Hirnforschung Ratte fühlt Infrarotlicht

US-Forscher haben die sinnliche Wahrnehmung von Ratten erweitert: Sie haben ihnen Elektroden in ihr Gehirn implantiert, die sie Infrarotlicht fühlen lassen.

Anzeige

US-Wissenschaftler haben eine Ratte so modifiziert, dass sie Infrarotlicht wahrnimmt. Allerdings sieht das Tier das Licht nicht, sondern fühlt es.

 
Video: Ratte nimmt Infrarotlicht wahr

Möglich ist das durch einen Infrarotsensor (IR), den die Forscher von der Duke-Universität in Durham im US-Bundesstaat North Carolina der Ratte auf den Kopf gesetzt haben. Den IR-Sensor haben sie über Elektroden mit dem somatosensorischen Cortex des Nagers verbunden. Das ist der Teil des Gehirns, der für die haptische Wahrnehmung zuständig ist.

Kratzen bei IR-Licht

Wird der Sensor mit IR-Licht angestrahlt, stimulieren die Elektroden den somatosensorischen Cortex. Bei den Ratten verarbeitet dieses Areal auch die Daten der Tasthaare. Entsprechend reagierten die Tiere auch auf das IR-Licht: Sie kratzten sich im Gesicht - so als ob etwa die Tasthaare berührt worden sind. Mit der Zeit hätten sie aber gelernt, die Wahrnehmung von IR-Licht und Tasthaaren auseinanderzuhalten, erklärte Miguel Nicolelis bei einer Präsentation auf dem Jahrestreffen der American Association for the Advancement of Science (AAAS).

Die Forscher trainierten die Ratten zunächst in einem Parcours darauf, an Stellen, an denen eine Leuchtdiode (LED) im sichtbaren Licht aufleuchtet, einen Hebel zu betätigen. Dann erhielten die Nager etwas Wasser. Danach schalteten sie auf IR-LED um. Anfangs ließen sich die Ratten davon irritieren und kratzten sich. Doch nach etwa einem Monat hätten sie die Signale interpretieren können.

Neuer Sinn

Die Ratten hätten gelernt, diese neue Informationsquelle zu nutzen und dabei zwischen verschiedenen IR-Signalen in ihrer Umgebung zu unterscheiden, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift Nature Communications. Sie hätten zudem unterscheiden können, ob ihre Nervenzellen durch eine Berührung der Tasthaare oder durch IR-Licht stimuliert wurde. Die Infrarotwahrnehmung habe die ursprüngliche taktile Wahrnehmung nicht verdrängt. Mit anderen Worten: Die Ratten haben eine neue sinnliche Wahrnehmung erlernt.

Eine solche kortikale Prothese könne dazu eingesetzt werden, neurologische Funktionen wiederherzustellen, erklärte Nicolelis. So könnte einem Menschen, dessen Sehzentrum geschädigt sei, sein Sehvermögen wiedergegeben werden, indem die Signale vom Auge etwa auf das Hörzentrum umgeleitet werden. Aber, so schreiben die Forscher, es sei auch möglich, die Wahrnehmungsfähigkeit zu erweitern - um IR-Licht etwa oder andere Wellen außerhalb des sichtbaren Spektrums.

Das Jahrestreffen der AAAS, der US-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, findet dieses Jahr in Boston statt. Es endet am heutigen Montag.


DJ_Ben 19. Feb 2013

Ich hab mal die allgemeinen Infos bei Ärzte gegen Tierversuche überflogen. Das wirkt...

Endwickler 19. Feb 2013

Soldaten und Terroristen können damit ausgerüstet werden und bemerken dann automatisch...

takeoo111111 18. Feb 2013

Passen zum Thema folgendes Video bei TED http://www.ted.com/talks...

Kommentieren



Anzeige

  1. IT Leiter (m/w)
    ALPLA Werke Lehner GmbH & Co KG, Markdorf
  2. Trainee für den Bereich IT / Business Processes (m/w)
    DMG MORI SEIKI Services GmbH, Bielefeld
  3. Key-User SAP CO (m/w) Bereich Controlling
    battenfeld-cincinnati Germany GmbH, Bad Oeynhausen
  4. .NET Entwickler (m/w) Sales Systems
    TUI Deutschland GmbH, Hannover

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. IBM Power8

    Mit 96 Threads pro Sockel gegen Intels Übermacht

  2. Printoo

    Arduino kannste jetzt knicken

  3. Cloud-Dienste

    Streem verspricht unbegrenzten Speicherplatz

  4. Streaming

    HBO-Serien für US-Kunden von Amazon Prime

  5. Theo de Raadt

    OpenSSL ist nicht reparierbar

  6. Xplore XC6 DMSR

    Blendend hell und hart im Nehmen

  7. Programmiersprache

    Go 1.3 kommt für Solaris, Plan 9 und NaCL

  8. Arin

    IPv4-Adressen in Nordamerika nähern sich dem Ende

  9. Flappy 48

    Zahlen statt Vögel

  10. Port 32764

    Netgear will angebliche Router-Lücke schließen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Test The Elder Scrolls Online: Skyrim meets Standard-MMORPG
Test The Elder Scrolls Online
Skyrim meets Standard-MMORPG

Es ist so groß wie mehrere Rollenspiele zusammen und bietet auch Soloabenteurern Unterhaltung für Wochen und Monate. Vieles in The Elder Scrolls Online erinnert an Skyrim - und leider noch mehr an das altbekannte Strickmuster gängiger MMORPGs.

  1. The Elder Scrolls Online Zenimax deaktiviert umstrittene Bezahlmethoden
  2. Abopflicht Verbraucherschützer mahnen The Elder Scrolls Online ab
  3. Zenimax Online The Elder Scrolls Online ohne Server-Schlangen gestartet

Test Hitman Go: Auftragskiller to go
Test Hitman Go
Auftragskiller to go

Knobeln statt knebeln: In Hitman Go verrichtet Agent 47 sein ebenso lautloses wie blutiges Handwerk auf ungewohnte Art und Weise: Statt Schleich-Action ist Denksport angesagt. Der Titel bleibt dem Kern der Hitman-Reihe trotzdem treu - und macht schnell süchtig.

  1. Square Enix Kernzielgruppe statt globales Massenpublikum

Owncloud: Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk
Owncloud
Dropbox-Alternative fürs Heimnetzwerk

Kaputte Zertifikate durch Heartbleed und der NSA-Skandal: Es gibt genügend Gründe, seinen eigenen Cloud-Speicher einzurichten. Wir erklären mit Owncloud auf einem Raspberry Pi, wie das funktioniert.


    •  / 
    Zum Artikel