Anzeige
Die Klage von Hellwig gegen VMware wird vor dem Landgericht Hamburg verhandelt.
Die Klage von Hellwig gegen VMware wird vor dem Landgericht Hamburg verhandelt. (Bild: Flickr.com, Markus Daams/CC-BY 2.0)

GPL-Klage gegen VMWare: Wenn Richter zu IT-Profis werden müssen

Die Klage von Hellwig gegen VMware wird vor dem Landgericht Hamburg verhandelt.
Die Klage von Hellwig gegen VMware wird vor dem Landgericht Hamburg verhandelt. (Bild: Flickr.com, Markus Daams/CC-BY 2.0)

Ganz viel Konjunktiv und sehr wenig klare Aussagen: In der ersten mündlichen Verhandlung der GPL-Klage gegen VMWare haben sich die Richter redlich bemüht, Dinge zu durchdringen, die eigentlich nur Computerspezialisten verstehen. Die Grundsatzfragen wurden auf später vertagt.

Etwa zehn Juristen sind für VMware am Donnerstag zu der ersten mündlichen Verhandlung der GPL-Klage gegen das Unternehmen am Landgericht Hamburg angereist - einige davon aus den USA, die als Gäste per Simultanübersetzung an der Sitzung teilnehmen. Ebenso verfolgen einige Kernel-Hacker das von Linux-Entwickler Christoph Hellwig angestrebte Verfahren. Er wirft VMware vor, die freie Softwarelizenz GNU General Public License (GPL) verletzt zu haben.

Anzeige

Viel mehr erfahren die Zuschauer nicht: Schnell zeigt sich, dass dem Gericht einige Sachverhalte der Streitigkeiten offensichtlich technisch viel zu komplex sind, so dass sich dieses zunächst ausschließlich auf bereits bekannte Fragen des Urheberrechts zurückzieht und den eigentlichen Sachverhalt möglicherweise erst später oder gar nicht klären wird.

Richter sind keine Programmierer und geben das zu

Zugegeben, an dieser Vorgehensweise ist eigentlich nichts auszusetzen, schließlich muss sich das Gericht unter dem Vorsitz von Richter Hartmann bestimmten Formalien unterwerfen. So muss etwa geklärt werden, ob die Klage auf Unterlassung von Hellwig berechtigt ist, er also tatsächlich Urheberrechte hält und welche der verschiedenen im Gesetz geregelten Arten von Urheberschaft dafür infrage kommen oder eben nicht. Außerdem muss der Frage nachgegangen werden: Ist der Beitrag von Hellwig überhaupt groß genug oder vernachlässigbar und verblasst damit?

  • Schematische Darstellung des Aufbaus von Esxi aus Sicht von Hellwig<br>(Bild: Software Freedom Conservancy - CC-BY-SA 4.0)
Schematische Darstellung des Aufbaus von Esxi aus Sicht von Hellwig<br>(Bild: Software Freedom Conservancy - CC-BY-SA 4.0)

Notwendigerweise müssen sich die Richter aber eben auch mit der Funktionsweise von Treibern in einem Betriebssystemkern, dem Aufbau des VMware-Produkts Esxi, virtuellen Maschinen und den Praktiken der Softwareentwicklung auseinandersetzen. Dazu stellt Hartmann fest, dass das Gericht nicht aus "Computerspezialisten" bestehe, sondern eben aus Juristen.

Diese haben sich allerdings sichtlich Mühe gegeben, zumindest die Grundzüge der Streitigkeiten richtig zu verstehen. So zeigt Hartmann handgezeichnete Skizzen und versucht damit die Sachlage so zu erklären, wie sie die drei Richter offenbar verstanden haben. Ein Kasten für eine virtuelle Maschine (VM) mit Windows, ein Kasten für eine VM mit Linux und darunter ein weiterer Kasten mit Esxi, dem Produkt zur Virtualisierung von VMware, das auf der Hardware läuft.

Der Nicht-Computerspezialist Hartmann spricht sogar davon, dass es augenscheinlich von Vorteil sein kann, mehrere Betriebssysteme - wie eben Windows und Linux - virtualisiert und damit parallel auf derselben Hardware zu betreiben, zum Beispiel um plattformübergreifende Anwendungen zu testen. Für Menschen, die wohl noch nie eine VM selbst gestartet haben, ist das eine erstaunlich korrekte Darstellung.

