maoimamt. Mao als Imam... das würde alle Emirate in den Untergang stürzen.

Beezus15 11. Jun 2012

Und mein tatsächlich realer Account mit 3 Freunden und ohne öffentliche Posts wird dann...

elgooG 08. Jun 2012

Ich verstehe solche Menschen nicht. Wie kann es Spaß machen anderen das Geschlechtsteil...

SoniX 07. Jun 2012

Is ja selten, dass man da ne Frau dranbekommt. Aber die paar die ich gesehen hatte...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main
  2. T-Systems on site services GmbH, Leinfelden-Echterdingen
  3. GK Software AG, Schöneck, Berlin, St. Ingbert, Köln und Barsbüttel
  4. 3Tec automation GmbH u. Co. KG, Vlotho


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 139,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  2. 9,99€
  3. 24,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       


  1. Ausfall

    Störung im Netz von Netcologne

  2. Cinema 3D

    Das MIT arbeitet an 3D-Kino ohne Brille

  3. AVM

    Hersteller für volle Routerfreiheit bei Glasfaser und Kabel

  4. Hearthstone

    Blizzard feiert eine Nacht in Karazhan

  5. Gmane

    Wichtiges Mailing-Listen-Archiv offline

  6. Olympia

    Kann der Hashtag #Rio2016 verboten werden?

  7. Containerverwaltung

    Docker für Mac und Windows ist einsatzbereit

  8. Drosselung

    Telekom schafft wegen intensiver Nutzung Spotify-Option ab

  9. Quantenkrytographie

    Chinas erster Schritt zur Quantenkommunikation per Satellit

  10. Sony

    Absatz der Playstation 4 weiter stark



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Wolkenkratzer: Wer will schon 2.900 Stufen steigen?
Wolkenkratzer
Wer will schon 2.900 Stufen steigen?
  1. Hafen Die Schauerleute von heute sind riesig und automatisch
  2. Bahn Siemens verbessert Internet im Zug mit Funklochfenstern
  3. Fraunhofer-Institut Rekord mit Multi-Gigabit-Funk über 37 Kilometer

Festplatten mit Flash-Cache: Das Konzept der SSHD ist gescheitert
Festplatten mit Flash-Cache
Das Konzept der SSHD ist gescheitert
  1. Ironwolf, Skyhawk und Barracuda Drei neue 10-TByte-Modelle von Seagate
  2. 3PAR-Systeme HPE kündigt 7,68- und 15,36-TByte-SSDs an
  3. NVM Express und U.2 Supermicro gibt SATA- und SAS-SSDs bald auf

Huawei Matebook im Test: Guter Laptop-Ersatz mit zu starker Konkurrenz
Huawei Matebook im Test
Guter Laptop-Ersatz mit zu starker Konkurrenz
  1. Netze Huawei steigert Umsatz stark
  2. Huawei Österreich führt Hybridtechnik ein
  3. Huawei Deutsche Telekom testet LTE-V auf der A9

  1. Re: Der Preis...

    Pjörn | 04:26

  2. Wo soll das noch hinführen?

    hle.ogr | 04:14

  3. Re: Tiefbaukosten

    DerDy | 04:04

  4. Re: Klar kann #Rio2016 verboten werden!

    Hanmac | 03:46

  5. Re: Wo ist der Haken?

    Funnyzocker | 03:31


  1. 18:21

  2. 18:05

  3. 17:23

  4. 17:04

  5. 16:18

  6. 14:28

  7. 13:00

  8. 12:28


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel