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Nur wenige der Facebook-Nutzer in der ganzen Welt sind über die derzeitige Wahl informiert worden.
Nur wenige der Facebook-Nutzer in der ganzen Welt sind über die derzeitige Wahl informiert worden. (Bild: Ed Jones/AFP/Getty Images)

IMHO: Facebook tut alles, damit keiner wählt

Nur wenige der Facebook-Nutzer in der ganzen Welt sind über die derzeitige Wahl informiert worden.
Nur wenige der Facebook-Nutzer in der ganzen Welt sind über die derzeitige Wahl informiert worden. (Bild: Ed Jones/AFP/Getty Images)

300 Millionen Nutzer müssten abstimmen, um bindend gegen die Abschaffung ihres eigenen Wahlrechts bei Facebook zu stimmen. Doch nur ein Bruchteil von ihnen erfährt von der Wahl - Facebook gibt sich alle Mühe, sie vor den Nutzern geheimzuhalten.

Facebook zeigt ein weiteres Mal, dass die Firma kein Interesse an der Meinung ihrer Nutzer hat. Nur 2,5 Millionen Nutzer des sozialen Netzwerks wurden über die anstehende Wahl informiert, bei der über die Abschaffung des Wahlrechts abgestimmt wird. Die restlichen 997 Millionen Nutzer erfahren von der Abstimmung zu einer Änderung der Nutzungsbestimmungen und ihres Wahlrechts allenfalls über die Presse oder die Teilen-Funktion des Netzwerks.

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Dabei sind die Bedingungen für eine bindende Wahl so hart, dass Facebook es kaum nötig hätte, die Wahl vor den Nutzern zu verheimlichen. Facebook verlangt, dass mindestens 30 Prozent der aktiven Nutzer des Netzwerks ihre Stimme abgeben, also 300 Millionen von einer Milliarde Nutzern.

Dennoch erhöht Facebook die Hürden weiter. Um von der Wahl zu erfahren, muss der Nutzer ein Fan der Site Governance sein und deren Feed regelmäßig lesen. Das ist in etwa vergleichbar mit dem Schwarzen Brett eines Rathauses. Nur wer dieses aufsucht, erfährt von einer Bürgermeisterwahl, die in einer unbekannten Anzahl von Tagen durchgeführt wird. Am 28. November wurde die Kommentarphase abgeschlossen, und am 3. Dezember begann die Wahl ohne Vorwarnung. Wer derweil im Urlaub ist oder sich aus anderen Gründen nicht anmeldet, hat keine Chance, an der Abstimmung teilzunehmen. Facebook selbst meldete in seinen letzten Quartalszahlen, dass sich von der einen Milliarde Nutzer, die sich mindestens einmal im Monat anmelden, nur knapp über die Hälfte dies täglich tun.

Zudem berichten einige Nutzer von technischen Problemen bei der Wahl. Auch Golem.de sah sich in einem Fall außerstande, eine Stimme abzugeben. Facebook hat es geschafft, eine simple Umfrage mit Radioboxen so kompliziert zu programmieren, dass bei uns der Opera-Browser aus nicht nachvollziehbaren Gründen versagte.

Dazu kommt, dass wichtige Dokumente, wie etwa die Redline-Dokumente, in denen die Unterschiede hervorgehoben werden, nur in englischer Sprache zur Verfügung stehen. Große Nutzergruppen bekommen nicht einmal eine Übersetzung, werden also gar nicht informiert. Selbst korrekte Zeitzonen nennt Facebook nicht. So werden in der deutschen Übersetzung die Zeiten für das Wahlende oder den Live-Webcast in GMT (Greenwich Meantime) oder PST (Pacific Standard Time) angegeben. Die meisten deutschsprachigen Nutzer befinden sich aber in der mitteleuropäischen Zeitzone (CET/GMT+1).

Mit solchen Strategien haben die Macher von Facebook schon bei vergangenen Wahlen dafür gesorgt, dass nicht einmal die Promille-Grenze bei der Wahlbeteiligung erreicht wurde. Diese fragwürdige Einstellung zur Demokratie wird wohl auch der Grund dafür sein, dass Facebook mit der anstehenden Wahl dieses Pseudowahlrecht gleich ganz abschaffen will. Nebenbei werden noch ein paar Änderungen bei der Verwendung der Datensätze mitgenommen.

Die jetzige Wahl bis zum 10. Dezember 2012 ist eine Farce. Von den 2,5 Millionen Nutzern, die informiert wurden, haben innerhalb der ersten Stunden gerade einmal 2.500 abgestimmt. 30 Prozent Wahlbeteiligung sind ohnehin Utopie. Facebooks Alibidemokratie hat offenbar nur den Zweck positiven Marketings. Von daher ist es nur konsequent, das Wahlrecht ganz abzuschaffen. Es aber mit einer Wahl abzuschaffen, von der von vornherein jeder weiß, dass kein bindendes Ergebnis zustande kommt, ist Hohn gegenüber denjenigen, die für eine Nutzermitbestimmung kämpfen.

Nachtrag vom 4. Dezember 2012, 11:45 Uhr

Ein Leser meldet, er sei am heutigen Dienstag von Facebook per E-Mail über die laufende Wahl informiert worden. Auch bei einzelnen Golem.de-Redakteuren kamen mittlerweile entsprechende E-Mails an, aber nicht bei allen.

Nachtrag vom 5. Dezember 2012, 14:28 Uhr

Facebook versicherte uns, dass die E-Mail über die Wahl an alle Facebook-Teilnehmer versandt wird. Der komplette Versand dauert aber erfahrungsgemäß zwischen ein und zwei Tagen. Erst dann sind alle Nutzer informiert. Tatsächlich wurde ein recht alter Facebook-Account von uns erst heute um 12:24 Uhr informiert. Der Nutzer hat dann nur noch etwas über 5 Tage Zeit, an der Wahl teilzunehmen.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).


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Barraggan 11. Dez 2012

Und da fängt es doch schon an wenn der Staat Deutschland alles weiß wo du hin gehst was...

SoniX 07. Dez 2012

Ich zitiere mich mal selbst ^^ Man beachte das "hier im Forum"

kitingChris 06. Dez 2012

Eric Schmidt: Apple und Google werden wie Staaten regiert Offenbar trifft das auf...

Charles Marlow 06. Dez 2012

Die beste Lösung bei Zuckerbergs Pyramidenspiel.

Anonymer Nutzer 05. Dez 2012

Für mich ein ähnlich gescheiterter Versuch, Social Media richtig zu integrieren. Ob die...



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