Willkürliche Trennung oder stabile Schnittstellen? 

eye home zur Startseite
Moe479 01. Mär 2016

zu einem geringen anteil verletzt zu werden, bedeutet doch auch verletzt zu...

schily 29. Feb 2016

Dabei ist es unerheblich, ob die beiden Teile eine logische Einheit bilden. Wichtig ist...

schily 29. Feb 2016

Ich möchte auch mal meine Zustimmung äußern: Der Artikel wäre bei Heise niemals so...

schachbrett 27. Feb 2016

Ein Beweisbeschluss ergeht ja nur, wenn überhaupt ein Parteivortrag bestritten wird...

Moe479 26. Feb 2016

Wenn ein Programm etwas macht, was der eigenen Meinung entspricht, z.B. dem FBI keinen...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. TUI InfoTec GmbH, Hannover
  2. Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM, Bremen
  3. HELUKABEL GmbH, Hemmingen
  4. Robert Bosch GmbH, Abstatt bei Stuttgart


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Der Hobbit, Der Herr der Ringe, Departed, Conjuring, Gran Torino)
  2. (u. a. Der große Gatsby, Mad Max, Black Mass, San Andreas)
  3. 27,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Netzausbau

    Telekom will ihre Mobilfunkmasten verkaufen

  2. Bruno Kahl

    Neuer BND-Chef soll den Dienst reformieren

  3. Onlinehandel

    Amazon sperrt Konten angeblich nur in seltenen Fällen

  4. The Assembly angespielt

    Verschwörung im Labor

  5. Kreditkarten

    Number26 wird Betrug mit Standortdaten verhindern

  6. Dobrindt

    1,3 Milliarden Euro mehr für Breitbandausbau in Deutschland

  7. Mini ITX OC

    Gigabyte bringt eine 17 cm kurze Geforce GTX 1070

  8. Autonomes Fahren

    Teslas Autopilot war an tödlichem Unfall beteiligt

  9. Tolino Page

    Günstiger Kindle-Konkurrent hat eine bessere Ausstattung

  10. Nexus

    Erste Nougat-Smartphones sollen von HTC kommen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Geforce GTX 1080/1070 im Test: Zotac kann Geforce besser als Nvidia
Geforce GTX 1080/1070 im Test
Zotac kann Geforce besser als Nvidia
  1. Die Woche im Video Superschnelle Rechner, smarte Zähler und sicherer Spam
  2. Geforce GTX 1080/1070 Asus und MSI schummeln mit Golden Samples
  3. Geforce GTX 1070 Nvidia nennt Spezifikationen der kleinen Pascal-Karte

IT und Energiewende: Fragen und Antworten zu intelligenten Stromzählern
IT und Energiewende
Fragen und Antworten zu intelligenten Stromzählern
  1. Smart Meter Bundestag verordnet allen Haushalten moderne Stromzähler
  2. Intelligente Stromzähler Besitzern von Solaranlagen droht ebenfalls Zwangsanschluss
  3. Smart-Meter-Gateway-Anhörung Stromsparen geht auch anders

Telefonabzocke: Dirty Harry erklärt mein Windows für kaputt
Telefonabzocke
Dirty Harry erklärt mein Windows für kaputt
  1. Darknet-Handel Nutzerdaten von Telekom-Kunden werden verkauft
  2. Security Ransomware-Bosse verdienen 90.000 US-Dollar pro Jahr
  3. Festnahme und Razzien Koordinierte Aktion gegen Cybercrime

  1. Re: Und was war nun die Ursache, einige defekte...

    weezor | 20:51

  2. Ich warte mal ab...

    divStar | 20:51

  3. Re: IPv4

    hungkubwa | 20:50

  4. Re: Warum kein Ausbau in Städten

    spezi | 20:49

  5. Re: ist ja wunderbar

    DrWatson | 20:47


  1. 20:04

  2. 17:04

  3. 16:53

  4. 16:22

  5. 14:58

  6. 14:33

  7. 14:22

  8. 13:56


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel