Die ICANN wurde in einem Auswahlverfahren von der zuständigen US-Behörde abgelehnt.
Die ICANN wurde in einem Auswahlverfahren von der zuständigen US-Behörde abgelehnt. (Bild: IANA)

Iana Icann scheitert bei Ausschreibung

Die US-Behörde National Telecommunications and Information Administration (NTIA) hat überraschend sämtliche Bewerber für den Betrieb der Rootzone des DNS abgelehnt, auch den bisherigen Betreiber Icann.

Anzeige

Kein Bewerber konnte sich bei der gegenwärtigen Ausschreibung als Verwalter der DNS-Rootzone durchsetzen. Die US-Behörde NTIA lehnte überraschend alle ab, selbst die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (Icann), die die globale Verwaltung des DNS-Roots seit 1998 wahrnimmt. Da kein passender Bewerber gefunden wurde, wird die Ausschreibung wiederholt. Bis September 2012 werden die globalen IP-Adressen weiter von der Icann verwaltet, die dafür die Verwaltungsorganisation Internet Assigned Numbers Authority (Iana) betreibt.

Kritik an der gemeinnützigen Organisation Icann gab es immer wieder, vor allem von internationalen Verbänden und Regierungen. In den der IANA unterstellten Regional Internet Registries (RIR) werden internationale Domänen verwaltet. In Europa ist das die RIPE, die die Domänenverwaltung übernimmt. Die Kritik beruht nicht nur auf der hierarchischen Struktur, sondern vor allem darauf, dass die Icann weiterhin der US-Regierung nahe steht.

Viel Einfluss aus den USA

Bis zum 30. September 2009 unterstand die Icann direkt dem US-Handelsministerium. Seitdem überwachen verschiedene Interessenverbände und ein Regierungsbeirat, in dem zahlreiche Länder sitzen, die Icann. Sie untersteht aber weiterhin der Rechtssprechung der USA, da sie ihren Hauptsitz in Kalifornien hat.

Welche Gründe die NTIA für ihre Ablehnung hat, bleibt unterdessen unklar, denn Details zu den Vertragsverhandlungen dürfen bei Ausschreibungen der US-Regierung nicht veröffentlicht werden. Allerdings hatte diese erst nach zahlreichen internationalen Konflikten den internationalen Regierungsbeirat akzeptiert. Die Verteilung von IP-Adressen an die RIRs und den Betrieb der DNS-Rootzone bleibt unter der Kontrolle der US-Behörden.

Kritik wegen Unklarheiten

Somit könnte die US-Regierung die Icann unter Druck setzen, um ihre eigenen Interessen wieder stärker gegen eine vermeintliche Internationalisierung durchzusetzen. Alternativ könnte die NTIA die Icann auch zwingen, die Organisation der IANA stärker als Unternehmen zu handhaben. Eine Vertreterin der US-Regierung auf der diesjährigen Icann-Konferenz in Costa Rica hatte die Icann wegen vermeintlicher Unklarheiten im Verfahren für die Vergabe von Top Level Domains kritisiert.

Zumindest gibt der offensichtliche Machtkampf zwischen Icann und Regierung Grund zur Sorge, denn die Macht der IANA über das Internet ist fundamental.


Kommentieren



Anzeige

  1. Informatiker / Datenbankadministrator (m/w) Oracle
    Autobahndirektion Nordbayern, Nürnberg, Ebern
  2. Cloud Consultant (m/w)
    T-Systems on site services GmbH, Leinfelden-Echterdingen
  3. Senior C/C++ Developer (m/w)
    ipoque GmbH, Leipzig
  4. Referent/in Porfolio- / Projektmanagement
    Wüstenrot Bausparkasse AG, Ludwigsburg

Detailsuche


Hardware-Angebote
  1. GeForce GTX 950 ab 169,90 € bei Caseking gelistet
  2. Sapphire AMD Radeon R9 FURY
    549,00€
  3. ARLT-Sale
    (Restposten, Rücksendungen und Gebrauchtware)

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Supernerds

    Angst schüren gegen den Überwachungswahn

  2. O2-Netz

    Mobilfunkkunden von Kabel Deutschland gekündigt

  3. Landkreistag

    Warum der Bund den Glasfaserausbau nicht fördert

  4. Millionen Tonnen

    Große Mengen Elektronikschrott verschwinden aus Europa

  5. Autosteuerung

    Uber heuert die Jeep-Hacker an

  6. Contributor Conference

    Owncloud führt Programm für Bug-Bounties ein

  7. Flexible Electronics

    Pentagon forscht mit Apple und Boeing an Wearables

  8. Private Cloud

    Proxy für Owncloud soll Heimnutzung erleichtern

  9. Geheimdienste

    NSA kann weiter US-Telefondaten sammeln

  10. Die Woche im Video

    Diskettenhaufen und heiße Teilchen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Open Source: Sticken! Echt jetzt?
Open Source
Sticken! Echt jetzt?
  1. München CSU-Stadträte wettern über Limux
  2. Guadec15 "Beiträge zu freier Software sind zu schwer"
  3. Guadec15 "Open-Source-Software braucht Markenrechte"

Game Writer: Warum Quereinsteiger selten gute Storys für Spiele schreiben
Game Writer
Warum Quereinsteiger selten gute Storys für Spiele schreiben
  1. Swapster Deutsche Börse plant Handelsplattform für Spieler
  2. Ninja Theory Hellblade und eine Heldin mit Trauma
  3. Unterwasser Aquanox sucht Community

Uberchord ausprobiert: Besser spielen statt Highscore jagen
Uberchord ausprobiert
Besser spielen statt Highscore jagen
  1. Play Music Googles Musikdienst bekommt kuratierte Playlisten
  2. GTA 5 Rockstar-Editor bald für PS4 und Xbox One
  3. DAB+ WDR schaltet seine Mittelwellensender ab

  1. Re: Wer nichts zu verbergen hat ... und so

    Little_Green_Bot | 15:56

  2. "Rufnummer sei nicht übernehmbar"

    Putschy | 15:55

  3. Re: Jede Wette

    Technikfreak | 15:55

  4. Re: In Amerika funktioniert es auch..

    nmSteven | 15:50

  5. Re: Kostenlos gebe ich keinen Schrott ab

    Shadow27374 | 15:49


  1. 12:57

  2. 11:23

  3. 10:08

  4. 09:35

  5. 12:46

  6. 11:30

  7. 11:21

  8. 11:00


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel