Holocaust-Leugnung Piratenpartei wird Bodo Thiesen nicht los

Bodo Thiesen geht siegreich aus einem Ausschlussverfahren hervor, das gegen ihn angestrengt wurde. Doch die Führung der Piratenpartei will sich damit nicht abfinden.

Anzeige

Bodo Thiesen darf trotz seiner umstrittenen Äußerungen zum Holocaust und Adolf Hitler in der Piratenpartei bleiben. Thiesen werde nicht ausgeschlossen, entschied das Bundesschiedsgericht (PDF) der Partei und lehnte einen Antrag des Parteivorstands ab, wie die Piraten am 15. April 2012 mitteilten. Thiesens Äußerungen aus dem Jahr 2008 seien bereits geahndet worden, eine weitere Bestrafung für dasselbe Vergehen sei rechtlich nicht möglich, so das Urteil. Das seit Sommer 2009 laufende Parteiausschlussverfahren ist damit zu Ende.

Der Vizechef der Piratenpartei, Bernd Schlömer, kommentierte: "Ich bin sehr enttäuscht. Letztlich haben die Schiedsgerichte innerhalb von Parteien aber die wichtige Funktion, durch ihre Urteilssprüche einen innerparteilichen Frieden herzustellen. Aus diesem Grund werde ich das Urteil akzeptieren."

Parteichef Sebastian Nerz betonte, dass Thiesen der Piratenpartei schweren Schaden zugefügt habe. "Zwar hat ein Formfehler aus dem Jahr 2008 hier einen Parteiausschluss verhindert. Wir werden jedoch auch künftig gegen solche und ähnliche Äußerungen vorgehen. Rassismus hat in der Piratenpartei keinen Platz". Für den nächsten Bundesvorstand sei zu prüfen, ob spätere Äußerungen von Thiesen Anlass zu einem neuen Antrag auf Parteiausschlussverfahren geben könnten.

Zeit-Online-Autor Kai Biermann hatte im Juni 2009 berichtet, Thiesen sei auf einem Piratenparteitag gerügt worden, weil er in Foren beispielsweise geschrieben hatte, Hitler habe keinen Krieg gewollt, Polen sei schuld am Kriegsbeginn, Deutschland solle einen "präventiven Schutz jüdischer Einrichtungen verbieten" oder dass er es für "Meinungsunterdrückung" halte, dass man Mein Kampf von Hitler hier nicht lesen könne. Thiesen hege offensichtlich antisemitische und rechtsradikale Ansichten.

Bodo Thiesen wollte unbeschwert Mein Kampf lesen

In einer Mailingliste der Piraten hatte Thiesen im Mai 2008 geschrieben: "Nun, bis vor einigen Monaten glaubte ich auch, dass diejenigen, die 'Auschwitz leugnen' einfach nur pubertäre Spinner sind. Damals hatte ich aber auch noch nicht Germar Rudolf gelesen. Sorry, aber das Buch prägt einfach - zumindest wenn man objektiv ran geht."

Das Schiedsgericht der Piraten stellte dazu fest, dass Thiesens Äußerungen auf der Mailingliste "als von der grundgesetzlich geschützten Meinungsfreiheit gedeckt anzusehen" seien.

In einem Blog der Tageszeitung (taz) wird berichtet, dass Thiesen den niedersächsischen Landesverband der Partei, sonst mit "NDS" abgekürzt, mit "NS" verkürzt und dabei ausdrücklich bittet, diese Abkürzung "als politisch inhaltliche Aussage zu werten".


ImBackAlive 23. Apr 2012

Vorsicht! Hier schwimmst du gerade in einer Grauzone. Das Land Bayern hat ja den Franz...

StellaB 20. Apr 2012

Ich verstehe einfach nicht, warum oder wie man noch so denken kann!? Klar, die Angst des...

bvdb 20. Apr 2012

Das mit der Unterwanderung kann wohl nicht ganz stimmen, siehe die Jahreszahlen im...

bvdb 20. Apr 2012

Die Sache um die es hier geht, ist nicht die Verhinderung von rechtsnationalen Ideen...

theWhip 19. Apr 2012

Nicht jeder, aber solche die die braune Brühe weiterhin kochen!! Man und verharmlose den...

Kommentieren




Anzeige
  1. EDV Koordinator/in im Bereich Versorgungswesen / Fachkraft Qualitätsmanagement (m/w)
    Bayerische Versorgungskammer, München
  2. Experte (m/w) IT-Service Design
    HAMBURG SÜD Schifffahrtsgruppe, Hamburg
  3. IT-Projektmanager (m/w)
    Omnicare IT Services GmbH, Unterföhring
  4. Akademische/r Mitarbeiter/in
    Hochschule Offenburg, Offenburg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Augmented Reality

    Avatar live in concert

  2. Prism

    NSA setzt auf Spionagehilfe aus dem Silicon Valley

  3. Netzneutralität

    Google, Microsoft und Facebook zahlen für Datentraffic

  4. 7 Millimeter

    Dünne Hybridfestplatte von Toshiba

  5. Microsoft Windows 8.1

    Bis zu 100.000 US-Dollar für Sicherheitsfehler

  6. LG-Smartphone

    Neues Optimus G kommt mit Snapdragon 800

  7. LG

    Flexible OLEDs für Smartphones und riesige Fernseher

  8. CMS

    Magnolia 5.0 erhält vereinfachte Benutzeroberfläche

  9. Windows Phone

    Microsoft wollte im Juni Nokias Smartphone-Sparte kaufen

  10. Saints Row 4 angespielt

    Der US-Präsident schlägt zu



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
In eigener Sache: Golem.de öffnet sich für Autoren
In eigener Sache
Golem.de öffnet sich für Autoren

Wir erweitern für Blogger und andere Autoren die Möglichkeit, ihre Inhalte hier auf Golem.de zu veröffentlichen und so von unserer Reichweite und unseren Finanzierungsmöglichkeiten zu profitieren. Es geht uns darum, ein neues, zeitgemäßes Modell des Publizierens zu etablieren und unseren Lesern noch mehr relevante Inhalte zu bieten.

  1. #Blognetz Deutsche Blogger, vereinigt euch

Watch Dogs: Der Sysadmin-Alptraum
Watch Dogs
Der Sysadmin-Alptraum

E3 2013 Er hackt Stadtnetze, kapert vom Smartphone bis zum Rechenzentrum jedes fremde System in Sekundenbruchteilen - aber der Held in Watch Dogs kann auch jederzeit zum Opfer anderer Spieler werden. Golem.de hat mit den Entwicklern über Hacker, die Technik und über das Überwachungsprogramm Prism gesprochen.

  1. Ubisoft Gitarrenriffs, Hacker und infiziertes Geld
  2. Playstation 4 400 Euro und keine Gebrauchtspielsperren
  3. Xbox One Hauseigene Halo-Konkurrenz und neues Altes von Rage

Samsung: Farblaser mit NFC für mobiles Drucken
Samsung
Farblaser mit NFC für mobiles Drucken

Samsung hat mehrere Farblaserdrucker und Multifunktionsgeräte vorgestellt, die per NFC und WLAN mit dem Smartphone verbunden werden können. So können Fotos und Dokumente von den mobilen Geräten ohne aufwendige Konfiguration ausgedruckt werden.

  1. SmartSD SD-Speicherkarten mit SWP für NFC
  2. Samsung Systemkamera mit NFC und WLAN

Zum Artikel