Harvester: Modulares Strahlenmesssystem für Drohnen
Drohne mit Harvester: Einsatz möglicherweise ab 2014 (Bild: Joe Sanders/Sandia Labs)

Harvester Modulares Strahlenmesssystem für Drohnen

Ein fliegendes Strahlenmesssystem haben Forscher der Sandia Labs entwickelt. Es besteht aus drei Gondeln mit Sensoren, die unter den Tragflächen einer Drohne montiert werden.

Anzeige

Wissenschaftler der Sandia National Laboratories haben ein Strahlenmesssystem für Drohnen entwickelt. Mit dem System namens Harvester sollen Strahlenwerte in der Luft gemessen werden, ohne dabei Menschen zu gefährden.

  • Harvester besteht aus drei Gondeln, die an eine Drohne angebaut werden. (Foto: Randy Montoya/Sandia Labs)
  • Blick in die Düse eines Partikelsammlers (Foto: Randy Montoya/Sandia Labs)
  • Harvester-Gondeln an einer Drohne vom Typ Reaper des US-Grenzschutzes (Foto: Joe Sanders/Sandia Labs)
Harvester besteht aus drei Gondeln, die an eine Drohne angebaut werden. (Foto: Randy Montoya/Sandia Labs)

Das System besteht aus drei Gondeln, die unter den Tragflächen eines unbemannten Flugzeugs (Unmanned Aerial Vehicle, UAV) montiert werden. In zwei Gondeln befinden sich Einrichtungen, die radioaktive Partikel aus der Luft sammeln: Durch Düsen wird Luft gepresst und die radioaktiven Partikel darin werden von Papierfiltern aufgefangen. Ein Sensor erfasst in Echtzeit, welche Partikel in welcher Anzahl gesammelt wurden. Eine weitergehende Auswertung der Proben findet später auf der Erde statt.

Strahlenquellen orten

Die dritte Gondel beherbergt den Directional Gamma Radiation Sensor (DGRS). Dieses Messgerät soll die Strahlenquelle orten. Das Bodenpersonal des Harvesters könne den Drohnenpiloten anhand der DGRS-Daten den Weg zu der Strahlenquelle zeigen, erklärt Projektleiter Joe Sanders. Beide könnten sich dabei an ganz unterschiedlichen Orten aufhalten.

Das System ist modular. Die Gondeln könnten nach Bedarf an ein geeignetes UAV angebaut werden. Das sei günstiger und flexibler, als ein bestimmtes Fluggerät dauerhaft mit der entsprechenden Ausrüstung zu versehen, sagt Sanders. Es könne gut sein, dass die US-Luftwaffe Harvester bereits ab 2014 einsetze.

Test mit Reaper

Die beiden Teilchensammler sind bereits mit einer Drohne vom Typ MQ-9 Reaper des US-Grenzschutzes getestet worden. Wie die Sandia Labs erst jetzt mitgeteilt haben, habe der Testflug auf dem Luftwaffenstützpunkt in Grand Forks im US-Bundesstaat North Dakota bereits im September 2012 stattgefunden.

Für den Test seien keine radioaktiven Isotope freigesetzt worden. Stattdessen hätten die Instrumente in ihren Filtern natürlich vorkommende Blei- und Bismut-Isotope gesammelt, die durch den Zerfall von Radon in der Atmosphäre entstünden.

Wer baute die Bomben?

Harvester solle eingesetzt werden, wenn irgendwo auf der Welt unerwartet eine Atombombe explodiere, erklärten die Sandia Labs. Dann solle das System an eine Drohne montiert werden, diese zum Ort der Explosion leiten und dort Proben in verschiedenen Höhen sammeln. Die freigesetzten Stoffe könnten Hinweis auf den Konstrukteur der Bombe liefern. Da Harvester von einem unbemannten Fluggerät transportiert werde, könne die Datensammlung durchgeführt werden, ohne dass Menschen einer Gefahr ausgesetzt würden.

Ein solcher Fall dürfte jedoch eher unwahrscheinlich sein. Die Forscher machten aber keine Angaben darüber, ob Harvester auch zu anderen, zivilen Zwecken genutzt werden kann.


guru1 18. Mai 2014

Eben - denn andersrum gibt's auch schon längst, nämlich Kriminelle, die sich radioaktive...

Kommentieren



Anzeige

  1. Inhouse Spezialist SAP (m/w)
    ROTA YOKOGAWA GmbH & Co. KG, Wehr am Rhein
  2. Systemadministrator (m/w) Windows
    KDO Personaldienste, Oldenburg
  3. Manager (m/w) Softwareentwicklung
    WTS Group AG Steuerberatungsgesellschaft, Erlangen (Raum Nürnberg)
  4. Manager (m/w) of End User Support Services
    CSM Deutschland GmbH, Bremen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Nocomentator

    Filterkiste blendet Sportkommentare aus

  2. Gameworks

    Nvidia rollt den Rasen aus

  3. Rolling-Release

    Opensuse Factory und Tumbleweed werden zusammengeführt

  4. Project Ara

    Google will nicht nur das Smartphone neu erfinden

  5. Wildstar

    NC Soft entlässt Mitarbeiter

  6. Mozilla

    Einfache Web-Apps auf dem Smartphone erstellen

  7. Civ Beyond Earth Benchmark

    Schneller, ohne Mikroruckler und geringere Latenz mit Mantle

  8. Allview X2 Soul mini

    Sehr dünnes Smartphone im Alu-Gehäuse für 200 Euro

  9. Toybox Turbos

    Codemasters veranstaltet Rennen auf dem Frühstückstisch

  10. Xamarin

    C# dank Mono für die Unreal Engine 4



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Sony Alpha 7S im Test: Vollformater sieht auch bei Dunkelheit nicht schwarz
Sony Alpha 7S im Test
Vollformater sieht auch bei Dunkelheit nicht schwarz
  1. FPS 1000 Kamera soll 18.500 Frames pro Sekunde aufnehmen
  2. Bericht Sony will 4K-Superzoom-Kamera entwickeln
  3. Minikamera Ai-Ball Die WLAN-Kamera aus dem Überraschungsei

IT-Gipfel 2014: De Maizière nennt De-Mail "nicht ganz zufriedenstellend"
IT-Gipfel 2014
De Maizière nennt De-Mail "nicht ganz zufriedenstellend"
  1. Digitale Agenda 38 Seiten Angst vor festen Zusagen
  2. E-Mail Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Yahoo Mail

Retro-Netzwerk: Der Tilde.Club erstellt Webseiten wie in den Neunzigern
Retro-Netzwerk
Der Tilde.Club erstellt Webseiten wie in den Neunzigern

    •  / 
    Zum Artikel