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Gog.com Galaxy
Gog.com Galaxy (Bild: Screenshot / Golem.de)

Gog.com Galaxy ausprobiert: Die Steam-Alternative mit der Abschalt-Option

Gog.com Galaxy
Gog.com Galaxy (Bild: Screenshot / Golem.de)

Ein Client, sie zu knechten - genau das soll Galaxy von Gog.com nicht sein. Anders als Uplay, Origin und Steam ist Galaxy optional. Mit welchen Argumenten die Entwickler Spieler zur Nutzung von Galaxy überreden wollen, haben wir in Warschau in Erfahrung gebracht - und wir haben den Client getestet.

Galaxy von Gog.com soll heute in der Open Beta erscheinen. Viele Gamer zerbrechen sich nun die Köpfe darüber, ob sie noch einen weiteren Spiele-Client wollen. Eigentlich sind es mit Steam, Origin und Uplay jetzt schon zu viele. Den Galaxy-Entwicklern aus Polen ist das Problem bewusst. Bei einem Studiobesuch in Warschau brachten wir in Erfahrung, mit welchen Mitteln sie Spieler überzeugen wollen, ihren Client zu nutzen und konnten einen ersten Blick auf die Software und ihr Design werfen.

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Galaxy ist optional. Das sei das stärkste Argument für die Software, meinen die Polen. Daher ist der Client so unaufdringlich wie möglich, bietet aber zahlreiche Features, die moderne Spiele benötigen. Gog.com-Gründer Marcin Iwinski erklärt es so: "Als wir mit Gog.com anfingen, hatten wir nur alte und kleine Spiele. Die waren komplett und fertig. Ein kurzer Download genügte. Als wir aber begannen, viele moderne Spiele mit zahlreichen Erweiterungen und Patches anzubieten, bemerkten wir, dass die Dateien immer größer wurden und uns eine automatische Update-Funktion fehlte. Für diesen Zweck entwickelten wir Galaxy."

Genau diese Komfortfunktionen bringt Galaxy nun für das komplette Portfolio von Gog.com. Der Spieler wählt einen Titel aus seiner Bibliothek aus, klickt auf "Installieren" und das Programm erledigt den Rest automatisch. Sofern ein Patch erscheint, wird der Nutzer darauf aufmerksam gemacht und gefragt, ob der Patch heruntergeladen werden soll. Während des Downloads kann die ältere Fassung noch gespielt werden.

Für die Zukunft planen die Entwickler ein sogenanntes Rollback-Feature, das es Spielern ermöglicht, Patches auch wieder zu deaktivieren. "Manchmal", sagt Iwinski, "richten Updates schließlich mehr Schaden an, als sie Probleme lösen."

Niemals DRM

An der Philosophie, Spiele ausschließlich ohne Kopierschutz-Mechanismen und DRM anzubieten, ändert der Client nichts. Spieler können mit ihren Titeln noch immer alles tun, was sie wollen. Die Titel werden auch nicht kryptisch in Ordnern versteckt, verschlüsselt oder aufgeteilt. Wer möchte, kann sich ein über Galaxy geladenes Spiel auf einen USB-Stick kopieren und zu einem Freund mitnehmen.

Die Speicherstände liegen wie früher in von den Spielen vorgegebenen Ordnern und müssen unter Umständen separat eingesammelt werden. Bei Gog.com denkt man aber bereits über Lösungen nach, künftig auch Cloud-Saves über den Client anzubieten.

Der Galaxy-Client orientiert sich bei der Installation an der Systemsprache und lädt Spiele, sofern sie vorliegen, in der gleichen Sprache herunter. Die gewünschte Sprachversion kann über die Optionen jedes Titels auch individuell ausgesucht werden. Die zahlreichen Goodies wie Soundtracks, Making-of-Videos, Handbücher und Hintergrundbilder sind über Galaxy ebenfalls zugänglich und landen in einem durch den Nutzer gewählten "Extras"-Ordner.

Zu den Features, die in der ersten Version von Galaxy noch nicht enthalten sind, zählen die Freundesliste, Achievements, Chats und das oben erwähnte Rollback-Feature für Patches. Das alles soll aber in den nächsten Monaten Stück für Stück integriert werden.

