Apple habe keine Rechte bei der Nutzung der Schweizer Bahnhofsuhr verletzt, meint Anwalt Christian Franz.
Apple habe keine Rechte bei der Nutzung der Schweizer Bahnhofsuhr verletzt, meint Anwalt Christian Franz. (Bild: Christian Franz)

IMHO Apple und die Schweizer Bahnhofsuhr - ein Skandälchen

Apple soll die Bahnhofsuhren der Schweizerischen Bundesbahnen kopiert haben? Mag sein - fremde Rechte habe Apple dadurch allerdings nicht verletzt, schreibt Markenrechtsexperte und Anwalt Christian Franz. Einen Designschutz könnten die SBB jedenfalls nicht geltend machen.

Anzeige

Können sich die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) wirklich wie behauptet auf Urheber- und Markenrechte an der 1944 von Hans Hilfiker entworfenen Uhr berufen, die von Apple kopiert worden sein soll?

  • Die Schweizer Bahnhofsuhr (Bild: Jürgen Götzke/CC BY-SA 3.0)
  • Die Uhren-App in iOS 6 auf dem iPad (Bild: Screenshot/Golem.de)
  • Die Abbildung der Schweizer Bahnhofsuhr im Markenregister (Bild: SBB)
Die Schweizer Bahnhofsuhr (Bild: Jürgen Götzke/CC BY-SA 3.0)

Im Markenregister ist seit 2003 eine dreidimensionale Marke für die SBB eingetragen. Dieser Eintrag gewährt den SBB Schutz für "Uhren und deren Bestandteile".

Der Schutzumfang der Marke ist jedoch extrem eng. Aufgrund der unüberschaubaren Vielzahl von seit Jahrzehnten üblichen ähnlichen Gestaltungen und nicht zuletzt aufgrund des Freihaltebedürfnisses der Allgemeinheit schützt die Marke - natürlich - nicht Uhren als solche.

Also sind nur identische Nachahmungen geeignet, die für die Annahme einer Markenverletzung erforderliche Verwechslungsgefahr zu begründen.

Tickt die Uhr in 2D oder in 3D?

Im Fall der Schweizer Bahnhofsuhren fehlt es an diesem Tatbestandsmerkmal: Das angebliche Plagiat verfügt über einen roten Zeiger, während die geschützte Marke schwarz-weiß ist - und Apples Uhr ist zwei-, das geschützte Zeichen der SBB dreidimensional. Warum die SBB ihre Marke nur in schwarz-weiß angemeldet haben, obwohl das bekannte Original der Uhr doch einen markant roten Sekundenzeiger aufweist, bleibt ihr Geheimnis.

Nicht unwahrscheinlich ist ein Fehler im Rahmen der Anmeldung: bei der Anmeldung von Designschutzrechten (in Deutschland: Geschmacksmuster), einer eigenen Schutzrechtskategorie, ist es anerkannt, dass eine in schwarz-weiß gehaltene Anmeldung Schutz allein für die Formgebung, nicht zugleich für eine bestimmte Farbgestaltung gewährt. Der Schutzumfang ist dann weiter, weil die Farbe egal ist. Anders verhält es sich allerdings bei Marken, um die es hier geht: der Schutz beschränkt sich stets auf das Zeichen in exakt der Form, die in der Anmeldung angegeben wurde - und das war vorliegend eine schwarz-weiße Uhr. Möglich, dass der Anmelder daher fälschlich glaubte, durch die schwarz-weiße Gestaltung einen weiteren Schutzumfang zu erreichen - ein Fehler, der teuer werden kann.

Außerdem gewährt die Marke Schutz für Uhren, und nicht für Smartphones oder Apps, was eine Verwechslungsgefahr noch schwieriger begründbar macht.

App versus Uhr

Ein viel größeres Problem ist allerdings, ob die Verwendung als App überhaupt eine markenmäßige Benutzung darstellt. Mit anderen Worten: Wird die App als Hinweis auf ihren Hersteller oder den Hersteller des Geräts aufgefasst?

Dabei sind die potenziellen Käufer von Smartphones und Uhren auch in der Schweiz nicht daran gewöhnt, dass gerade die Formgebung von Alltagsprodukten als Hinweis auf den jeweiligen Hersteller gemeint ist (für Deutschland: BGH, Urt. vom 22.04.2010, I ZR 17/05 - Pralinenform II).

Die gewählte Darstellung soll gerade nicht auf den Hersteller einer Uhr hinweisen, sondern als Zeitanzeige eines elektronischen Geräts dienen. Der Gedanke, jemand könnte beim Anblick der Zeitanzeige auf dem Display eines Smartphones oder Tablets einen Rückschluss auf den Hersteller des Geräts ziehen, ist abwegig.

