Abo
  • Services:
Anzeige
Das US-Justizministerium setzt Imsi-Catcher in Kleinflugzeugen zur Fahndung ein.
Das US-Justizministerium setzt Imsi-Catcher in Kleinflugzeugen zur Fahndung ein. (Bild: Wall Street Journal)

Handyüberwachung: FBI nutzt Imsi-Catcher ohne richterlichen Beschluss

Das US-Justizministerium setzt Imsi-Catcher in Kleinflugzeugen zur Fahndung ein.
Das US-Justizministerium setzt Imsi-Catcher in Kleinflugzeugen zur Fahndung ein. (Bild: Wall Street Journal)

In den vergangenen Monaten häuften sich Berichte über den Einsatz von Imsi-Catchern in den USA. Die US-Bundespolizei FBI räumte ein, die Geräte häufig ohne richterlichen Beschluss zu benutzen.

Anzeige

Der US-Kongress drängt auf eine rechtliche Klärung für den Einsatz sogenannter Imsi-Catcher durch Ermittlungsbehörden. Hintergrund sind Berichte, wonach US-Behörden die Geräte zur Handyortung sogar mit Flugzeugen einsetzen und dabei die Daten Tausender Nutzer auf der Suche nach Verdächtigen scannen. Die US-Bundespolizei FBI räumte in Gesprächen mit Mitarbeitern der US-Senatoren Patrick Leahy und Chuck Grassley ein, dass die Beamten in vielen Fällen keinen richterlichen Beschluss benötigten, um Imsi-Catcher zu verwenden. Dazu gehöre auch, wenn die Geräte "an öffentlichen Orten" genutzt würden, heißt es in einer Stellungnahme der Senatoren.

Die Imsi-Catcher sind nach der Teilnehmerkennung "International Mobile Subscriber Identity" (Imsi) benannt, die von ihnen ausgelesen werden kann. Auch die Abfrage der Gerätekennung "International Mobile Station Equipment Identity" (Imei) ist möglich. Dabei geben sich die Geräte dem Handy gegenüber als Basisstation aus, anderen Funkmasten hingegen als Mobilfunkgerät. Dieser Man-in-the-Middle-Angriff erlaubt unter bestimmten Bedingungen das Abhören der Gespräche. In den USA sind die Geräte auch unter dem Produktnamen Stingray des Herstellers Harris bekannt.

Einsatzgebiete und Datenschutz unklar

In einem Brief an US-Justizminister Eric Holder und US-Heimatschutzminister Jeh Johnson monieren die Senatoren, dass der Gebrauch der Geräte durch die verschiedenen Behörden sowie die Richtlinien für deren Einsatz unklar seien. Der Justizausschuss, dem Leahy vorsteht, benötige daher zahlreiche weitergehende Informationen, um unter anderem einzuschätzen, ob die Privatsphäre derjenigen Nutzer geschützt sei, die zufällig erfasst würden.

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) wies zu Beginn des Jahres darauf hin, dass lokale Polizeibehörden den Einsatz der Imsi-Catcher oft vor Richtern geheim hielten. Allerdings hätten neun Bundesstaaten inzwischen Gesetze erlassen, die für eine solche Handyüberwachung einen richterlichen Beschluss forderten.

Das Wall Street Journal hatte im November 2014 berichtet, dass US-Marshals die Imsi-Catcher in Flugzeugen einsetzen, um Mobiltelefone großflächig zu erfassen. Die mit der Technik ausgestatteten Kleinflugzeuge seien auf mindestens fünf Standorte in den USA verteilt. Von dort sollen sie Daten von Mobiltelefonen sammeln, egal von welchem Provider.

Verantwortlich für die Datenerfassung ist der United States Marshals Service, eine bundesweite Strafverfolgungsbehörde. Im September 2014 gab es zudem Berichte, wonach Nutzer des Kryptohandys Cryptophone 500 in den USA merkwürdige Mobilfunkmasten entdeckt hatten, die sich als Imsi-Catcher entpuppten.

Richterlicher Beschluss in Deutschland erforderlich

In Deutschland setzten Bundesbehörden wie das Bundeskriminalamt (BKA), der Verfassungsschutz und der Zoll solche Geräte im ersten Halbjahr 2014 in mehr als 100 Fällen ein. Rechtlich ist der Einsatz beispielsweise in Paragraf 100i der Strafprozessordnung (StPO) geregelt und setzt einen richterlichen Beschluss voraus. Bei Gefahr im Verzug kann die Anordnung aber auch durch die Staatsanwaltschaft erfolgen, beim BKA durch dessen Präsidenten.