Keine Client-Ghettos dank Crossplay-Multiplayer

Das zweite große Ziel von Gog.com heißt Crossplay. Crossplay ermöglicht es, den Mehrspieler-Modus von Spielen unabhängig von ihrem Client zu nutzen. So können zum Beispiel bereits Double Dragon Trilogy, Aliens vs Predator und das Witcher Adventure Game im Multiplayer gespielt werden - egal, ob die Titel über Galaxy oder Steam gestartet werden.

Für die Authentifizierung des Onlinemodus und die Nutzung der von Gog.com weltweit bereitgestellten Server müssen aber entweder Galaxy oder Steam online sein. Sobald der Nutzer wieder in den Solomodus wechselt, kann auch Galaxy beendet werden. Steam muss dagegen in den Offline-Modus wechseln.

Iwinski hält sich mit Kritik an den Always-Online-Ghettos anderer Betreiber wie Blizzard, Ubisoft oder Electronic Arts nicht zurück: "Ich erinnere mich da an ein französisches Beispiel. Da hat der Online-Check des Clients bis zu 30 Prozent Performance bei der Bildrate gekostet, nur weil das Spiel alle paar Sekunden bei einem Server nachgefragt hat, ob es legal ist. Als Spieler denke ich mir doch: Warum zum Teufel muss ich für den Solomodus eines Spiels online sein? Mit Galaxy bieten wir eine technische Lösung für dieses Problem."

Ein Download genügt

Der Galaxy-Client wird wie jedes andere Spiel aktuell auch über die Bibliothek heruntergeladen. Den bisherigen Downloader, der mehrere Server-Verbindungen für schnellere Downloads ermöglicht, wollen die Entwickler weiter anbieten. Auf lange Sicht soll er aber von Galaxy abgelöst werden. Auch er setzt das Login mit den Gog.com-Kundendaten voraus.

Das Design von Galaxy orientiert sich an dem der Webseite. Die Inhalte werden in zwei Spalten angezeigt. Auf der rechten Seite präsentiert sich entweder die komplette Spiele-Bibliothek oder der Onlineshop im bekannten Stil eines Bücherregals. Von hier aus werden die Spiele mit einem Klick installiert. In der linken Spalte sind die bereits installierten Titel zu sehen. Am unteren Rand wird der jeweilige Download-Vorgang angezeigt.

Das minimalistisch gehaltene Design sorgt auch bei größeren Bibliotheken für Übersicht. Eine Suchfunktion in der oberen rechten Ecke hilft zusätzlich beim Finden der Spiele. Alle erweiterten Einstellungen, wie die Sprachversion oder der Installationspfad, werden über einen zusätzlichen Dialog aufgerufen.

Galaxy soll im Verlauf des Tages über Gog.com für Windows und Mac OSX verfügbar gemacht werden, ein Nutzerkonto ist die einzige Voraussetzung. Der Client ist etwa 50 MByte groß, auf der Festplatte belegt er je nach Größe der Spielebibliothek bis zu 200 MByte durch heruntergeladene Grafiken. Wir haben die Software seit zwei Monaten im Einsatz und haben nur wenige kleine Fehler bemerkt, die meistens innerhalb weniger Tage ausgebessert wurden. Entwickler, die für ihre Titel Crossplay-Multiplayer nutzen wollen, können sich hier an die polnischen Entwickler wenden. Sie werden sich dann um die nötigen Tools wie Steamworks kümmern, sofern der Titel von Gog.com ins Angebot kommen soll.

Nachtrag vom 5. Mai 2015, 15:25 Uhr

Der Client steht ab sofort unter dieser Adresse zum Download bereit.


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MonMonthma 07. Mai 2015

Sollte doch normal einwandfrei im Offline Modus funktionieren. Jedenfalls hatte ich bei...

Atalanttore 06. Mai 2015

DRM mag man als Linux-Nutzer grundsätzlich nicht auf dem System.

violator 06. Mai 2015

...

twothe 06. Mai 2015

Ja, er läd die Datei runter und er läd die Updates runter, aber nur wenn ich auf der...

AmigaFreak 06. Mai 2015

Ja hab ich inzwischen auch im englischen Forum gefunden, da muss ich wohl einfach warten...



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