IMHO Ist es Higgs oder nur sein Zwillingsbruder?

Der Teilchenbeschleuniger LHC hat heute sein erstes wirklich großes Ergebnis geliefert, schreibt der Astronom und Blogger Florian Freistetter. Aber damit beginne die eigentliche Forschung erst. Entdeckungen in der Teilchenphysik seien kompliziert.

Anzeige

Der Nature-Journalist Geoff Brumfiel stellte heute während der Pressekonferenz am europäischen Kernforschungszentrum Cern die Frage, die sich wohl auch alle anderen gestellt haben: "So, have you found the Higgs or what?"

Gerüchte über eine mögliche Entdeckung machten schon seit Wochen die Runde. Zur Eröffnung der heute beginnenden Teilchenphysik-Konferenz ICHEP 2012 wurden zwei spezielle Vorträge am Cern angekündigt, die sich mit dem aktuellen Status der Suche beschäftigen sollen. Und spätestens als bekanntwurde, dass Peter Higgs selbst zu diesen Vorträgen eingeladen wurde, war klar, dass irgendetwas Besonderes bevorstehen muss.

Hat man nun also endlich das Higgs-Teilchen entdeckt? Eine lange Suche hätte dann ein glückliches Ende gefunden. 1964 veröffentlichten Peter Higgs und fünf andere Physiker eine neue physikalische Hypothese, die die Existenz eines neuen Teilchens vorhersagte. Dieses Teilchen sollte die immer noch unbeantwortete Frage klären, warum die Elementarteilchen eine Masse haben. Die Theorie war wunderbar, nur das Teilchen selbst blieb unentdeckt.

"Entweder das Higgs-Teilchen ist da oder es ist nicht da"

Jetzt, fast 50 Jahre später, scheint es endlich so weit zu sein. Wissenschaftler der beiden großen Teilchendetektoren Atlas und CMS präsentierten heute Vormittag die Resultate ihrer bisherigen Arbeit. Schon vergangenes Jahr im Dezember zeichnet sich ab, dass da irgendetwas ist. Entdeckungen in der Teilchenphysik sind allerdings kompliziert. Entweder das Higgs-Teilchen ist da oder es ist nicht da, könnte man ja denken. Man braucht doch also einfach nur nachsehen, oder? Die Realität ist leider viel verwirrender. Ich habe das zwar schon an anderer Stelle ausführlich beschrieben, fasse das Problem aber noch einmal kurz zusammen.

Elementarteilchen wie das Higgs-Boson sind nicht lange stabil. Sie wandeln sich in Sekundenbruchteilen in andere Teilchen um. Und nur die kann man messen. Diese Zerfallsprodukte können aber auch auf ganze andere Art und Weise entstehen, ganz ohne Higgs. Mit einem Teilchenbeschleuniger lässt man also möglichst viele Teilchen bei möglichst hohen Energien zusammenkrachen, um möglichst viele Zerfallsprodukte zu erzeugen.

Dann erstellt man eine Vorhersage, wie viele bestimmte Zerfallsprodukte man bekommen müsste, wenn es kein neues Teilchen gibt. Weichen die Messungen von der Vorhersage ab, dann hat man etwas Neues entdeckt! Oder aber man hat nur eine statistische Schwankung gesehen. Und genau das ist das Problem bei der Suche nach dem Higgs-Boson. Um wirklich ausreichend sicher zu sein, dass man nicht auf eine zufällige Schwankung hereingefallen ist, muss man sehr, sehr viele Daten produzieren. Wenn der Unterschied zwischen Theorie und Beobachtung dann immer größer wird und nicht verschwindet, hat man tatsächlich etwas entdeckt.

Und jetzt müssen wir herausfinden, welches Boson es ist 

zwutz 05. Jul 2012

Das es Masse gibt, ist glaub ich unbestritten. Jetzt ist aber das Problem, dass man ein...

Technikfreak 05. Jul 2012

Und das bleibt auch hoffentlich so.

wr4th 05. Jul 2012

Es sind mindestens 5 bei SUSY :) h,H,A,H+,H-

wr4th 05. Jul 2012

Wenn es ein anderes Higgs als das vom Standardmodell vorhergesagte ist, dann gilt auch...

wr4th 05. Jul 2012

ATLAS und CMS sind zwei eigenstaendige Detektoren auf gegenueberliegenden Seiten des LHC...

Kommentieren




Anzeige
  1. Test Manager (m/w)
    Wirecard Technologies GmbH, Aschheim near Munich
  2. Ingenieur Elektrotechnik / Informationstechniker (m/w)
    IT Solutions GmbH, Frankfurt am Main
  3. Business Analyst (m/w)
    DB HR Solutions GmbH, Eschborn
  4. Mobile Backend Developer (m/w)
    insparx GmbH, Munich

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Kinect für Windows

    Xbox-One-Sensor kommt 2014 auch für PC

  2. Chrome 28 Beta

    Blink sorgt für kürzere Ladezeiten

  3. Scanadu Scout

    Tricorder für 150 US-Dollar

  4. Steifes Kabel

    iPhone am Schwanenhals

  5. Need for Speed Rivals

    Verfolgungsjagden zwischen Cops und Rasern

  6. Digitimes

    Windows-8-Tablets sollen 8 Prozent des Marktes erreichen

  7. Doc Patch

    Das Grundgesetz wird Open Data

  8. Bibliotheca Augusta

    Bibliothek stellt Buchscans unter Creative-Commons-Lizenz

  9. 802.11ac

    Erster Chipsatz für WLAN mit 1,7 GBit/s

  10. Windenergie

    Google kauft Hersteller von Windkraftwerken



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Superkondensator: Neuer Energiespeicher mit kurzer Ladezeit
Superkondensator
Neuer Energiespeicher mit kurzer Ladezeit

Ein Smartphone, das in einer halben Minute geladen ist, soll ein neuer Energiespeicher ermöglichen. Die Entwicklerin kam auf die Idee, weil sie sich über den dauernd leeren Akku ihres Mobiltelefons geärgert hat.

  1. Silverback-Gorilla Akku als Steckdosenersatz für Notebooks
  2. Akku Kleiner Akku mit großer Leistung
  3. Paul Scherrer Institut Lithium-Ionen-Akkus haben doch einen Memory-Effekt

Sony: Die Playstation 4 ist schwarz - und verschwommen
Sony
Die Playstation 4 ist schwarz - und verschwommen

Störfeuer von Sony: Kurz vor der Enthüllung der nächsten Xbox hat Sony ein Video veröffentlicht, das zumindest einen verschwommenen Blick auf das Gehäuse der Playstation 4 gewährt.

  1. Temash, Kabini, Richland AMDs mobile APUs von 4 bis 35 Watt sind da
  2. Xbox One Forza 5 und Halo-Serie von Spielberg kommen für Xbox One
  3. Microsoft Xbox One mit neuer Kinect und Blu-ray-Laufwerk

Android: Updates für Google Drive und Chrome
Android
Updates für Google Drive und Chrome

Google hat die Android-Apps Drive und Chrome aktualisiert. Die Google-Drive-App im aktualisierten Erscheinungsbild bringt eine Bildvorschau, eine Scanfunktion und eine Downloadmöglichkeit. Chrome bringt einen Vollbildmodus und eine Verlaufsfunktion innerhalb eines Browsertabs.

  1. Google Ein Cloud-Speicher für alle Dienste
  2. Microsoft Office Web Apps führen Echtzeitzusammenarbeit ein
  3. Extension Office-Dateien direkt in Chrome betrachten

Zum Artikel