Inzwischen gibt es technische Möglichkeiten, den Einsatz von Imsi-Catchern auf einem Mobilfunkgerät zu erkennen. Dazu präsentierten Security Research Labs auf dem 31C3 eine App, die Angriffe auf das eigene Telefon erkennen kann. Die App Snoopsnitch erkennt verdächtige Aktivitäten des Baseband-Prozessors, wie sie bei SS7-Angriffen, sogenannten stillen SMS zur Ortung oder bei Attacken durch Imsi-Catcher typisch sind.


eye home zur Startseite
FreiGeistler 07. Jan 2015

Würde auch heute nicht mehr funktionieren. Wer wird schon gerne alle 2 Stunden wegen...

Anti Konsument 07. Jan 2015

Ihr seit ja alle solche Experten... sorry, aber das konnte ich mir nicht verkneifen...

Jobran 07. Jan 2015

Leider hast du Recht . Solange sie die Macht haben , kann man nix tun , selbst wenn man...

MisterProll 07. Jan 2015

" und dabei die Daten Tausender Nutzer auf der Suche nach Verdächtigen scannen." Wäre das...

Bill S. Preston 07. Jan 2015

;-)



Anzeige

Stellenmarkt
  1. T-Systems International GmbH, Bonn, Darmstadt, Stuttgart
  2. Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Feuerbach
  3. Deutsche Telekom AG, Bonn, Leinfelden-Echterdingen, Frankfurt am Main, München
  4. Universität Passau, Passau


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 59,99€
  2. 399,00€ (Lieferung am 10. November)

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Kritische Bereiche der IT-Sicherheit in Unternehmen
  2. Globale SAP-Anwendungsunterstützung durch Outsourcing
  3. Sicherheitskonzeption für das App-getriebene Geschäft


  1. Altiscale

    SAP kauft US-Startup für 125 Millionen US-Dollar

  2. Stiftung Warentest

    Mailbox und Posteo gewinnen Mailprovidertest

  3. Ausrüster

    Kein 5G-Supermobilfunk ohne Glasfasernetz

  4. SpaceX

    Warum Elon Musks Marsplan keine Science-Fiction ist

  5. Blau

    Prepaid-Kunden bekommen deutlich mehr Datenvolumen

  6. Mobilfunk

    Blackberry entwickelt keine Smartphones mehr

  7. Nvidia und Tomtom

    Besseres Cloud-Kartenmaterial für autonome Fahrzeuge

  8. Xavier

    Nvidias nächster Tegra soll extrem effizient sein

  9. 5G

    Ausrüster schweigen zu Dobrindts Supernetz-Ankündigung

  10. Techbold

    Gaming-PC nach Spiel, Auflösung und Framerate auswählen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Fitbit Charge 2 im Test: Fitness mit Herzschlag und Klopfgehäuse
Fitbit Charge 2 im Test
Fitness mit Herzschlag und Klopfgehäuse
  1. Fitbit Ausatmen mit dem Charge 2
  2. Polar M600 Sechs LEDs für eine Pulsmessung
  3. Fitnessportale Die Spielifizierung des Sports

Forza Horizon 3 im Test: Autoparadies Australien
Forza Horizon 3 im Test
Autoparadies Australien
  1. Die Woche im Video Schneewittchen und das iPhone 7
  2. Forza Motorsport 6 PC-Rennspiel Apex fährt aus der Beta
  3. Microsoft Play Anywhere gilt für alle Spiele der Microsoft Studios

Interview mit Insider: Facebook hackt Staat und Gemeinschaft
Interview mit Insider
Facebook hackt Staat und Gemeinschaft
  1. Facebook 100.000 Hassinhalte in einem Monat gelöscht
  2. Nach Whatsapp-Datentausch Facebook und Oculus werden enger zusammengeführt
  3. Facebook 64 Die iOS-App wird über 150 MByte groß

  1. Re: Hosted Exchange

    Moe479 | 05:02

  2. Re: Sind eigentlich die Linken...

    Pjörn | 03:49

  3. Re: Warum Elon Musks Marsplan doch Science...

    flauschi123 | 03:42

  4. Re: Fand solche Dienste eh etwas sinnlos

    grslbr | 03:37

  5. Re: Traurig...

    Apfelbrot | 03:33


  1. 19:10

  2. 18:10

  3. 16:36

  4. 15:04

  5. 14:38

  6. 14:31

  7. 14:14

  8. 13:38


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel