GPS-Spoofing: US-Forscher narren Drohnen
Militärische Drohne Global Hawk: verschlüsseltes GPS-Signal (Bild: Northrop Grumman)

GPS-Spoofing US-Forscher narren Drohnen

Ein Team von Wissenschaftlern aus Texas hat demonstriert, wie es möglich ist, Drohnen mit falschen GPS-Signalen zu entführen. Grund ist, dass zivile Drohnen kein verschlüsseltes GPS-Signal nutzen.

Anzeige

Experten warnen immer wieder vor der Anfälligkeit des Satellitennavigationssystems Global Positioning System (GPS). Bisher ging es dabei aber eher um die Störung des Signals ("Jamming"). Wissenschaftler in den USA haben gezeigt, wie sie durch ein gefälschtes GPS-Signal eine Drohne entführen können.

Unverschlüsselt

Anders als die unbemannten Fluggeräte (Unmanned Aerial Vehicle, UAV) des US-Militärs nutzen die zivilen Drohnen kein verschlüsseltes GPS-Signal. Den Wissenschaftlern vom Radionavigation Laboratory der Universität des US-Bundesstaates Texas in Austin ist es gelungen, einer Drohne ein falsches Signal ("Spoofing") unterzuschieben und diese so unter ihre Kontrolle zu bringen.

Um einen Angriff auf ein GPS-System durchzuführen, brauchen die Forscher um Todd Humphreys einen sogenannten Spoofer, der die falschen Signale aussendet. Sie hätten den besten Spoofer bislang gebaut, sagte der Projektleiter dem US-Fernsehsender Fox. Die Materialkosten lägen bei 1.000 US-Dollar.

Stärkeres Signal

Am Anfang eines Angriffs sende der Spoofer seine Signale mit einer geringeren Leistung als das echte Signal. Er erhöhe dann die Leistung, bis die falschen Signale stärker seien als die echten. Dann könnte der Spoofer seine Signale an das Gerät schicken und die Kontrolle darüber übernehmen. Im Labor hätte kein ziviler GPS-Empfänger ihrer Angriffstechnik widerstanden, schrieben die Forscher Anfang des Jahres in der Zeitschrift GPS World.

In der vergangenen Woche haben Humphreys und sein Team Mitarbeitern der US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) und des US-Heimatschutzministeriums (Department Of Homeland Security, DHS) ihren GPS-Angriff auf Drohnen in der Wüste des US-Bundesstaates New Mexico vorgeführt. Hintergrund ist, dass der US-Luftraum in drei Jahren für Drohnen geöffnet werden soll. Das DHS hat schon zwei Programme - Patriot Watch und Patriot Shield - aufgelegt, die sich mit den GPS-Sicherheitslücken beschäftigen sollen.

Attentat mit Drohnen

Humphreys erwartet, dass nach der Freigabe die Zahl der Drohnen in den USA rapide ansteigen wird. Das US-Transportunternehmen Fedex etwa erwägt, seine Flotte dann durch unbemannte Transportflugzeuge zu ergänzen. Was, wenn ein Attentäter ein solches UAV entführe und in ein Gebäude fliegen lasse, sagte der Wissenschaftler dem US-Sender.

Die Industrie sei sich dieser Problematik durchaus bewusst, schreibt der Verband Association of Unmanned Vehicle Systems International (AUVSI) in einer Stellungnahme für das US-Wissenschaftsmagazin IEEE Spectrum. Es werde bereits daran gearbeitet, die Technik, die das Militär in seinen Drohnen einsetze, um GPS-Spoofing zu verhindern, auch für zivile Drohnen verfügbar zu machen. Einige nutzten auch alternative Navigationssysteme, die eine Drohne gegen GPS-Spoofing weniger anfällig machten.


Atalanttore 30. Jun 2012

[ ] Du kennst dich super aus mit Verschlüsselung.

srws 28. Jun 2012

Naja, ich könnte mir im Zusammenhang mit GPS Situationen vorstellen, in denen diese...

Sharra 28. Jun 2012

Man sollte annehmen können, dass militärische Drohnen verschlüsselt agieren, aber wir...

jayrworthington 27. Jun 2012

Stärkerer Sender überlagert superschwaches GPS Signal! Mehr gleich in RTL2-News!

Kommentieren



Anzeige

  1. Manager (m/w) Softwareentwicklung
    WTS Group AG Steuerberatungsgesellschaft, Erlangen (Raum Nürnberg)
  2. SAP Business Process Expert (m/w)
    Brüel & Kjaer Vibro GmbH, Darmstadt
  3. Produktmanager für digitales Entertainment / Product Owner (m/w)
    Media-Saturn Deutschland GmbH, Ingolstadt
  4. Manager (m/w) of End User Support Services
    CSM Deutschland GmbH, Bremen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Nocomentator

    Filterkiste blendet Sportkommentare aus

  2. Gameworks

    Nvidia rollt den Rasen aus

  3. Rolling-Release

    Opensuse Factory und Tumbleweed werden zusammengeführt

  4. Project Ara

    Google will nicht nur das Smartphone neu erfinden

  5. Wildstar

    NC Soft entlässt Mitarbeiter

  6. Mozilla

    Einfache Web-Apps auf dem Smartphone erstellen

  7. Civ Beyond Earth Benchmark

    Schneller, ohne Mikroruckler und geringere Latenz mit Mantle

  8. Allview X2 Soul mini

    Sehr dünnes Smartphone im Alu-Gehäuse für 200 Euro

  9. Toybox Turbos

    Codemasters veranstaltet Rennen auf dem Frühstückstisch

  10. Xamarin

    C# dank Mono für die Unreal Engine 4



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Spacelift: Der Fahrstuhl zu den Sternen
Spacelift
Der Fahrstuhl zu den Sternen
  1. Raumfahrt Mondrover Andy liefert Bilder für Oculus Rift
  2. Geheimmission im All Militärdrohne X-37B nach Langzeiteinsatz gelandet
  3. Raumfahrt Indische Sonde Mangalyaan erreicht den Mars

3D-Druck ausprobiert: Internetausdrucker 4.0
3D-Druck ausprobiert
Internetausdrucker 4.0
  1. Niedriger Schmelzpunkt 3D-Drucken mit metallischer Tinte
  2. Deltadrucker Magna Japanisches Unternehmen zeigt Riesen-3D-Drucker
  3. 3D-Technologie US-Armee will Sprengköpfe drucken

Qubes OS angeschaut: Abschottung bringt mehr Sicherheit
Qubes OS angeschaut
Abschottung bringt mehr Sicherheit

    •  / 
    Zum Artikel