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Der Blogger Johnny Haeusler
Der Blogger Johnny Haeusler (Bild: Johnny Haeusler)

IMHO: Ich heb dann mal ur

Der Blogger Johnny Haeusler
Der Blogger Johnny Haeusler (Bild: Johnny Haeusler)

Kulturpanik auf der einen, Zensur- und Wissenszugang-Paranoia auf der anderen Seite: Die aktuelle Debatte ums Urheberrecht muss endlich subtiler werden, fordert der Blogger Johnny Haeusler.

Es ist offenbar nicht mehr möglich, PRO Urheberrecht zu sein (was ich bin), ohne sich mit Artikeln gemeinzumachen, die entweder pure Propaganda oder Panikmache vor einer Partei sind. Oder beides.

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Ich schüttle selbst oft genug den Kopf ob einiger Aussagen der Piratenpartei und teile viele der von dort wiedergegebenen Statements zum Thema genau: gar nicht. Doch selten war ich so erschüttert von der Qualität angeblicher Journalismus-Profis wie in diesen Zeiten der Debatten ums Urheberrecht.

"Was nichts kostet, kann auch nichts wert sein"?

Aha.

Wikipedia: nichts wert? Nachbarschaftshilfe: nichts wert? Gemeinnützige Arbeit: nichts wert? Meine Texte, die ich seit zehn Jahren ins Netz stelle: nichts wert? Instagram, hihi: nichts wert??

Wie furchtbar eindimensional ist eigentlich so ein Leben, in dem man Werte nur anhand ihres Handelspreises misst?

Aus dem gleichen Artikel: "Wenn es mit Produkten, für die das Urheberrecht erdacht ist, nichts mehr zu verdienen gibt, werden sie einfach irgendwann verschwinden."

Gähn. Die Gefahr besteht wohl kaum, denn auch der ökonomische Mensch ist kreativ, erfindet immer neue Arten, Geld zu verdienen und tut das auch fleißig, fragen sie mal dieses US-amerikanische Unternehmen, das diese Dinger herstellt, mit denen jetzt jeder rumläuft, hier, dieses ... Apple!

Zudem: Es gibt trotz 20 Jahren Internet und der inzwischen Jahrzehnte andauernden Panikmache seitens der diversen Medienunternehmen immer noch Künstler von Mainstream bis Underground, von Lady Gaga bis Ja, Panik!, es gibt Bestseller unter den Buchautoren und kommerziell wahnsinnig erfolgreiche TV-Serien, mit deren Produktionsbudget man Griechenland kaufen könnte.

Wir zahlen mehr denn je

Meine Familie und Millionen anderer Menschen auf diesem Planeten geben mehr Geld denn je aus für "Produkte, für die das Urheberrecht erdacht ist", wir bezahlen zwei Highspeed-Internet-Anschlüsse (Büro und privat), zahlen dreimal GEZ (Auto, Büro, Privat), insgesamt fünf Mobilfunkverträge (ich habe peinlicherweise zwei), und zusammen sicher rund 50 Euro im Monat für Musik, Filme, Bücher und Apps, wir haben Spotify und den BBC iPlayer im kostenpflichtigen Abo und seit neuestem sogar dieses Entertain-Dingens. Wir geben jeden einzelnen Tag Geld für Unterhaltungsinhalte aus und ich bin es verdammt noch mal leid, mir dauernd vorwerfen zu lassen, ich würde Urheber nicht respektieren, während ich selbst einer bin. Nur eben einer, der nicht rumheult wegen des Internets, sondern anders Geld mit seiner Arbeit verdient als vor 20 Jahren. Insert Bob Dylan quote here.

Und kommt mir jetzt nicht wieder mit "Ja, Johnny, bei DIR ist das ja was anderes, du bist ja eine Ausnahme, aber die ganzen bösen Piraten-Kinder..." Ich sag euch was: Wenn mein Sohn einen Song kauft, nachdem er zuvor alle Youtube-Videos des betreffenden Künstlers auswendig gelernt hat (und das tut er sehr regelmäßig), dann helfe ich ihm dabei, dass sein Bruder den Song auch aufs Handy bekommt, denn ich werde dafür nicht zweimal bezahlen, nur weil ich zwei Söhne habe. Ich habe schließlich bisher auch nicht zwei CDs kaufen müssen.

Das, liebe Industrie, wäre ein Geschäft!

Cro lief in unserem Haushalt in der kostenfreien Version schon lange hoch und runter, bis es die EP dann bei den üblichen Musikportalen gab, und dann haben wir den Kram trotzdem noch mal gekauft, weil er einfach großartig ist und von mir aus sowohl der Künstler als auch alle anderen Beteiligten bis zur PR-Abteilung daran verdienen sollen - und wir waren nicht die einzigen, die so dachten, sonst wäre der Song nicht auf Nummer zwei in die Charts gegangen.

Und wenn ich eine englischsprachige TV-Serie oder einen Film wegen bekloppter und überholter Regionsabkommen nicht legal bekomme, dann dauert es trotzdem keine halbe Stunde, bis ich ihn habe, und DAS, liebe Industrie und liebe Leistungsschutzrecht-Journalisten, ist nichts anderes als völlig grandios und daraus wäre ein so unfassbar großes Geschäft zu machen, denn nicht nur ich würde dafür bezahlen (und tue das an den Stellen, an denen es möglich ist bereits), wenn ich diese dämlichen Halb-Porno- und Abzocker-Werbungen auf bestimmten Suchportalen nicht mehr ertragen müsste. Ich WILL den Urhebern und Produzenten der Inhalte, die ich mag, mein Geld geben, denn sie haben es verdient.

Hört endlich der anderen Seite zu! 

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Rungard 18. Apr 2012

Ah, dann scheinst du, bzw. die Verwertergesellschaften, ja konkrete Zahlen zu haben...

Trollfeeder 18. Apr 2012

Vor allem weil genau dies in den meisten Fällen eh verboten ist. Man zahlt also pauschal...

Bankai 17. Apr 2012

Wie meistens, Autovergleiche passen nicht, und deiner passt überhaupt nicht. Aber zum...

ikosaeder 17. Apr 2012

Ein entscheidender Satz in dem Artikel ist: [...]den Erfolg illegaler Portale, der...

Danse Macabre 16. Apr 2012

Genau so sieht's aus. Warum versteht das nur keiner die Piraten und deren Anhänger?



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