Markenrechtliche Ansprüche unter dem Gesichtspunkt der Schweizer Marke sind deshalb fernliegend.

Der Schöpfer ist der Urheber 

neocron 25. Sep 2012

beide sind kopiert ... jedoch hat Samsung hinreichend genau kopiert, um diese Produkte in...

neocron 25. Sep 2012

ah, na dann mache ich es mir auch einfach: "Auch wenn der Fall leider keine rechtliche...

neocron 25. Sep 2012

wer sagt dies denn? In beiden faellen wurde ein Design von einem anderen Hersteller...

kitingChris 24. Sep 2012

Boa sorry da langt man sich echt an Kopf wenn man solche Aussagen liest. Erstmal: Haut...

Anonymer Nutzer 24. Sep 2012

Trotzdem sollte jeder kapiert haben, dass die Darstellung, nur Samsung würde kopieren...

Kommentieren



Anzeige

  1. Traineeprogramm mit dem Schwerpunkt IT
    EWE Aktiengesellschaft, Oldenburg
  2. Applikationsspezialist (m/w) SharePoint
    Dürr IT Service GmbH, Bietigheim-Bissingen
  3. Consultant - Rollout eines CMS (m/w)
    Daimler AG, Stuttgart
  4. eBusiness Engineer (m/w) - Connected Services
    Robert Bosch GmbH, Karlsruhe

 

Detailsuche


Blu-ray-Angebote
  1. Ghostbusters 2 - Sie sind zurück (4K Mastered) [Blu-ray]
    7,99€
  2. Fast & Furious 7 [Blu-ray]
    21,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie
  3. Blu-rays für 5 EUR
    (u. a. Odd Thomas, The Lighthorsemen, I Declare War, Hara-Kiri, Kriegerin, Little Big Soldier)

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Star Wars Battlefront

    Planetenkampf vor dem Erwachen der Macht

  2. Geodaten

    200 Beschäftigte verpixelten Google-Street-View-Häuser

  3. Windkraftwerke

    Kletterroboter überprüft Windräder

  4. Inside Abbey Road

    Mit Google durch das berühmteste Musikstudio der Welt

  5. ÖBB

    WLAN im Spaceshuttle einfacher zu machen als im Zug

  6. Google

    Chrome unterstützt Windows XP bis Ende 2015

  7. Kernel

    GNU Hurd 0.6 erschienen

  8. Highway Star

    Wikos Alu-Smartphone kostet 370 Euro

  9. MM1

    VR-Stuhl mit Fünf-Punkte-Gurt

  10. Linux 4.0

    Fedora wird Live-Patching vorerst nicht nutzen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Roboter: Festos Falter fliegen fleißig
Roboter
Festos Falter fliegen fleißig
  1. Care-O-bot Der Gentleman-Roboter gibt sich die Ehre
  2. Festo Ameisenroboter krabbeln koordiniert
  3. Moley Robotics Heute kocht der Roboter

GTA 5: Es ist doch nicht 2004!
GTA 5
Es ist doch nicht 2004!
  1. GTA 5 auf dem PC Erst beschränkter Zugriff, dann mehr Freiheit
  2. GTA 5 PC Rockstar Games gibt Systemanforderungen für Ultra-HD bekannt
  3. GTA 5 PC angespielt Los Santos ohne Staubschleier

Google Handschrifteingabe im Hands on: App erkennt sogar krakelige Handschriften
Google Handschrifteingabe im Hands on
App erkennt sogar krakelige Handschriften
  1. MTCast für Android Mediathek-Cast-App kehrt nicht in den Play Store zurück
  2. Parkpocket App hilft bei der Parkplatzsuche
  3. Screenpop Neuer Messenger schickt Fotos direkt auf Sperrbildschirm

  1. Re: Eigentlich kann man mit diesem Quatsch mal...

    rj.45 | 04:28

  2. Re: In Deutschland: ICE mit 80kmh.

    Onkel Ho | 04:07

  3. Re: Geschwindigkeit im Video nur ~200km/h

    das_mav | 03:37

  4. Ist auch die Frage inwieweit die Quelle des Auto...

    MarioWario | 03:31

  5. Re: Auch für Nexus 4!

    Tzven | 03:29


  1. 20:53

  2. 19:22

  3. 18:52

  4. 16:49

  5. 16:35

  6. 15:14

  7. 14:53

  8. 14:43


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel